Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 23 (1859)
- Issue
- Heft 19 (2.5.1859)
- Date
- 1859-05-02
- Page
- Seite 281 (sequence 11)
- Language
- German
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m 55., Perspnen -;,zu -de): in.Rede stehenden Versammlung sich, eingefunden, hatten. — Eingeleitet ward.. dieselbe,mit einem.Beethoven'schen Psalm, welcher..unter. Leitung des,,Herrn;Lchrer Joachim, ,77von der -.ersten-Gesangclasse der Gleiwitzer Schule sehr correct-vorgetragen wurde. Hieraus- .eröffnete.Herp, Dr.; Freund; die -Sitzung mit einer Ansprache ,qn die Versammlung, -indem er zuvörderst seine große Freude darüber, ausdrüchte, seinen ersten Schritt von so schönem Erfolge gekrönt zu sehen; alsdann die: Erschienenen — jeden Stand besonders.;7^- aufs herzlichste bewillkommnete, ihnen hierauf die gebieterische Rothwendigkeit des zu stiftenden „Lehrer-Vereins" .klar und deutlich auseinandersetzte, - und, zuletzt -Alle .gemeinschaftlich mit - eindringlichen Worten ausforderte,durch vereintes Streben und Schaffen, durch,treu es,Zusammenhalten und Zusammenwirken die .Erreichung deS., sch ön e n. Z,i e l e s möglich zu machen. Wie der Kedner namentlich Hervorhob, so sollte-der zu gründende .Vexein.sich.von-.allen.bisher bestehenden ähnlichen Institut,eiu Mon jnJ: jo? fern; sehrwesentlich; unterscheiden, als - gn .ihm nicht hloK die pp attisch e,1, L e hr er, sondern — neben - diesen~ auch; jdse- Rabbinen. und Prediger, ^als .„ordentliche Mitglieder", .sowie.,die Gemeinde-, und -Schulvorstehernebst andern Freunden -und - Gönnern des. israelitischen Schulwesens , als „außerordentliche Mitglieder" sich betheiligen sollen.. Indem Herr Di*. Freund die Lehrer, hie- Geistlichen, und die Gemeinden als die drei Faktoren per Schule bezeichnete, wünschte, er, daß jeder von ihnen 1 ,üv ■ dem Vereineseine gehörige Vertretung finde, und, meinte,., daß.- es -eben nur dadurch möglich sein würde, nicht -hloK.-die.u npa-t ü-r'li ch.e -.S't e l.l u ng ", in welcher zur Zeit; gar in..noch ^so -vielen Gemeinden die Lehrer gegenüber den-^stghbinen,und Vorständen sich, befänden, zu beseitigen, sondern.-auch allen andern Mängeln und-Miß brau-- chen, - an, denen.unser. .Schulwesen.- laborire, .aufs schncllfte und/.grünhliKste, abzuhelfen.. Am Schluffe.seines Vortragesforderte; der Redner die Versammlung, auf, jetzt ihrerseits zur WM,eines Vorsitzenden, (für hie heutige- Eonferenz) zu schreiten -undneben;-diesem,, dann^noch 2 Beisitzer und. 2 Schriftführer zu.wählen. Das,Präsidium ward hier-, auf h.urch, einstimmige Acclamation Herrn vr. Freund ertheift, während,rihm dje Herren Rabb.-vr,;Hirschfeld (aus Gleiwitz) und. Rabb. Abr^ Levysohn, (ausPeiskretscham) als.-Beiräthe .an hie, Seitegegeben,- und, die-Herren. Lehrer vEGins.be.rg?. (aus-Beuihen) und. Lehrervr.. Korn (aus! Gle,iwitz)rjMitr, demrSchristführeramt getraut wurden. « Um deriPersammlungfür die. Debatte An k n ü pfun gs p u n kt e zu,-gehen, khatte Herv Vx. Fxeund einen in 20 Paragraphen abgefaßten Statuten-Entwurfin vielen Exemplaren drucken und .dieselben vor Beginn der.Sitzung-unter die Anwesenden vertheilen lassen. Die Debatte selbst, welche jetzt gleich begann und mehrere Stunden andauerte, ist —. wie es der Gegenstand erheischte; mit- Ernst und Würde, fern von jeder Leidenschaftlichkeit, geführt worden. Bei §. 1., welcher des Vereins wesentlichste Tendenz angiebt, verlangten mehrere Rabbiner, — unv zwar nicht etwa aus Mißtrau en gegen die Lehrer, sondern vielmehr nur zur größer» Befriedigung der Gemeinden — die „vorzügliche Beachtung des Religiösen" ausdrücklich hervorgehoben, — was denn auch in so fern geschah^ als die Versammlung sich dahin einigte, dem qu. Artikel folgende Fassung zu Aben: ' „Der israelitische Lehrer-Verein inOberscklesten hat zum Zweck die Hebung und Förderung des israelitischen Schul - und Unterrichtswesens in Oberschlesien— mit besonderer Berücksichtigung des religiö-; sen Elements." Der folgende Paragraph (2, a—f) rief nicht minder als der vorige eine lebhafte Discussion hervor, an welcher sich aber diesmal nicht blos die Rabbinen, sondern auch die Lehrer sehr stark betheiligten. Es handelte dieser Paragraph -von den „Mitteln", welche der Verein anwenden will, um den vorangegebenen „Zweck" am besten zu erreichen. Solcher Mittel find im Entwurf sechs vorgeschlagen und als erstes derselben wie sich von selbst versteht — das periodische Zusammenkommen der Vereinsmitglieder, um über Gegenstände des Schul- und Unterrichtswesens rc. sich zu besprechen (Conferenzen). Von den übrigen projectirten Mitteln sei für heute nur noch Punkt 6. gedacht, welcher eine „Vereinbarung über die, beim israe- ' litischen Jugendunterrichte anzuwendenden Methoden, Lehrmittel rc." empfiehlt und eben Wegen des Wortes „ V ereinbarung" die meisten Bedenklichfeiten, erregte und Sei- : Leus der Lehrer denn auch am meisten angefochten wurde. , Die §§. 3—10 des Entwurfs, — von den verschiedenen Arten-.der Vereins-Mitglieder (sie sollen, in ordent-; liche, außerordentliche und Ehren-Mitglieder zerfallen), so; wie von ihren verschiedenen Pflichten und Rechten Handelnd,,-—wurden, bis auf einige Punkte,, nach kurzer Dis- ' cusston genehmigt:.. Am meisten Bedenken fanden die §§. . 4-...und 9.^ .und .zwar ersterer aus dem Grunde, weil nach 'ihm „jeder Schul- und Privat-Unterricht ertheilendeJsrae- : lit" ohne W eit er es..zur „ordentlichen Mitgliedschaft" berechtigt,-und letzterer darum, weil! er die ordentlichen Ver- 19**