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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1859-05-16 · Heft 21 (16.5.1859) · p. Seite 302

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
23 (1859)
Issue
Heft 21 (16.5.1859)
Date
1859-05-16
Page
Seite 302 (sequence 4)
Language
German
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Wir müssen noch schließlich bemerken, daß, trotz dieser Gereiztheit',, die jüdische Bevölkerung (mehr als 20-000 Seelen) sich-durchausruhig verhieltund zu keinem Aufruhr Anlaß gab, -daher ihr auch der General-Gouverneur durch eine Deputation von Seiten, der jüdischen? Gemeinde allen nur möglichen Schutz und Beistand versprach. ■' ' B. v-‘ Wenn man dieses durchlieft, und-an die Schauerberichte aus Galatz und Smyrna knüpft, so fragt man 'sich in ' der That, ob wir? in civilifirten Staaten leben oder nicht? Es-ist, constatirt, daß in Galatz,. wie das im Interesse des Orients wirksame Blatt „La Levant* aus Konstantinopef berichtet, daß die Polizei in Galatz dem! Tumulte der -Mordscene' ruhig zugesehen und wohl-die Macht besessenhabedie Barbaren auseinanderzutreiben, wennste sie hätte benutzen wollen, daß vielmehr die Polizeibeamten das Volk , selbst angeschürt haben und-man sie hernach mit Zucker, Kaffee und anderen geraubten/Dingen nach Haufe eilen: sah. .. - Nichtsist gewisser, als daß Niemand .mehr au die Fabel glaubtwelche zum Vorwände dient, ' den Pöbel zu erhitzen. ,. Sie ist in der: Regel zu/-grob angelegt; als daß sie nicht alsbald , faktisch widerlegt würde (s. den Artikel aus Rom in dieser Stummer). Wirmüssen eben nichts weiter in diesen Aufständen erkennen, als die. Mord - und Raubsucht deS:. niedrigsten Pöbels und.die? noch scheußlicheren: Jntriguen böswilliger Menschen, -aus sogenanntem besserem: Stande. Bemerkenswerth ist es, daß sowohl in Smyrna - als?in Galatz. und Odessa es. g r rech i sch e: Kauf-: leute waren, welche die Aufläufe anzettelten, und g rieich i sch er Pöbel und Matrosen, welche die scheußlichen See-, nen aufführten. An allen diesen Orten, waren es also . Glieder dieser in ihrer Mehrheit entarteten Nation, welche über unsre unschuldigen, nichts .Böses ahnenden Glaubensgenossen herfielen--.sie mordeten, verwundeten,, ausplünderten, welche inunsre. Heiligthümer eindrangen und sie zerstörten, dieheiligen Rollenmit den ewigen Worten der Wahrheit Und des Rechts zerrissen und schändeten. Wir kennen also/unsere Feinde, und Alle, die mit Griechen in Verbindung kommen, müssen sie scheuen und siiehen wie die Pest. ' Indessen ist nichts ansteckender -als das böse Beispiel. Wir sehen, -daß in Rom unter den Augen der Franzosen beinahe ähnliche Scenen vorgefallen wären, wenn jene nicht rechtzeitig eingeschritten. Die „A. A. Z." berichtet: aus Wien,' daß auch da die jüdischen Kausteute vor dem Uebermuth; der Freischärler ihre Läden zu schließen sich genöthigt. sahen. n > - Man. fragt, sich, welche Mittel hat man zu ergreifen, um diefts rothe Gespenst: aus: der Mitte der lebendigen Welt wieder izuüerbännen? wie stch?dägegen zu schützen? Wir verweisen auf: unfern/ Leitartikel' in No.17,dessen Beherzigung so bald durch neue Thatsüchen wieder erhartet worden. .'Unsre Glaubensgenossen: müssen auf der Huth sein und namentlich an Orten,, wo dergleichen.-Vorfälle leichter möglich find, eine i immer bereite Wacht und Aufsicht führen./ : Es ist dies; eine. gemeinsame Gefahr,' der gegenüber jeder Unterschied schwindet, Und kein. Stand, keine Bildung, kein Vermögen Und keine Lebensweise schützt.: -Unsre? wesentliche Hülfe können wir aber nur in einer' starken und aufgeklärten Regierung finden^ Wir sagen „stark", dznn wir haben im Jahre 1848 an Orten genuggesehen, welchen Sinnes: der losgelassene.Pöbel: istaber.auch aufgeklärt, denn wem anders/ als der finstern Reaktion/ die'sich im letzten Decennium wie ein düsteres Gewölk auf die civilifirte Welt niedergelassen, haben mir es zu danken, daß nicht blosAusschließunst und?Beschränküng> -sondern auch Verhöhnung', Verfolgung, Aberglaube/ Fanatismus wider uns wieder in üppigem Maße ausgestreut worden. Zuletzt endlich, zeigt sich hier abermals/ daß die Gesittung, daß die Humanität allein das . Heil' der Menschheit ist, und daß> wer diese Gesittung und-Humanität schmäht und verdrängt und? untergräbt, und durch andere Momente ersetzt, der .schlimmste Feind der Menschheit ist. : - pie israelitische Kibel-Anstalt )ür Hrrsteüung und Verbreitung wohlseiler Hitzeln. .. Spenden zur Stereotypirung hebräischer und deutschhebräischer Bibeln: ür. B. Beer in Dres d en als „v o r - läufiger" Beitrag 25 Thlr.;'der.Vorstand der israeliw Gemeinde' in Anclam, vr. Kirsch stein/ 5 Thlr.; M. in C. 2 Thlr.; D. in C: 32/3 Thlr.; Rabb. vr. Sophar in Celle 2 Thlr.; I: Stern in Belgrad (Serbien) 2 G. --- 1 ^3 Thlr.; Frau Regina Singer in Bukovar 10 G. ---- 6^/3 Thlr.; Pred. Vi-/,E. Wreschner in Kosten, von ihm selbst .3 Thlr., W H a m burger 3 Thlr., S. Honig 3 Thlr., B. Goldschmidt 3 Thlr., S. Golds chm i d t2 -Thlr., D. L i t tm ann 2 Thlr., M. Gl oß 2 Thlr., S. Las ko wi ez 1 Thlr., M. Plonsk 1 Thlr., L. Bruehl 1 Thlr., M. Koppel 1 Thlr., S. Bamb erg er 1 TM, D. Bruehl. 1 Thlr.; Sal0schin < lüSgr., zsm. 24 Thlr. 15 Sgr.; Pred: Dr. M.S ter n in - Bützow, von sich selbst' 3 Thlr.,?H.. Ahron 5Thlr:/von

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