Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 23 (1859)
- Issue
- Heft 21 (16.5.1859)
- Date
- 1859-05-16
- Page
- Seite 305 (sequence 7)
- Language
- German
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305 ergrauten Aerzten , :die/-sich ebenfalls um das hiesige Kreis - Phystkat bewarben, den Vorzug gegeben. .. Kuttner.. Magdeburg, 9. Mai. (Privatmitth.) Mit'wahrem Vergnügen habdn'wir die Aeußerungen der Werthschätzung und Würdigung über unsre neuesten Unternehmungen Seitens der Redaction des ä'Isrsöl (April 1859) und des ^'Löueswre isrgelits (15. April 1859) 'entgegengenommen. Wir hegen die lebhaftesten Wünscht, daß'durch' den ausgebrochenen Krieg die geehrten Herren Herausgeber des 'LstüogMe weder persönlich leiden, noch in dem Erscheinen ihrer Monatsschrift Hiüderniffe erfahren mögend Bekanntlich ist augenblicklich Vercelli, wo der Läuestvre veröffentlicht wird,' ein Mittelpunkt cher österreichischen Operationen. Magdeburg- 9. Mai. Die Zulassungder Juden zu den KreiSständen hak trotz der,wiederholten R.escripte des Königs. StaatSministeriums- und trotz: der Majorität des Abg eordn.etenhaufes, oder vielmehr wegen dieser im Herrenhause .eine lange Debatte und eine feindliche Abstimmung hervorgerufen. Wer zwischen den Zeilen zu lesen versteht, der erkennt sehr, wohl, daß, so schmerzlich es auch den Rittern ist, Juden auf den Kreistagen neben sich, sitzen zu^ sehen, sie doch zu sehr gewohnt sind, an jüdischen Tafeln zu schmausen und. in jüdischen Comptoiren Hülfe zu suchen, als daß sie sich so sehr dagegen wehren sollten, wenn es nicht wiederum einewillkommene Gelegenheit gäbe, dem ihnen verhaßten Ministerium eine Opposition zu schaffen und zu beweisen, um so mehr, da sie sich hierbei der Unterstützung Seitens der Bauernschulzen gewärtig sein können. Die Debatte im Herrenhause war daher vielmehr gegen das Ministerium, als gegen.-die Juden gerichtet.. Da aber die Juden nicht allein eS sind, wegen welcher daS Herrenhaus, eine.hartnäckige Opposition gegen alle Maßnahmen des Ministeriums betätigt, da vielmehr dieselbe Opposition hinsichtlich des Staatsschatzes, der Nahe- Eisenbahn und.des, Ehegesetzes aufs Entschiedenste aufgetreten ist, so muß der Staat in die äußerste Verwirrung gerathen, wenn das Herrenhaus, wie es auch.schon in vielen öffentlichen Blättern angedeutet worden, nicht eine Umgestaltung durch Creirung einer großen.Anzahl rergierungsfreundlicher,, Herrenerfahren würde. Welche Ausdrücke hätte diese Partei wohl für eine solche systematische Opposition gehabt, wenn sie sich im vorigen Ministerium im Abgeordnetenhause gezeigt hätte, und wie viel wäre dies aufgelöst 'und gemaßregelt worden l Diese. Partei zeigt, hiermit ihren, wahren .Charakter immer mehr, und dies ist immer schon ein Gewinns daß esihr nicht um den Staat/ nicht Urmdeni Conservatismüs, nichtum diekönigliche Gewalt, sondern lediglich um ihre.., persönliche Herrschaft zu thun Ist.- Noch, eine andere Erscheinungthut >sich hierbei kund. Dieselbe Partei hat unter.dem! vorigen Ministerium, da es illiberale Gesetze heim Abgeordnetenhause, trotz ihrer Herrschaft in demselben, - nicht, durchsetzen konnte, alles ^Unheil auf dem Wege; der Interpretation herheigeführt. Jetzt dringt sie, selbst -für rein administrative Maßregeln, auf Erlassung ,von Gesetzen,, damit sie nämlich im Herrenhause Gelegenheit-habe,. diese Gesetze.zu verwerfen und. unmöglich zu machen.. Dies sind.denn auch die Argumente, welche, diese Partei gegen die Zulassung..der Juden zu. den KreiSständen geltend. machen./. Da - es ihr niemals darauf aykommt, „das Licht Finsterniß, und Finsterniß Licht zu nennen"- schwarz, für weiß, und weiß für schwarz zu erklärenso hat das Ministerium gut zu beweisen, daß jene Zulassung klar, aus dem Gesetz hervorgeht, -die „Herren" sagen: es ist doch nicht so> Sie gerathen in äußerste Wuth, die Kreisstände Juden in sich aufnehmen und so „entchristlicht" werden zu sehen, während sie doch ihnen in einer der höchsten staatlichen Instanz, im Abgeordnetenhause begegnen, und nichts Gesetzliches dem entgegenstehen würde, wenn der Prinz-Regent einige Juden zu „Herren" creirte. Indessen wollen wir nicht ungerecht sein. Die Ritter wollen eben keine Juden unter den Rittern sehen, so gut wie der Herr Oberbürgermeister von Magdeburg , Herr Hasselbach, der die Zulassung der Juden zu den Kreisständen im Herrenhause vertheidigte, meinte, wenn man ihn srüge, ob die Juden Bürgermeister werden -sollen, er „Nein" sagen würde, ganz wie Atta Troll, wo der Bärenführer die Juden Alles in der Welt werden lassen will, nur nicht Bärenführer, und zwar um der edlen Kunst willen. Freilich sind die Pflichten und Rechte des Bürgermeisters eines preußischen Städtchens viel größevurid wichtiger, als die des Lord-Mayors von London, und hat viel größere Ehre zu erfahren, - als der Bürgermeister zu Laeken, auch ein Jude, - der die Ehre hatte, hie Kinder des Königs der Belgier in das WM einzutragen.:, Doch dürfewwir nicht vergessen, daß Herr Haffelbach viel früher Ober-Regierungspa,th als Bsir-