Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 23 (1859)
- Issue
- Heft 21 (16.5.1859)
- Date
- 1859-05-16
- Page
- Seite 307 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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307 gegenwärtigen Beruf in der Abfassung einer Petition an den Landtagworin neben Unterdrückung der Reform- Einrichtung eines Consistorii re. auch völlige Gleichstellung jetzt beantragt werden solle; zu dem letzten An ttäge Pfühle er sich besonders als persönlicher Gegner WagenerS berufen." — In W. wurde ö. das' Sessionslocal eingedaumt, um darin ungestört an'det Petition arbeitür 'zu können; er wurde sogar auf öffentliche'MsteN'gespeist und die Gemeindekasse für Verpflegung des' für die Juden Preußens so rastlos bemühten polnischen Schächters, ssias Schammes der Kreuzträger mit 15 Thlrn. belastet. Von feinen Agitationen in W. in Kenntniß gesetzt, gelang es mir, demselben hemmend entgegenzütreten und ihn zu entlarven. Hierauf kam er, versehen mit einer Empfehlung eines Fr. 'aus Schloppe, auch.hierher, um nur —' wie er einleitend bemerkte — in mir seinen Gegner kennen zu lernen. In Verein mit einem Mitgliede des' Vorstandes' wurde er hier' aber, wo man ihn bereits vor 10 Jahren bei Gelegenheit seiner Bewerbung um die Schächterstelle als einen Solchen erkannte, „der nicht würdig sei, ein jüdisches Amt zu bekleiden", so bloßgestellt in seinem ganzen Wesen und Treiben, daß er noch in derselben Nacht mit Hinterlassung eines hebräischen Briefes, worin ich die Ehre habe, mit Herrn Dr. Philippson gemeinschaftlich geschmäht zu werden, ab reiste. Welchen abgelegenen Winkel L. nun gesucht und gefunden als neuen Wirkungskreis, konnte ich bis jetzt nicht in Erfahrung bringen. Mögen aber, diese Zeilen sein Signalement ergeben, zu weHern Behufe ich noch als besonderes Kennzeichen hinzufüge, daß dieser verkappteHelfershelfer jeder noch so schmachvollen Behandlung die Ruhe und Gelassenheit eines ächten Proselytenmachers entgegensetzt.'. - •=.' - Br. Oesterreichischer Kaiserstaat. Niederösterreich, 23. April. (Privatmitth.) Von einem ungenannt bleiben wollenden Menschenfreunde sind den nüchbenannten israelitischen Wohlthätigkeitsanstalten und Vereinen -in Wien nachfolgende Summen übermittelt worden: Taubstummenanstalt 300 Fl.; Armenanstalt.200 FliZ Kinderbewahranstalt 200 Fl.; Frauenverein 200 Fl.; Handwerkerverein 200 Fl.; Kreüzerverein zum? Schülünterrichte 200- Fl.; Spital für auslteteude Kranke 100 Fl?; die Armenhauspfründer 100 Fl. . . . Tarnow, 22. April. (Privatmitth.) Vorgestern, am 2. Tage Pessach Mittag, starb einem hiesigen Juden ein etwa drei Wochen altes Kind. An einem Wochentage hätte man eS sogleich beerdigt, so aber verschob man dieses Geschäft auf den Abend. Abends verhinderte ein. eingetretenes Regenwetter -die .sofortige Beeidigung. Gegen Mitternacht begann, daS Kind zu husten und kehrte wieder zum Leben zurück. ) Dieses Kind hat es also blos dem Zufälle, daß^gestern Feier^- tag war, zu verdanken, daß eS nicht lebendig beg r a b e nwurde \ Die Schlüffe , die sich aus: diesem Factum ziehen lassen, springen jedem vorurtheilsfreien Israeliten selbst in die Augen, können also hier unerwähnt bleiben. . Wien, 6. Mai. (Privatmitth.) ES ist vorauSzufetzen, daß die Juden bei patriotischen Kundgebungen nicht Zurückbleiben. Oesterreichs treue Söhrwschaaren sich, um das bedrohte Vaterland zu retten, und die Juden stehen nicht zurück. Unter den Freiwilligen, die zu den Fahnen eilen, sind so Manche, die den Einig-Einzigen bekennen und verehren. Es hat sich jetzt auch für die Dauer des Krieges ein patriotischer Hülfsverein zur Unterstützung der im Kriege verwundeten Soldaten und der Hinterbliebenen jener, die im Kampfe fallen, gebildet. Das Comite dieses Vereins besteht aus der Elite Wiens. Darunter befinden-sich die Herren Friedrich Boschan, Dr. Wilhelm Schlesinger und Eduard Todesco. In beiden Gotteshäusern der Gemeinde werden jetzt Gebete gehalten, daß der Herr des Krieges unseren Waffen den Sieg verleihe.^ .. .. .> Die Schriften des Institutes werden.mannigfach in den hiesigen Journalen und zwar sehr günstig beurtheilt. Die k. k. Wiener Zeitung besprach eingehend „Rachel" von der Verfasserin der zwei Schwestern. „ Oesterreichische Zeitung" und „ Wanderer." zeigten das „Leben Abrahams" von Dr. Beer mit vieler Wärme an.*) , . .i Donaufürst enthümer. Zaffy, 18. April. (Privatmitth.) Unsere Nachbarstadt . Galatz hat traurige Zeit durchgemacht', und . : *). Es freut uns -. aus einem Privatschreiben .zu ersehen, daß auch E w.a l d .sich, über das. „Leben Abrasehr' vörtheilhast äußert mW das „Ersprießliche, das' aus ''dieser'' Arbeitfür die Wissertfchaft' gern anerkennt. NedäctioM - 21