Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1859-05-09 · Heft 20 (9.5.1859) · p. Seite 295

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
23 (1859)
Issue
Heft 20 (9.5.1859)
Date
1859-05-09
Page
Seite 295 (sequence 11)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/3224737-3226147-3226168--17708-3246632
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

293 dustrielehrerinnen, die sämmtlich, ein Einziger ausgenommen, der vom Staate besoldet wird?), ihren Ge-, halt aus der Gemeindekasse beziehen. Auch die k. k. Musterhauptschule, die das vorige Jahr mit vier Claffen eröffnet wurde, mußte zu-Anfang des; laufenden Schuljahres mit einer Claffe erweitert werden. Obgleich die da wirkenden Lehrer vom. Staate (aus dem Ungar, ist. Schulfonde) bezahlt werden, so giebt eS dennoch ein nicht geringes Quantum von Ausgaben, welche die Gemeinde bestreitet. Hieraus sind die großen Opfer ersichtlich, welche die hiesige israel. Gemeindeverwaltung auf den Altar der Volkserziehung bringt. Im 2. Programm der israel. Normalhauptschule, hat Herr Ignatz Reich eine Fundation zur-Belohnung der im „Hebräischen" sich auSzeichnenden No rmalhauptschüler angeregt, und mit Fl. 10..C. M. das erste Grundsteinchen dazu gelegt.. Unsere durch Intelligenz wie GlaubenStreue gleich ausgezeichnete Schulinspection, die Herren Di\ I. Hauser und D. GanS an der Spitze, begrüßten den Plan mit Enthusiasmus und entwickelten für dessen Durchführung eine Energie, daß bereits ca. Fl. 500. C. M. subscribirt sind, und werden mit den Interessen am Schluffe einer jeden Jahresprüfungi nicht nur die Prämianten der Normalhauptschule, sondern auch die der k. k. Musterhauptschule betheilt. Durch dieses Factum, denke ich, ist das ganze Heer jener Böswilligen, die da auSsprengen, daß die beiden Lehrkörper sich feindlich gegenüberstehen, bis auf den letzten Mann entwaffnet.. Unser Losungswort ist: „Solidarität". Ueberhaupt sollten wir Israeliten die lebensphilosophische Tendenz: „in der Einigkeit liegt die Kraft" nie außer Acht lassen.. Ein nicht geringes Verdienst um das Zustandekommen des „Prämienfonds" haben die Herren S. Kohn, Dirigent der Normalhauptschule, und A. Lederer, Direktor der k. k. Musterhauptschule. Im Februar a. c. starb der Gemeinderath W. Höllischer (s. Biographie Beth-El 1. Heft), der unter anderen bedeutenden Stiftungen auch zu Gunsten des Lehrkörpers der Normalhauptschule ein beträchtliches Capital legirte, dessen Interessen jährlich am Sterbetage des Testators unter die betreffenden Lehrer nach Verhältniß *) S. 2tes Programm der israel. Normalhauptschule 1857/58, S. 11. , der Dienstjahre vertheilt werden. ES ist dies das e r st e Beispiel, wenigstens bei uns, daß ., ein; Reicher bei seinem Abschiede von den „irdischen Interessen" sein „himmlisches Capital^ dadurch vergrößert, -daß er auch, der Jugendbildner, dieser Märtyrer für Glauben und Wissen, bedacht ist.' Ohne daS hierauf bezügliche Verdienst des Verblichenen auch nur im Geringsten zu schmälern, gehört der Tribut der Anerkennung dem Gemeinde-Secretär, Herrn Ignatz Barnay, der das zu erlöschen drohende Lebensflämmchen des Erblassers durch Einflößung dieser Idee zu nähren - bemüht war, und dessen Cardinaltugend überhaupt darin besteht, das Jrdischnützliche und Himmlischheilige „im Stillen" zu fördern. , . . Der Verein für „Handwerke und Ackerbau" hat auch eine Sonntagsschule mit drei Claffen. Hier werden unter der Aegide des VereinsdireetorS, Hrn. I. Kern, eines Mannes von hoher Bildung und scharfem Geiste, und .des ältesten, sehr verdienstvollen Inspektors, Herrn M. Blaß, alle diejenigen, dm.. Handwerkerstand, hebenden, und erhebenden Wissens-; fächer gelehrt, die geeignet sind, der Heranwachsenden Generation trotz unserer beschränkten politischen Verhältnisse dennoch eine erträgliche Zukunft zu.bereiten. . Aber nicht nur intea, sondern auch extra muros sind die Bestrebungen Vieler der hiesigen israelitischen Jugendfreunde berichtenswerth. Von Herrn I. Reich erschien unlängst im eigenen Verlage das 2. Heft seines „Beth-El". Abgesehen von. einigen; Solicismen, ist das Unternehmen ein höchst anerkennenswerthes, da es eine reichhaltige Quelle für die Forschung der jüdischen Geschichte in Ungarn erschließt. Leider steht zu befürchten, daß der Autor der Last der materiellen Verluste erliegen wird. Herr A. Lederer veröffentlichte neulich eine „Heimathkunde von Ungarn, ein geographisches Lehr-und L e seb u ch " für die höheren Claffen der Hauptschule. ES ist hiev nicht der Ort, in das Buch ckritisch .einzugehen; jedoch kann ich die. Bemerkung nicht zurückhaltten, daß der Versi die Aufgabe nur halb gelöst;7eS! ist nämlich ein ziemlich brauchbares Lese*•; durchaus aber kein Lehrbuch der Geographie..';, Demungeachtet. hat das Buch eine Zukunft, da bei - späteren Auflagen J die vorhandenen; Mängel allmählig beseitigt werden! können, und an deren .Stelle eine Ergänzung des unterrichtlicheNr Stoffes sehr leicht, erzielbar ist. 20**

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.