Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 23 (1859)
- Issue
- Heft 18 (25.4.1859)
- Date
- 1859-04-25
- Page
- Seite 264 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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264 n ISSotmi^ben lU Aprill jPrivÄMitth.) lMÄchtig r ist -für' ünS,' für die hiesige Gemeinde, - D!für den hiesigen-Ort W Ällgemeinest,l das! Wehmüthige Gefühl Vier Trennung wegen des? Abgäntzes des^llverehrten Herrn-vr: Levysohn/Welcher-nirch eittM 7 ^jährigen Aufenthalt dahier, als Rabbiner und'Prediger nach deM fernen Stockholm' siM begiebt.' Am 27. d.' M. hielt derselbe' -bei einern deutschen Gottesdienste seine Abschiedspredigt, und wir entsinnen uns nicht, die weiten Räume' der heiligen Hallen ff o überfüllt gesehen zu habend^ -Die-bewältigendeEindruckdieftr feierlichen'- Stunde Wird t Wohl allen Anwesenden unvergeßlichbleiben.?— - Nach- < der Predigt begab sichder Großherzögl. Gymnäsialdirector- Herr Prof. vr. Wiegand; in -die Behauftmg des Herm vl'. Levysohn, und lud denselben, nach vorängegangenem einstimmigen Beschlüsse' des Lehrercollegiums , zu einem Festmahle/ welchesdas Eolleg ihm -zu Ehren beschlossen hatte. Herr vr. Levysohn?-lehnte jedoch -diese - ehrende Ovation unter -den freundlichsten Dankversicherungen ab. Her^Direc'tor Wiegand-veröffettllichte ferner im diesjähriges! Gymnasialprogrammc eine ausführliche-biographische Skizze' über Herrn Vr. Levysohnwelche zück ' Schlüsse lautet:; /Herr- Levysohn legt sein Amt gegen Ende Märzdahiernieder, und unsre wärmsten Wünsche folgen ihm nach die lange Reise von WormS äm Rheine bis in den hohen Norden, welchen schon diepoetische Säge VeSMbMnM-Liedes mit! jener Stadt in Verbindung setzte ' Der Held Siegfried brachte glücklich den goldenen Hort der Nibelungen aus dem hohen Norden nach Worms, das Gold ward aber - daselbst in den Rhein versenkt. Ein Siegfried im an d er n Sinne zieht Herr Levysohn von WormS wieder nach dem hohen Norden, mit -dem goldnen Horte des Wortes Gottes, um es auch^zu versenken— in die Herzen seiner neuen Gemeinde. Amen."? Gestern Abend vereinigte ein öffentliches Local einen reichen Kreis seiner Freunde? in hiesiger- Gemeinde' bei einem Festessen, zu Ehren unsres hochgeschätzten Predigers. Herr MeloS/ Präsident' .des Vorstandes überreichte Letzterem im Namen seiner^ vielen Freunde einen prachtvollen-silbernen Pokal,- und unter den herzlichsten Glückwünschen trennte lsich die zahlreiche GeMschäft in später- Stundet Alle fühlten es,undvieleffprachen! es auö, daß unsrer Gemeinde nicht so leicht der Verlust ersetztwerden wird^ ^7n Auch wir begleiten -'unfern allverehrtett? Freund mit unfern besten Wünschen- und?indem? wir dem ällgemeinen Bedauern über?werd Weggang nünstrS^Freujl^ des unS anschließm/gratulireüGw der GLMeindOzü Stockholm zu dieser sslücklichenMaW Zeinen- Mann zu bekommen - welcher nehen anerkanntem gediegenen WiffeNi-.und^auSge-eichyetepr?Rkdnertsilent.einen:biedern- Charakte.r^.?und-adie höchste. Begeisterung? ffstr ^seinen Amtsberuf besitzt. , Der, Allmächtige geleiie. denselben und seine Familie aufder weiten Reise!/-?- / vr. Gernsheim. Bad Homburg, Ende März. (Privatmitth.) , Als ein Gegeifftück zu der Leidigem Mortara-Angelegenheit berichte ich Ihnen. etwas verspätet, .daß in Lerln bei Braunsels (Kreis Wetzlar, Preußen) zwei Judenkinder einer armen eingeschüchterten Wittsrau von? einem glaubenseifrigen protestantischen Pfarrer .als Convertitcn in sein Haus, ausgenommen wurden. Den rastlosen Bemühungen eines zu deren. Befreiung gebildeten Co- , mite s, an dessen Spitze Herr Hofagent 2oen> in Braunfelö, gelang es, bes der demPfarrer -Vorgesetzten Behörde zu erwirken, daß die Kinder wiedex. in Freiheit gesetzt wurden. Die Sache ist mir durch pme von obengenanntem Herrn' Loew im Spätsbmcker vorigen Jahres aufchiesigemPkatze zur weiteren Unterstützung der beiden Kinder unö''cherbnMuttLb'vetaü- .stalteten Collecte bekannt geworden. ' " Bei der vorjährigen Gedächtniß- Und Todtenfeler für. die einige'Wochess vorher verstorben? Ärwittchete Landgräfin Louise von HeM - Hombsirg^ (S&* zessch von Anhäit-Deffau),'eiMtMr wohlthätiAn!8ü^ stin, wurde auch unser Hekr Rabhindr Mich?dÄHristlichen Geistlichen vdn der Regierung aüsgbso^ert/ dine Trauerrede über Psalm 90. zu haltest, die ^dieser äüch in höchst würdiger und taktvoller Weist'Ähielt/ ^Ergötzlich war es nur, daß man damals, die hier noch übliche MizwoS-Versteigerung am Freitag Abend abhielt, da man für Samstag Morgen die Spitzen der Behörde erwartete, die sich astch wirklich! einfanden, und denen man das Schauspiel einer Versteigerung im Gotteshaus doch nicht geben wollte. Man steht hier demnach wohl die großen Mangel: - im Cultus - wesen ein, aber zwischenErkenntniß und? That ist noch eine weite, weite Kluft. Man will hier wie ca.. 400 Gulden -jährliche Einnahme von versteigerten Mizwos nicht schwinden lassen, damit dio directen Steuerwnicht