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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1859-05-23 · Heft 22 (23.5.1859) · p. Seite 317

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
23 (1859)
Issue
Heft 22 (23.5.1859)
Date
1859-05-23
Page
Seite 317 (sequence 5)
Language
German
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Oelmüller S. Weil, M.Monheimer und H. Oberdörfer.zusammen dasselbe um 330 Fl. vergrößert, während die übrigen Gemeindegenoffen ihre Theilnahme durch kleinere Kirchenspenden lobenswerth bethätigen. Auf diese-Weise ist daS StiftungScapital auf 1 100 Fl. gestiegen." —. Der Verein nennt sich und wird bei dem bescheidenen Anfang nicht stehen bleiben, sondern hat eS sich zum Ziel gesetzt, eine Lehranstalt zur Vorbereitung fürr. jüdische Lehrer und Theologen zu gründen. — In Freudenthal zahlen die Brüderschaften i-mn rc. 100 Fl. jährlich an den Rabbinen zu gleichem Zwecke. In beiden ^Gemeinden aber sind die Lehrer noch besonders für die Ertheilung des hebräischen Unterrichts an der Volksschule bezahlte und dürfen sich diese Opferbereitwilligkeit unsere schwäbischen und andere deutsche Gemeinden wohl zum Muster nehmen. Ans Rheinhessen/ April. (Privatmitth.) Durch den Abgang des Ur. Lewysohn in Worms ist in unserm Hessen nundas dritte Rabbinat vacant geworden, und eS hat beinahe den Anschein, als sollten solche, zum Theil -mindestens, nie mehr besetzt werden.— Darmstadt ist seit Jahr und Tag vacant; dort.scheint die Saat des Unfriedens aus der Zeit Auerbachs im Stillen noch fortzuwirken, und die gedeihliche Entwickelung der Gemeinde- und Schulverhaltnisse zu hemmen. Man hat vonder Entfernung jenes Mannes zu viel erwartet; die edelsten Bestrebungen des Landes, die in Darmstadt und in der Person eines tüchtigen, seine Aufgabe erfassenden Rabbinen daselbst gipfeln sollen, ermangeln deS Abschlusses, so lange, für jene Stellung nicht der rechte Mann gefunden. Und Darmstadt ist dabei ein so einträgliches Rabbinat! — Auch Alzey hat noch keinen Rabbiner gefunden. ES ist neulich dieser Gemeinde in Kleins Schul - und Jugendbibliothek der Vorwurf gemacht worden, gleichgültig gegen das heiligste Interesse einer Religionsgemeinde, gegen den religiösen Jugendunterricht zu sein; es. möchte, ihr schwer werden, diesen Vorwurf von sich abzuwälzen. Zur Zeit deS Herrn Dr., Adler wurde von demselben in wöchentlich einigen Stunden Religionsunterricht. s in - den öffentlichen, Schülanstalteu er-, thcilt. Der dortige Cantor, Herr Heinbach (der übri-. genS ein qualificirter Lehrer), ertheilte und ertheilt auch jetzt -den Unterricht im Hebräischen in Privatstunden gegen besondere Zahlung. . Einem solchen Privatunter-. richt im Hebräischen wird aber immer die rechte Weihe, das religiöse Moment abgehen, das diesem Unterricht Gedeihen giebt. -Zudem werden für Unbemittelte die Ausgaben für den Privatunterricht eine schwere Bürde sein. Der ReligionS- und Consirmandenunterricht ist seit dem Abgang des Herrn Dr. Adler — nun zwei Jahre!■•— ganz sistirt. Sollten die Mitglieder dieser Gemeinde, die den Letztem in seinen Bestrebungen so nachdrucksvoll unterstützten, seinen letzten Mahnruf vergessen haben? Sollten sie die erste Pflicht einer Gemeinde, die Grundlage alles religiösen Lebens nicht kennen? Was wird, nachdem 3 oder 4 Jahresclassen nicht confirmirt wurden, diese hehre Feier für einen Eindruck mehr machen! Wird sie Nicht eine leere Charade? Ein Gleiches gilt für alle Gemeinden, also auch für Worms. Diese altehrwürdige Stadt, die unter den b&nu}“' rvibnp in der alten Zeit eine so hervorleuchtende war, Hatte lange Zeit und hat auch jetzt noch keine israelitische Schule. Ein Ausschreiben derselben, das auf einen Cantor zielt, stellt als Bedingung auf, daß derselbe pädagogisch qualisicirt sei! Es scheint also, daß diese Gemeinde an die Errichtung einer Religionsschule denkt. Möchte es ihr gelingen, für ihre erledigten Aemter Männer zu gewinnen, denen der Jugendunterricht nicht Neben-, sondern Hauptsache ist. In Mainz fährt die orthodore Clique fort, Unfrieden und Spaltung unter die Gemeindeglieder zu säen. Sie hat jetzt eine Trennung im Koscherfleisch veranlaßt. Was werden diese Männer noch an Allem Anstoß nehmen und geben, bis sie einsehen, daß ihre Zeit vorüber. Wenn diese Wirren nur nicht zu bibrr vwn Veranlassung gaben! Doch darum kümmern sich diese „Frommen" nicht. Die rii22bn N121N überhaupt gelten ihnen ja längst nichts mehr. I. Kl. Auö Bayern, Mai. (Privatmitth.) Die in Nummer 20.' d. Ztg: auf Grund mündlicher Mittheilung gegebene Notiz, Erlaß des Rabbiners Bamberger betreffend, . bedarf in so fern einer Berichtigung, als nicht eine Trauung, sondern die von Herrn Rabbiner Dr. Werner unter Assistenz der Herren Rabbinen Dr. Löwi in Fürth und Lebrecht in Niederwerrn vorgenommene Ehescheidung für nicht gültig erklärt wird. Wir glauben im Interesse der verehrlichen Leser zu handeln, wenn wir das merkwürdige Elaborat hier wörtlich folgen lassen. ES lautet: „Es hat sich die Kunde verbreitet, Dapid. Reichard jNendet , .Weinhändler von

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