Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 23 (1859)
- Issue
- Heft 18 (25.4.1859)
- Date
- 1859-04-25
- Page
- Seite 260 (sequence 4)
- Language
- German
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26« hältniß dieser ^beiden Acte sti nun?das folgende^? Der bürgerliche: .W gelte-,alö Nebensache, der religiöse als Hauptsache-,,. obgleich - derselbe keine bürgerliche Wirkung > habe. Daraus entstanden mannigfache Uebelstände., Der. Herr Iustizminlster habe. aus dem Kreise der Dissidenten zwei frappante Falle angeführt. -Nun sei ihm noch in diesen Tagen her Fall vorgekommen, daß Kinder in das hiesige jüdische. Waisenhaus ausgenommen werden sollten; es habe sich aber herausgestellt, daß die Eltern nur kirchlich, nicht bürgerlich-,getraut gewesen. Da nach den Statuten uneheliche -Kinder nicht ausgenommen werden, dürften, so seien diese Kinder als - gesetzlich uneheliche nicht ausgenommen worden. Strafbestimmungen seinem Anträge zuzufügen, habe er nicht für geeignet gehalten; düs widerstrebe dem ganzen, Tenor des Gesetzes. . Eventuell könne die Bezirksregierung auf Grund des Gesetzes vom Ilten Marz 1850 .eine. Strafe, bis 10 Thlr. an drohen, falls es nöthig sei; das■ sei? genügend, da die gegen das Gesetz handelnden Geistlichen bona fi.de handelten; in Beziehung auf Freiheit in religiösen Dingen - weiche er wesentlich von dem Abg. für Stettin ab. . : j [ ,. Berichterstatter Abg. W e ntz el vertheidigt die,Eommissionsfassung, die dasselbe erziele, wie das Amendement. 7— Die Abstimmung über das Veit'sche Amendement ist zuerst zweifelhaft.. Der Präsident (Graf Schwerin hat . wieder? den Vorsitz übernommen) will zählen lassen, weil bei der ^lückenhaften Besetzung i des. Hauses"/ die Majorität? nicht zu -ermitteln sei; die Bänke füllen sich rasch wieder und nun erklärt, der Präsident die Majorität für unzweifelhaft g eg e n daS Amendement. Dafür stimmen die-Minister.,- Der §. 13. wird darauf in der Commissionsfassung angenommen. . Wir wollen diese Rede nach ihren einzelnen Sätzen nicht kritistren. Nur dem Fall, den Dr. Veit anführt, müssen wir noch einige Worte widmen, die natürlich die Sache, nicht den Herrn Abgeordneten selbst betreffen. Wie tief'muß der jüdische Geist gesunken sein, wenn die Juden selbst für „uneheliche Kinder" diejenigen erklären, die.einem religiös getrauten Paare entsprossen sind, welches aus Unwissenheit die Civilehe versäumt hatte! 'daß eine jüdische Waisenanstalt , deshalb diese Waisen aufzunehmen 7 verweigert! Vor solcher Augendienerei, vor solcher Kriecherei: gegen das bürgerliche Gesetz sträubt sich has Haar! Das bürgerliche Gesetz kennt und will nur kennen bürgerliche Folgen aus der Vernachlässigung der Civilehe, sicherlich aber; nicht konfessionelle Folgen innerhalb einer Confesston selbst, so daß eine konfessionelle Anstalt hie . armen Waffen' deshalb-vondie?Thüre? setzet So unerbittlich ist kein Staatsgesetz,? so unerbittUch ,können nur doch: mäßigen, wir uns 7777- >ist doch?so jedes Wort an solche Juden verschwendete Man. sieht denn auch, in den Fällenwelche Kinder der Dissidenten betrafen, konnte die Gnade des Regentendie .Härten der Vernachlässigung eines —• doch: nicht zum -Criminalcoder gehörenden Gesetzes beseitigen. Wessen Gnade, aber könnte die Härten einer —, jüdischen -— Waisen-Anstalt-beseitigen! Man denke sich einen solchen. Fall - hei - Katholiken, was . würden Katholiken,; was katholische Seelsorger da gethan, haben!! Aber freilich l. jüdische Seelsorger, jüdische „Geistliche", die haben,: nach dem bekannten Ausspruch eines der Herren „Rabbinats.Verweser" - in- Berlin — nur „ihr Stückchen Fisch zu -essen- und ihr: Schnäpschen zu trinken, und sich um nichtszn: kümmern" ..... Traurig, traurig! Das mochte die hohe -Versammlung wohl auch gefühlt haben, und, antwortete * hem: Amendement des vr. Veit, indem sie as : verwarsi-777 7, . Die israelitische Dibel - Anstalt zur Herstellung und Verbreitung Wohlfeiler Dibeln. Spenden zur Stereotypirung einer wohlfeileyi hebräischen und hebräisch-deutschen Bibel: Rabb. vr. M. Duschak in Gaya 7 G.----4 Thlr.20Ngr.;Emil Reckend orf in Schnaittach von, 18, dortigen Israeliten 14 Fl., er selbst 1 Fl. --- 8- Thlr.? 17 Ngr. 2 Pf.; A. Bomeisler in Floß als erster Beitrag? 1 Thlr.*); A. Hilberth in Niederstetten 1 Thlr.; LehrerM.-Eppstein in Saarw ellingen von der Gemeinde-Il/2 Thlr,, von der Familie Lazar 3^/2, von Cahn in Hüttersdorf 1 Thlr., zusammen 6 Thlr.; Lehrer E, Dra unschweig in Peckels h eim von S., Ransohoff 1 Thlr., I. Heineberg 1 Thlr., C. Löwenstein ,7a Thlr., - P. Rosenthal % Thlr., A. Löwe 7* Thlr., S. Weinberg V- Thlr., Wittwe Ransohoff ^2 Thlr., I. Neu bürg 3 Ngr., Jsr. Weiler 1 Thlr., D. Weiler ^/2, Thlr., Jos.Weiler 5 Ngr., Braunschweig 7 Ngr„ zusammen 6- Thlr.; Julius Philippson in Magdeburg 10 Thlr.; Jacob Bähr in Th0ley ,4 Thlr.;, Ungen. in Fellheim 1 Thlr.; Baruch Ucko in Städtel (Kxei^ Namslan) von *) Es war uns sehr erfreulich, von dem gesch. Herrn zu erfahren, daß mein würdiger Colleges Herr' Rabbiner Wittelshöfer in Floß, für diese h: Sache thätig ist. DieMedaction.. .