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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1859-04-18 · Heft 17 (18.4.1859) · p. Seite 250

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
23 (1859)
Issue
Heft 17 (18.4.1859)
Date
1859-04-18
Page
Seite 250 (sequence 10)
Language
German
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250 zahl Mtrug wei: Schluß des nun ablaüfenden Semesters M7 Schüler, die Gesammtzahl der. wöchentlichen Unterrichtsstunden 275/ die Zahl der Classen 9, von denen die, erste ihre-Zöglinge zur Tertia der Gymnasien und direct ins bürgerliche Leben entläßt Einen besonders wichtigen. Gegenstand behandelt die dem Berichte vorausgeschickte Abhandlung des Rectors Horwitz „ üb er di e O r g ani fir ung d es Stipe ndienwesens der Schulkinder", deren praktische Ausführung 'bei der bewährten Energie ihres Verfassers und dem. bekannten, Wohlthätigkeitssinnder jüdischen Gemeinde sicher zu erwarten ist. Berlin, 27. März.. (Privatmitth.) Der CuluSminister Herr v. Bethmann-Hollweg hat eine amtliche Denkschrift über die: Stellung der Dissidenten (freie Gemeinde, Deutsch - Katholiken) erlassen. Dieselbe ist für uns: kein Gegenstand der Mittheilung oder Beurtheilung. Nur eine.Stelle ist auch für uns von Wichtigkeit. Es heißt da: „Auch ein Recht der Kirche, die in ihr getauften' Kinder gegen den Willen des Vaters, in der Lehre derselben : zu 'erziehen ün d zu confirmiren, kann nicht anerkannt werden." Hierzu macht selbst die „Augsb. Allg. Zeit." die Bemerkung: Letztere Bestimmung ist Angesichts der Mortara-Angelegenheit von i besonderem Interesse." Hierbei wäre aber nicht zu vergessen, daß in der Denkschrift deö preußischen Ministers es sich sogar um Kinder handelt, die als Christen geboren, und getauft, worden, während der kleine Mortara heimlich von einer. Magd, ohne Wissen und wider Willen des. Vaters getauft worden!; Oesterreichifcher Kaiserstaat. Wien, 8. April. Die Reactivirung jenes Hofdecrets aus. dem Jahre 1817,- das den Juden', die Haltung christlicher Dienstboten verbietet, ist ein zu wichtiger Gegenstand, als daß wir uns mit den Mittheilungen in No. 15. und 16. d. Bl. darüber begnügen sollten. Die „Augöb. Allg. Zeit." enthält eine Reihe .Correspondenzen, die wir hier den Daten nach folgen lassen. 30. März.; „Es geht das Gerücht: die Regierung habe sich durch überwiegende Gründe bestimmen lassen, auf die Reactivirung des bekannten, seit, langer Zeit außer Wirksamkeit getretenen Hofkanzleidecrets vom Jahre 1817, welches wem christlichen Gesinde verwehrt, Dienste bei Juden zu'nehmen, zu verzichten. Anlaß dazu hat wahrscheinlich der Umstand gegeben, daß Bedenken gegen wie Maßregel von mehreren Seiten, wie es heißt, auch von den Vertretern der; hiesigen Jsraelitengemeinde,'angeregt und der Regierung zur geneigten Erwägung empföhle wurden. Man dürfte indessen zu viel erwarten, w enn man die Sach.e für aufgegeben halt.*) Die Wiedereinführung , des Gesetzes wird von einflußreicher Seite betrieben, und die Staatsgewalt ist wohl kaum in der Lage, diesem Ansinnen auf die Län g e W i d erst and zu l ei st en.**) Höchstens wird sie iiu Stande sein, das Gesetz durch einige Auönahmsbestimmungen zu mildern." 31. März. „Der Wanderer freut.sich,' seinen Lesern mittheilen zu können, daß daö Hindrängen nach Auflösung des wechselseitigen Dienstverhältnisses zwischen Christen und Juden von maßgebender Seite zurückgewiesen wurde, und daß also. das Hofdecret von 1817 auch im Jahre 1859 außerhalb jeder Reactivirung bleiben, werde. Nach einer Correspondenz der N. Pr. Z. wäre jenes Ansuchen von.-zwei Seiten, nämlich von der katholischen Kirche und von strengen Israeliten ***) gleichzeitig gestellt worden. Ueber den Eindruck, den die Nachricht von. der beabsichtigten Reactivirung jenes Deerets in Berlin gemacht, wurde der Oesterr. Ztg.,geschrieben: Hier hat das bloße Gerücht in den dabei zunächst betheiligten Kreisen, tiefe Verstimmung erregt. Auf der hiesigen Börse ging ein Schreiben eines berühmten. Frankfurter Banquierhaufts' von Hand zu Hand, welches darin.mit Bezugnahme auf obige Nachricht Auftrag giebt, seinen bedeutenden Privatbesitz an Creditactien zu verkaufen, um, so viel an ihm, seine Geldintereffen von .denen. Oesterreichs zu trennen. Es droht mit einer Agita- *) Dieser Satz der „Ä. A. Z." darf ja nicht übersehen werden. \ Red. d. P. Z. d. Jud. '**) Aus was für einer Feder diese Worte geflossen sind, braucht wohl nicht angedeutet zu werden! Was man wünscht, setzt man als gewiß voraus. - Red. d. A. Z. d. Jud. ***) Das ist sicher eine Lüge der N. Pr. Z., denn so Etwas verlangt der orthodoreste Jude nicht. Bedarf doch dieser einer christlichen Hülfe am Sabbath erst recht. Red. d. A. Z. d. Jud.

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