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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1859-05-16 · Heft 21 (16.5.1859) · p. Seite 306

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
23 (1859)
Issue
Heft 21 (16.5.1859)
Date
1859-05-16
Page
Seite 306 (sequence 8)
Language
German
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306 germeister von Magdeburg war, und daß es daher nicht zu verwundern, daß er beide in seiner Person verwechselte. - Unsre Leser erwarten nicht, -aß wir die langen und -langweiligen; Debatten, die zwei Tage in Anspruch , nahmen, -hier wiedergrben werden. Dazu ist uns unfiEauur'Md die-Geduld unsrer Leser zu lieb. Es ist genug, daß die „Herren" gegen die Juden doch eigentlich Nichts zu sagen' wußten, als höchstens, daß alle Juden sich nach Jerusalem sehnen, und'man ihnen doch den Abschied nicht zu - schwer machen dürfe , daß die Juden nicht über Christen obrigkeitlich walten-dürften, daß hiergegen die alte preußische Tradition spräche und dergleichen mehr. Die eigentliche, gegen das Ministerium gerichtete Tendenz der Debatte that sich schon dadurch kund, daß Herr von Kleist-Reetzowder vom Ministerium abgesetzte Präsident der Rheinprövinz, derselbe, welcher noch 1850 alle großen Städte in einen Aschenhaufen verwandeln wollte, damit sich aus dieser Asche die Ritterburgen, diese eigentlichen Horte der Civilisation, wieder erhüben, das Hauptwort redete und den Angriff leitete. Die Commission beantragte, die Petitionen der Regierung mit dem Anträge auf Abhülfe zu verweisen, weil der Inhalt des Rescriptes vom 16. Februar d. I. Mit den bestehenden Gesetzen in Widerspruch stehe. — Von den Herren v. Brünneck, Graf Zjvrk, H a sse lb a ch, Grodlveck und Beyer wird der Antrag auf Uebergang zur einfachen Tagesordnung gestellt, erhält' indeß nich t die genügende'Unterstützung. (Zur Unterstützung erheben-sich unter Andern der Minister- Graf Pückler, Dr. Brüggemann- Stupp.) — Charakteristisch ist, daß der Berichterstatter der Commission, vr. v. Daniels, 1850 die Standschaft der Juden selbst beantragt hatte, jetzt aber gegen das Ministerial-Rescript loSgeht. Bei Namensaufruf wird darauf der AntragderCo mm i s - sion mit68 gegen 21 Stimmen angenommen. Gegen denselben stimmen: Krausnick, Mohring, Ondereyck, Graf Pückler, Edler v. Putlitz, Fürst B. Radziwill, Graf Rittberg, Graf Schwerin, Simons, Stupp, Graf Taczanowski, v. Treskow, Graf Nork, Baumstadt, Berndt, Beyer, Brüggemann, v. Brünneck, Groddeck, Fürst Hohenzollern und Homeyer. Es ist voraussichtlich, daß dieser Beschluß des hohen HauseS durchaus nichts helfen wird. Das Staatsministerium ist zu entschieden vorgegangen, und ist dabei durch das klare Gesetzeswort und durch das Votum des Abgeordnetenhauses unterstützt, als daß es vor - dem Geschrei - der kleinen Partei - zürückweichen dürfte. Indessen? entfernt sich das Gewitter nur mit noch einigem verhallenden Gepolter. Der Graf von Pückler, einer, der Führer der kleinen Partei im Abgeochnetenhaüje,, hal aus den 9. Mar eine Jttterpellation gegen das zweite Reftript des Ministers des Innern! angesägt,' in welchem dieser den PaarMeisstänven, welcheungehörige Petitionen gegen'die Zulassungen der Juden erngereicht hatten, einen harten Verweis gab. Es hatdies freilich mit' unserer. Sache, nichts zu thun. dsous vßrrous! - Arnswälde, im Mai. (Privatmitth.) Zur weiteren Notiznahmä dürfte Einiges 'über' den politischen Emissär, von dessenUmtrieben M Np.. 15. berichtet und der auch bereits im vorigen Jahrgang dieser Zeitung viclfeitig,gekennzeichnet-wordess'Lst/; in'diesen-Gpalten eine Stelle finden. Derselbe heißt Abrahm L.- hat in mehreren Gemeinden"als Schächter ssungirt und giebt stch jetzt noch - als Rabbiner zu Lg.' aus; obgleich er schon seit dem Beginn seiner politischen Mission, die er für sich auszubeuten sehr gut versteht, aus seinem Amte entfernt worden ist. Er ist das tauglichste Subjekt für sein elendes Handwerk; denn er weiß mit rast finirtem'Tacte und bcharrticherMWße gewisse GNekR' den im' Sinne der jetzigen AMsturzparter zu bearbeiten. L. sucht auch nur solche Gemeinden aufzu denen keine Kenntniß über seine Persönlichkeit und Tendenz durch diese Blätter gelangt, weil sie dort kaum dem Namen nach bekannt sind. Nur über' Gemeinden wie Tietz, Woldenberg u. dgl. m. wirst er seine Netze aus, vertheilt zuvörderst eine Broschüre, die zwar seinen Namen trägt/ von ihm aber nicht verfaßt ist, da er nicht einmal grammatikalisch richtig spricht. Schon der Titel und der ganze Styl nebst den Mottos zeugen' deutlich, weß Geistes Product dieses Tractätchen sein müsse. Durch verschiedene Vorspiegelungen und Täuschungen, wie z. B. 40 Briefe vom Prinz-Regenten zu besitzen, durch seinen Einfluß verschiedene Personen aus der Grfängnißhast befreit zu haben rc., weiß er dann seiner uneigennützig en (!) Lebensaufgabe eine Erhabenheit aufzüdrücken und stch auch gleichsam als Märtyrer seiner bisherigen „so resultatr ei ch gew es e - n en" Bestrebungen varzuftellen, daß es ihm leicht gelingt, sich bei beschränkten Köpfen Glauben zu verschaffen, den sie aber am Ende mit klingender Münze bezahlen müssen. Im Besondern bezeichnet er seinen

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