Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 23 (1859)
- Issue
- Heft 23 (30.5.1859)
- Date
- 1859-05-30
- Page
- Seite 332 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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332 Nachricht, daß I)r. Meifel zum Rabbiner von - Pesth erwählt worden sei. >, Kerlin, 20. Mai. Ium Neubau ejnerS Y n - agoge für die hiesige jüdische Gemeinde,wurden am 17. d. auf dem hierzu angekausten Grundstücke, Oranienburg erstraße Nr. 30., die Erdarbeilen ^begonnen. Der erste ^SpätWstich tgefchahüiin ÄeLserll ^6 Predigers der Gemeintze, H>erxn IiabbinatS - Assessor vr. Sachs, der Vorsitzenden' des' Vorstandes und der Repräsentanteuversammluug, sy , : M. tyej, Hj^gliedpr der zur Leitung des Baues eingesetzten Commisston in ernster Feierlichkeit, bei welcher von Herrn .vr. Sachs Worte pet Weihe gesprochen, wurden. Nach Vollendung der Erdarbeiten, die wohl einen Zeitraum von sechs Wochen erfordern, werden die Mauerwerke unverweilt in Angriff genommen werden. .. Oesterreichischer Kaiserstaat. Wien, 2. Mai. (Privatmitth.) Die Vertreter der hiesigen israelitischen Cultusgemeinde hatten gestern die Ehre, von Sr. Majestät dem Kaiser in einer Audienz empfangen zu werden. Dieselben überreichten eine Ergebenheitsadreffe und wurden sehr huldvoll empfangen. Se. Majestät versicherte, daß die jüdischen Angelegenheiten bald die gesetzliche Erledigung finden werdend Diese Versicherung wird freudig in den Herzen der österreichischen Juden nachhallen und wird dem patriotischen Aufschwünge neue Nahrung geben. Es wäre ein Frevel, am kaiserlichen Worte mäkeln zu wollen, und wir hoffen, daß die Erledigung dem Geiste der Zeit entsprechen wird. ' Es dürfte auch folgende Nachricht den Lesern nicht uninteressant sein. Beim Justizministerium fanden jüngst BeräthuNgen statt zur Herstellung eines Gesetzes bezüglich des: Vergleichsverfahrens bei Zahlungseinstellungen. Ministerialräthe aus den verschiedenen Ministerien wurden zur Berathung beigezogen und im Aufträge des Herrn Ministers zwei Kaufleute, worunter Herr Wilhelm Bofchan. Aus Galizien, Mitte April. (Privatmitth.) Jüngst ward uns von zuverlässiger Seite die Mittheilung: daß von dem RabbinatSsitze deS heiligen Mannes zu Sandec aus ein Verbot ergangen seh dem zufolge alle in Wien e-rscheinenden hebräischen Druckwerke al S ve rp ö nt erkiä r-t und jedem treuen Anhänger dieser großen; aberohnmächtigen Partei der Nichtbesiß! solcher Werke zur Pflicht gemacht werde. Also ein In-? äex librorum prollibitoruw auch im Lager der Chassil dim! 'Zwar giebt es daMne^ougregalioanckimo,>'wiv in Rom, folglich auch keine veorem eovgrsgationis'inH; siieis, zwar gründen ' sich solche Erlässe aus keine allgej meine-Kirchenversammlung, zwarwerdensolche-Ver-! bote nicht schriftlich, , sondern blos mündlich - in Form; eineö guten RatheS ertheilt, „thüt nichts , hebräische! Druckschriften werden verboten! " Hört es/ ihr Her- - ausgeber, Verleger- Druckereibesitzer, CorrectorenSe-- tzer und Buchbinder Wiens, die ihreuch mit hebräischen Drucksorten aller Art befasset; Hüllet euch in Sack, leget Asche auf euer Haupt-, -sperret -die -Officin!-ein' großer, ein heiliger Mann hat das-Anathema über euer Gewerbe ausgesprochen! — -Die-Ursache dieses ho rrib len Verbotes -können wir Laien 'wohl'nichd er-^ - gründen "hä- •«‘vn;8*.:JTiDSf'ns?« ist es uns aber gestattet, eine Vermuthung aüszüspre- - chen, so scheint uns -dieses unerwartete Verbot etwa daher zu rühren, daß ihm'irgend einalten< [ naaa *) die Mittheilung gemachtchaben «mag /-daß üu neuerer Zeit in Wien die Bücher mittelst Maschinell; gedruckt werben, und so mochte er sich nach-der-Ana-' - logiedes Mazzoth-Mafchinen-Verbotes, das aus dem! u n u m st ö ß l ich e n Grunde-nann ''nsab va obn»' niöfio■ n« .ö>diva-an 1» ,niv«b an?2V!a! rhtt N17222W Vk? fniÖ^bTa '-'M72^272-''Nbap -:p’ \ tabntta. piosb n ibab a>73*nö!Ti hervorgegangen ist, veranlaßt gefunden - haben, auch die Products einer Druckmaschine zu ver- - bieten. - -x'r". ■ ■ ■ Du täuschest dich, - lieber - Leser, wenn du ' glaubst/ daß der so eben citirte hebräische Machtspruch vonirgend einem müßigen Spötter - ersonnen ist,--um sich über einen Mann lustig zu machen, deffen Meinungs-- äußerüng von einer bedeutenden Anzahl bildungsscheuer« Menschen aus Weftgalizien und Nordungarn theils aus' Unwissenheit und Aberglauben, theils aus Gewohnheit als Orakelspruch gilt, oder aus andern Rücksichten dafür ausgegeben wird; nimm nur das 24 Seiten starke Büchlein, dessen vollständiger Titel lautet: - mab dw-iin riiLnn nivsrb man '>3ani ^irra?a manzan bbia bdrnte'« ia>T pnh ■, nos an b§ >>"s p*3 opsa iiö» *) Mit Bezug auf seine eigenen in dem weiter unten citirten Briefe vorkommendm Worte. - - Corresp/ '