Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 23 (1859)
- Issue
- Heft 18 (25.4.1859)
- Date
- 1859-04-25
- Page
- Seite 262 (sequence 6)
- Language
- German
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262 Fürth gegebene -Derselbe wurde von-seinem Principale/ ob mit Recht! oder nicht, ist bis jetzt nicht erwiesen, beschuldigt, einen Gulden entwendet zu hciben und dieserhalb mit gerichtlicher- Strafebedröhtt! Der hoffnungsvolle Junge/noch;-nicht 14 Jahre ult, suchte sich nun durch einen-Sprung »in! die Pegnitz das Leben zu nehmen^ Wurde uabrr noch rechtzeitig bemerkt und glücklich den Fluchen -entrissen.*) --- K. Aus Mecklenburg- Strelitz^ im Marz. Privat mitth.) Vonden.mus -einer ansehnlichen Zahl von Bewerbern um die hiesige Landrabbinerstelle zur engeren Wahl gestellten d-r e'i Kandidaten: Herrn Prediger Zirndorf aus Fürth, -Herrn vr. Chronik-aus Posen, gegenwärtigzu.Hamburg, Herrn Rabbiner vr. Hamburger zu Neustadt in Westpreußen**) ist der Letzte erwählt worden... ^ßs^wflren,.denselben zu ihren Probepredigten "erst ^raP ihrer^ÄnÄinst' 'M ÄabbinatSfitze Strelitz Terte von EeMandtM Geiste gegeben worden. Dem Herrn Zirndorf fiel die Stelle Maleachi 3, 22. zu, welche derselbe mit - Geschmack und- Geist und in' einer blühenden Sprache behandelte und in einer anerkennenswerth gelungenen Weise ausarbeitete; auchließ seine äußere Rednertzewandtheit nicht verkennen, daß Herr Zirndorf' nicht'zum ersten Male das Wort GotteS vor-'einer Gemeinde -verkünden Herr vr. Hamburger sprach mit Beifall über Micha 6;\6. 7^. 8.,. und doctlmeNtirte in der Ausführung seines Tertes seine Richtung als eine solche, die dem Geiste der freien Forschung 'im Judenthume volle Rechnung zu tragen erlaube, fö daß den ewigen, unerschütierli-' chen Grundlagen unseres Glaubens durch Beleuchtung mit der Fackel! der 'Wissenschaft .nur neüer Glanz 'Und neue Anerkennung erwachsen müsse. - Herr Dr. Chronik — der nur mit einer'Stimme weniger als der Vorgenannte aus der Wahlurne hervorginghatte über den Tert Micha 4, 1. 2., der Derselbe ist ein Zögling der. F.ür.ther Waisenschule, aus der er erst vor einem halben Jahre trat.!'Weit, entfernt, dieser Schule deshalb einen Vorwurf zu machen, soll diese -Thatsache nur constatirt werden, weil man so gern der- -jetzigen Unterrichtsweise die Schuld beimessen möchte, während in genannter Schule noch nach alter Manier Unterricht im Talmud, der Misch na rc. ertheilt wird, und die Zöglinge, gehalten sind, dem im Hause abgehaltenen Gottesdienst regelmäßig zwei Mal täglich beizuwohnen. . .. ... Der Corr.-. ’ **) Verfasser des Geistes der Hagadah. - * < sich auch Jesaja 2, 2.; 3. findet,' zu sprechen. kuDieser Tert enthält die messianische Idee. Der Redner hat ' darinseine Ansichten-über-Vergangenheit, Gegenwart - und Zukunftdes Geistes des Judenthums, von phito-? sophisch klaren Gesichtspunkten aus in großen Umrissen; verbreitet, und zwar in eben so allgemein faßlicher! Sprache, als in WetischMreisenM Werst. Es konnte darum auch nicht fehlen, daß' dieser -Vortragder überdies -auch durch ein kräftiges, klangvolles Organ gehoben war, den denkenden Theil der Zuhörer mit Be- - geisterung erfüllte, — einer Begeisterung , die um - so erfreulicher erscheinen muß, als sie nicht dem Redner allein,, sondern auch dem Judenthume -gezollt wurde. „Ist wirklich das Judenthum, ein solches intellectuellethisches Pxincip, so zukunftreich und weltbeherrschend?" sragten sich sonst.für Judenthum indifferente und dasselbe geringschätzende christliche Männer. Und es war sicher wohlthuend und erquicklich,, wahrzunehmen/ wie hier in Wahrheit ein Triumph der religiösen Idee, des Judenthums bereitet war, — jener Idee, die so wenig gekannt, noch weniger, gewürdigt wird^ Wir zweifeln nicht,. daß: Herrn. Dr;}.Chronik;bei seiner: eben so bedeutenden. - classischen Bildung und seinem philosophischen Kopfe., wie seiner, in unserer Zeit zumal, immer seltener werdenden Kenntniß des Talmuds und der rabbinischen Literatur, bald ein bedeutender Wirkungskreis wirb eröffnet -werden. ■ : Von unserem -nunmehr landesherrlich. bestätigten Landrabbiner Herrn?0r. Hamburger erwarten 'wir/ daß er im. Geiste seiner Wahlpredigt des - wahren Judenthums kräftig wirken werde „ - des Jud.enthmns, das vor mehr als einem Decennium bei uns angebahnt wurde, und seinen Ausdruck fand in 'der Verbesserung unseres Cultus durch , deutschen Gesang und Orgelbegleitung, in allsabbathlicher deutscher Predigt und in einer gehobenen Unterweisung! unserer Jugend in der Erkenntniß Gottes und seines Wortes. Möge diesen Mann aber, der .übrigens die Erfahrung gen eines längeren praktischen- Wirkens uns zubringt,! vor Allem der Geist W Friedens, der Geist der Versöhnung beseelen, damih Mnstre! vielgeprüften.Gemeinden in seiner Leitung endlich einen festen Halt für ihr sittlich-religiöses Lebengewinnen dürften..-, Fürth, 9. März. (Privatmitth.): Nicht um die bayerische Regierung - einer allzu'großen Judenfreundlichkeit zu beschuldigen —-idenn dieser Vorwürf-wäre'