Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 23 (1859)
- Issue
- Heft 18 (25.4.1859)
- Date
- 1859-04-25
- Page
- Seite 263 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 87% known words query
- IRI
…/3224737-3226147-3226166--17672-3246594- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
wallte® tintoertrienfr^, rfönbem lebigti^i^ur (Steuer der Wahrheit-erlaube ich mir,-in Betreff: der jüngst in. Ihren ^Blätterw besprochenen Nichtzuziehung bayerischer-Juden.zum Geschwornendienste Ihnen? an der Hand? der, Gesetze folgende Aufklärung zu geben. '-Im' diesrheuiisthen Bayern ' wird" die jedesmalige Dienstliste der Geschwornen l ed i g li ch d u rch d a S L a o s' gebildet/"Ausder 'Hauptliste'' eines Preises (PröviH welche ^sticht mnter 600 Namen'enthalten darf, wecheü' wenigstens'14^ Tage vor-Eröffnung einer Schivürgetichtssttzüng von dem Präsidenten des Appellaiionsgerichts in Gegenwart von vier Mitgliedern des Gerichtshofes und unterZuziehüngdes Staatsanwalts aus 'den in eine Urne zu legenden Namen sämmtlicher auf die Hüuptliste gesetzten Staatsbürger für die bevorstehende Sitzung 45 hervorgezogen. Sie sehen also, daK wenn in dem Mm öder andern Kreist ein oder auch mehrere Jahre lang 'kein Jude als Geschworner einbemfen ivürde,^keinerlei Böswilligkeit dahinterstecktesondern nur "von Zufall gesprochen werden könnte, der eS aber auch stndererseitsMon gefügt hat, daß bei einer Affisse drei Juden zugleich als Geschworne fungirtem ■ :- 'y:" ■ ‘Wie wird aber jene Hauptliste gebildet? Hat sich vielleicht hier eine judenfeindliche RegierungSthätigkeiL im Voraus, geltend. gemacht? Antwort: Nein! Denn die Hauptliste wirst von keiner Behörde, sondern von der Volksvertretung/ der Provinz (bei uns Landräth genannt) aus,den Bezirkslisten ange'fertigt. Diese Bezirkslisten aber,werden aus' den vollständigen Verzeichnissen al.l e r. dienstfähigen Staatsbürger in den einzelnen Districten^von den Gemeindevorständen und Gemeindevertretern in Gemeinschaft mit den letzten Abgeordneten-VZahlmännern auf dem Wege directer Wahl hergestellt, und hat der Regierungspräsident nur das Recht,/auch die Namen solcher Personen, welche nicht aus der Wahl hervorgegangen styd, jedoch nur in beschrankter Verhaltnißzahl, den BezirkSlisten beizufügen, keineswegs aber 'irgend welche Namen zu streichen. . , Also auch hier kann aus der Wahl oder Nichtwahl von Juden der: Regierung und den höhern Beamten weder Lob noch Tadel abgeleitet werden, sondern ist j daS Ganze, wie: bei jeder Wahl überhaupt, vorzugsweise. Sache -des freien. Willens: und. des Vertrauens Seitensder Mitbürger,- und daß sich hierüber nicht *• rechten läßt, d.?h. keine ReligionSpartei, überhaupt; keineClasse. von Bürgern irgend welchen, feststehenden ' Procentsatz! als? R e ch tibeanfpruchen kann, dürste klar ftiN, wenn! man nicht? zu -jenen.-abgMmackten - Eifersüchteleien -kommen will,/wie -vir-sie m Bayern in den sogenannten paritätischen Stästten ,zwischen Katholiken und- Protestanten, haben. ., - .? ' Uehrigens stehen meines/Wissens-beinahein allen KreiseNlJudenstzwohlauf-denBeMs -als-Hauptlisten- , - Worms, 21. März-. (Privatmitth.) Referent er- Hie.ltj heyst. eine'.StockhMer jZÄtunL-,/ woraus er mit Vergnügen ersah, paß Herr Hesser Meyerson sowohl wegen seiner Verdienste, in der Seidenfabrication als nicht .minder, wegen ^seiner. Verdienste .als Porste - her (PrästS).der mosaischen Persammlung (Gemeinde) -in Stockholm die große goldene Medaille mit der Umschrift „kür wsästorgerliest.tdrtjevZt" („Für bürgerliches Verdienst") von per kynigs. Regierung erhielt. Schreiber dieses wird, wie ev^Mhep persprach,.s.K.-w.> später .eüren uusführlichey DMcht. über.unsere .Glaubensbrüder, in. Schweden -geben, will aber, für heute, wenn auchnur-andeutend,rrdwiwahrhafstausgezeichneten Verdienste des Herrn-M.e y erf o n um die Stockholmer Gemeinde berühren^. So ist,, um nur Eins hervorzuheben,. der dortige-neue- Friedhof,- wie er in seiner Großartigkeit sicherlich, selbst in Deutschland-nur selten .angetroffey. wird, vorzugsweise das Werh.jey.es eben so religiösen wie - gebildeten Mannes. -Der erste Jahrgang der Klein'schen Schul- und Jugendhihliothek liegt nun vollendet chor- -und.sei dieses gediegene Sammelblatt jedem Lehxer angelegentlichst empfohlen. -- - Von dem fleißigen Jacob. R eifma n n in SzebreSzyn sind zwei lehrreiche hebr. Schriftchen . erschienen: tm tai73i<73 und hip; in dem letztem werden die Gelehrten ersucht, behufs einer beabsichtigten Herausgabe der Halachoth Gedoloth über mehrere vorgelegte Punkte Auskunft zu geben. Betreffs, des erstem Schriftchens erlaube.ich. mir zu bemerken, daß S.) 19. letzte Zeile fstr qizu lesen,. und .S. 20. über i-nv!? Lewysohn's Zoologie rc. S. 306. zu vergleichen ist«. —7 Wie weit der Fanatismus der Ultras rthodorie geht, erscheint aus. einer von einem polnischen - Gelehrten gegen den Gebrauchi ,der Mazzoth- Maschine verfaßten Schrift, in welcher die Koryphäen per deutschen Orthodorie, welche die Maschine für zulässig erklären,: das Compliment mrmpnai sich gefallen lassen müssen. -? .