Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 23 (1859)
- Issue
- Heft 16 (11.4.1859)
- Date
- 1859-04-11
- Page
- Seite 233 (sequence 7)
- Language
- German
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der' Zöglinge Wtsi 453 Knabenuni) 212 Mädchen': — Ferners Vierter Berichtüber die Religionsschüle der jüdischen Gemeindein Berlin, von dem Dirigenten Dr. Rofin. Die Schule ist in fortgesetztem Wachsthum begriffen. ' Sie wurde'' dvn 128 - Schülern und -117 Schülerinnen, also 245 'Z öglingen-' besucht,' demnächst'- von 45mehr als ini Vorigen 'Jahre. Freilich ist diese Zahl, wenn'wir auch die' 750 -Zöglinge der beiden-' andern jüdischen GemeindeschüleN HhinzurechnenH noch -eine 'geringe-Zahlgegen die circa ,3000"Judenkinder in Berlin. Jndeß ist es schon als ein MteKi-Zeichen - zu betrachten, daß die vor 5 Jahren gegründete Religionsschule Bestand hat und sich fortdauernd hebt.' ,.. M agdeburg f 1. April, rpsb» irö Die Kaiserkrone. Drei Predigten, von Dr. S..L. lSchwabacher, Prediger. . Lemberg 1850. Daß Heft enthalt, zwei Predigten, ,.die, am. Geburtstage.'des regierenden. Kaisers 1856 u.nd.185^, und.eine Predigt, die. am Geburtstage des. Erbprinzen am 21. Äug. 1.850 gehalten wurde. Zwei Eigenschaften, zeichnen die Predigtweise des Dr. Schwabacher, so auch. die. .vorliegenden. Predigten,. aus, ..und bekunden ihn als .einen Meister des Worts: der erhabene Schwung der Rede, der jedoch ,niemals zum Schwulste und. leeren Wortgepränge wird,, sondern die ganze gedankenreiche und sinnige Kraft und Fülle. der deutschen Sprache, entfaltet, und zweitens. der Scharfsinn,, mit welchem er das .Bibelwort auf die vorliegende Veranlassung anzuwenden weiß, ein Scharfsinn,^ der fich jedoch.hüteir muß, nicht bisweilen zum Witze zu . werden. . Nechnen.wirhlerzu, daß vr.Sch. nicht,einigen , neuern Rednern folgt, welche. es für genial halten, sich dem -bloßen.Redeflüsse zu überlassen, ohne an logische Anlage'Md kunstgerechten,. wenn auch natürlichen Bau der -Predigt. zu, denken, wodurch jene freilich ihre Ansprachen .nichtzu einem fruchtbaren und dauernden Segen, verbreitenden Ströme, sondern nur zu einem überschwemmenden Flusse machen, der sich bald wieder verliert. Vielmehr hält vr. Sch.'guWnewohldUrchdHte Dispofition, welche darum bei dem Reichthury seiner Redendem Hörer die Gedankenfolge zu erfassen erleichtert - - Es -ist bekannt, daß gerade. Gelegenheitspredigten-, zu. dem schwierigsten Theile der Homiletik gehören.. Diese mit G.eist, Energie und Neuheit zu. behandeln, .ist ein wirkliches Zeichen..eines begabten RednM-- /3n. dieser Beziehung können, wir daher Zm so mehr'..vaD.vMegirnde.Lestchen'.empfehlen: - ' Magdeburg, 1. April- Bon zwei jüdischen Gelehrten in Berlin, den Herren DD. M. Lazarus und H. Sttinthal, ist daserste Heft einer neuen-Zeitschrift-für „Völkerpsychologie Und Sprachwissenschaft" erschienen. Der erste l dieftd Männev hat sich durch seine Schrift „Das-Leben der Seele"', so wie der Zweite durch seine linguistisch-philosophischen Arbeiten einen bedeutenden Ruf erworben: - Die Bestrebung: derneuen Zeitschrift geht dahin: die -Völkerpsychologie- - als eine Wissenschaft zu - begründen deten Aufgabe es sei: „diejenigen Gesetze deS menschlichen Geistes zu entdecken, welche zur Anwendung kommen, wo immer Viele als eine Einheit leben und wirken."- r Das erste > Heft enthält einleitende Gedanken über Völkerpsychologie von den beiden Herausgebern, über die unpersönlichen Zeitwörter von Steinthal und literarische Anzeigen, von Lazarus. Näher einzugehen, ist hier nicht der Ort. Einzelnes fiel uns auf. Kann z. B. ein Philosoph! in unserer Zeit noch sagen: „das Wesen des natürlichen Geschehens ist blinde -Nothtvendigkeit, das. der geistigen Geschichte Freiheit —"?? Was heißt das,: Nothwendigkeit? In der Natur waltet allein Gesetzlichkeit im Größen und Kleinen, allüberall. , Noch weniger kann man diese „blind" nennen, da in allen Gebilden und Processen der Natur die Zweckmäßigkeit , zu -erkennen ist. Wo aber Gesetz und Zweck, also ein leitender und beherrschender Gedanke, da kann man nicht von „blinder Nothwendigkeit" reden. Eben, so wenig ist-es-wahr, was folgt: - „die Natur lebt in einem strengen, mechanischen Ablauf, und einem organischen Kreislauf ihrer gesetzmäßigen Proteste: fie wiederholen-fich ewig von Neuem; die Wiederholung ist nur die Wiedererzeugung des. schon Dagewesenen: es entsteht nichts Neues." Dies ist der kurzsichtige Blick früherer Naturanschauungen. Auch in -der-Natur findet .eine beständige Entwickelung statt, und wir kennen jetzt die.Geschichte unserer Erde fo weit, daß. von -einer Wiederholung des Jmmerdagewesenen nicht mehr die Rede sein kann. .Wir wissen auch sehr wohl/ daß iyuner neue Weltkörper in.der Bildung begriffen sind, wie die Kometen. . Man kann auch nicht blos sagen, - daß sich zwei Geister niemals-ganz .gleich find, sondern auch von zwei Blättern an einem.und. demselben Baume.! Im Gegensätze, giebt es. auch auf dem Gebiete: des: Geistes Vieles, was fich immer wiederholt/ und zahllose Menschen, sterben, ohne daß der Genius des Menschengeschlechtes - oder, des Volkes, in ihnen einen -Fortschritt erfahrew hat: Ebenso: wenig können wir .beistimmen, wenn eS S: B8^ geradezu - heißt : ^Man täusche fich auch darüber nichtr- MS - V olk -hat seine Religion; die Ka- , il'r-l'