Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 23 (1859)
- Issue
- Heft 13 (21.3.1859)
- Date
- 1859-03-21
- Page
- Seite 187 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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187 gWöHe^ Aörden^kaim^ -Die Berufuiiig auf den großen Namen'^tein'S'chät mich an - dm alten Satz erinnert, daß ein^größer'Mann bon einem Theile' der' Nation in den Mömenkess stiMWröße^-von Mn'ichldern in den Momenten^ seines Verirrüsig angerüfenwird, gleichwie es NätioüWgiebt/die dieSöuneänbeten, nicht' wenÜ sieMarund hell /sthrink,? sondern^ ivenn sio^ öerdWkÜt -M' '-Wenn'-das Eigenthum ' ain Grund ^undu Boden-die-Stelluüg' einnehmen soll"/ -'idelche-die^; Mitglieder'1ener(der linken). Seite ihm Leilegen, wie ist es dann möglich, daß man - Zemans dem man das Eigenthum uicht önrreißen kann, dieMonfequenzest - desselben entreißen will? Man' thut^danst. klüger, zu den Traditionen des 14. Jahrhunderts zurückzukehren, 'und zu sägen,' die Juden können weder wöbilcs noch Unmobiles Eigenthum erwerben und müssen,' was sie schön erworben, wieder herausgeben. Ich Höffe, daß Ansichten, wie die eben gehörten, hier immer seltener werden? daß-einem Volke seine-Rechte gewährt werden, -welches herübergekommen ist, wahrscheinlich von der Wiege des Menschengeschlechts, stanz -gewiß aber von -der Wiege -der christlichen Religion: - (Bravo.) Abg/ st- Blankenburg:- Die Erklärung, welche der Herr Justizminister heute abgegeben, scheint mir mit der 1858 'abgegebenes - nicht in Uebereinstimmung zu stehen. Sollte der Herr Justizminister früher diese Ansicht im Ministerium geltend gemacht'haben, so istnur zu-bedauern, daß er sienicht mit größerer Energie geltend gemacht hat. Die Angelegenheit würde iins damr nicht 8 bis 9 Jahre beschäftigt und so viel Vöfts gemacht haben.;Der Abg. Veit -befindet sich im Jrrthüm darüber, daß ich die Juden mit den Dissidenten in eine Linie gestellt habe. Mir ist ein Jude, der an den Gott Abrahams/ Isaaks und Jakobs glaubt, viel lieber als ein Atheist, mag er getauft oder ungetasift feinu Was ich beabsichtigte, war, 'mich dagegen zu verwahren/ daß diese Angelegenheit auf dem Wege des Reskriptes und nicht der Gesetzgebung' erledigt werde. Wenn der ^Abg: SiMson der. Ansicht ist, daß' meine Ansichten nicht auf Billigung im Lande rechnen können, so wird der Erfolg für das Gegentheil sprechen. Das will ich noch sagen, daß es ein preußisches Grundrecht ist, daß kein * Jude über Christen RegierungS - und Obrigkeitsrechte auSübe.f (Lebhaftes Bravo ^aus den Bänken' der Fraktionen w/ Pücklep/v/Arnim und v. Blankenburgs Nachdem der Abg.- G rabow noch für den Commisfionsantrag gesprochen/' wird die von der Commission beantragte' Tagesordnung ohne Abstimmung angenommen. - Aus der Petitionscommisfion wird berichtet: Moritz! Mamrö th und 29' Genoffen in -Poseir petitiomren:' /,das i gegen die jüdischen Wahlmänner'desWoftweriWahlkreistS ' respektive gegen die Juden des RegierungS-Bezirks Posen vor und nach der^Wah^ uiw^mBeziehung;zurrWahl von dem Regierungs-Präsihenten h/ Mirbach eingehaltene Verfahren einer genauen MnterfüchungAu Unterwerfen und dahin zu wirken, daß derselbe zur Verantwortung gezogen werde." ( Nach Wigabe der PetetttenHak^derMegierüUgSpräsivent v.' M.-Äin amtliches'CircularUnlsämMtliche städtische Beamte und Lehrer in Posen erlassen,', worin es hieß/ die 'Regierung erwarte, 'sie''würden^ entweder^,im - Sinne der Regierung" 'stimmen ödersich der Abstimmung Enthalten; andernfalls behalte sich die Regierung das Weitere vor. Was Herr v. M. unter /,im Sinne der Regierung" verstehe/ erhelle (sagen-die PeteNttzn) daraus, daß er später an der'Spitze des CentralcomiiSs für „konservative-^i-Wahlen als Candidaten den der-Stahl-Gerlach'schen Partei: an^ gehörenden Landrath v. Reichmeister und den derselben (sehr nahe .stehenden Gutsbesitztzr Mollard in Vorschlag gebracht habe. - Die -Mdischen Wähler >hätteni natürlich die Wahlen solcher Männer vereiteln müssen,/,die nach ihrer bisherigen parlamentarischen Thätigkeit die schrankenlosesten' Feinde der bürgerlichen Gleichstellung' der - Juden geweftn." Ferner habe Herr v. M. in einer Vorversammlüng 'auf-das Gerücht hin, baß (.die Juden vielleicht mit -den: Polen stimmen würden,' „mit drohender Geb erde" - die Worte gesprochen: „wenn - sich die-Juden das unterstehen, sosoll es: ihnen theuer. zu stehen kommen" , Worte, welche gehört zu haben - der - Justizrath; Tschuschke an Eidesstatt; versichert.- Bei der Wahl find die „conservativeN^-'Eandidäten; unterlegen. ^Nach der Wahl sei' von; der Poseneb Regierung gegen'die Juden in einer Weise' verfahren/ daß matt einen „ursächlichen Zusammenhang" mit jener Drohung darin.' finden müsse. An einem Tage (18. December) seien Me-: len jüdischen Hausbesitzern in Posen Capitalien-/ diezur ersten Stelle -eingetragen/ ohne Angabe irgend Zeines: Grün-' des gekündigt. Ferner seien durch Circular - Erlaß vom 12. December sämmtliche Landräthe angewiesen - worden, bei der Ertheilung von Gast- und Schankwirthschafts- Concesfionen an Juden immer"'erst-die Genehmigung^ der: Regierung selbst einzuholen. Die Commission ist der An-i ficht, die Petenten ' hätten sich-'erst an den-Ministers des Innern wenden müssen / und' empfiehlt, daher Tagesord-i nung. — ' ‘ ■ ‘ * - ‘i j : >'* ' Außer den in voriger Nummer bemerkten gingen/seitdem i wieder Autorisationen: zur Petition andas; -Könsgl: f Staatsministerium von folgenden Gemeinden ein:(Ehorn,l