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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1859-03-21 · Heft 13 (21.3.1859) · p. Seite 185

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
23 (1859)
Issue
Heft 13 (21.3.1859)
Date
1859-03-21
Page
Seite 185 (sequence 3)
Language
German
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185: Gabe Gottes'an unserm Stamm, /und durch unser» Stamm andiegänzeMenschheit!EhemalsstiftetenisraelitischeReiche großes Summen.zum-Druck des Talmuds» zu Mblotheken. Werdet Ihr Mchts für die Bibel thun mnd l für-die Hum< dorttausendr, dieihrer bedürfen? Nun, Ahr Rabbinen und Lehrer/' für EureSynagogenund Schulen sollen Bibeln geschafft werden))-werdet Ihr müssigEeiben? Ihr wisset» die - reichen Juden--leftnselten-dirse Blätter — so ist E- Eure Sache,- diesen Aufruf zü verbreiten.- -Es' stehen zn dieseck Behufe -Euch Eremplare desselben zu- Gebote. - A b er rasch zur Th at. Es gilt hier kein lange und langsam vorzubereitendes - Werk: Sobald. dieMittel dazu vorhanden, kann morgen angefangenwerdrn - Darum zö-l gere -Niemand. ' ..... - - -'Gottes' Segen mit diesem Werke!/- - vr. Ludwig Philippson. . .. Preußen. .; Indem wir heute eine Verhandlung im Harrsd der Abgeordneten-über: einen die Juden betreffenden Gegenstand mitzutheilen haben, wollen wiineinige Bemerkungen voranstellen. r.'T :vi:: Der gegenwärtige -Führerder Gerlach- Wag'ener'scheN Partei im Abgeördnetenhause,' v. Blankenburg, schloß seine Rede mit den Worten: „Das will ich noch sagen,, daß es ein preußisches'Grundrecht ist, daß kein Jude über Christen Negierungs - und Obrigkeitsrechte ausübe."- Dieser Ausspruch wurde mit-lebhäftem Beifall von den Männern seiner Fraction belohntt Wahrscheinlich, trage»: die Männer'dieser Partei den gedachten AuSspruch als etwas Prägnantes weiter, undds istbekannt, wie leichtein etwas^ blendender Saß die Geister zahllös Schwankender befangenhält: Beleuchten wir ihn daher mit:einigen Worten Was heißt das:- „Ein preußisches Grundrecht?" Wie kommen die Herren der Kreüzzeitung auf einmal zu ^Grundrechten", denen sie sonst den-Tod geschworen?! wo aber find die preußischen Grundrechte -verzeichnet? Doch wohl nirgend anders als in der VerfaffungSurkunde? -Auf. die in dieser Verfassung ausgesprochenen-und durch sie begründeten Grundrechte hin ist Herr v. Blankenburg ein Stück Gesetzgeber geworden, und kann nicht allein mit debattiren, sondern auch votiren über die Gesetze des preußischen Staates. Ohne diese Verfassung, weiß er ja, wäre er in dieser Beziehung eine Null. Diese Verfassung und die in - ihr verzeichneten Grundrechte hat Herr v. Blankenburg beschworen. Nun » so muß > er doch wissen,- dast-es' ein preußisches Grundrecht ist: „alle Preußen sindnvor dM) Gesetze gleich^ und^glle. Dretchen haben auf Regierungs -/und Dbrigkeitsrechte gleiches Anrecht. Wenn das abgetretene Ministerium dio Ausführung dieses Grundrechtes chintertriehenMt» so,übten fio eben kein Grundrecht, sondern ein-Unrecht, -, - »// Ferner: »kein Jude soll über.Christen- Regierungs- und. Obrigkeitsrechte ausübend" Die Quelle allep Regierungs-, und Obrigkeitsrechte in Preußen ist dekiMnig^ AlleDietenigen, - welche)Megierungst-- und Obrigkeitsxechte auSüben, thun dies nicht, weil ihnen aus irgend einem eigenen Rechte jene zustehen) sondern weil -sie ihnen vom .Könige übertragen worden, weil der König - sie als feine Werkzeuge, zur Ausübung der Regierungs - und ObrigkeitSrechte, bestellt hat.:: Es übt also kein Christ über Juden, und kein Jude über?ChristenlRegierungS.» «ndKbrigftrMech.t§'a«-,..soy5dern nur - Preußen über Preußen, als Stellvertreter und Werkzeuge-cheS Königs; und. eh kommt hierbei nur auf den Eifer und die Treue, an» womit die vom Könige ,guferlegten Pflichten erfüllt, und die vom Könige.übertragenen Rechte nicht überschritten werden. Daß chie ,Gewissen-, Hastigkeit kein Vorrecht und Privilegium einer besondern Religionsp-rtei ist, ist bekannt. Die weltliche Verantwortlichkeit^ und Strafe besteht für Alle gleich./ An diesen Gedanken/ daß . es außer/ der - königlichen Gewalt, keine Regierungs.- und Obrigkeitsrechte giebt, einen Gedanken,, der doch in Preußen nun schon so, alt. ist, kann.sich die Junkerpartei noch immer nicht gewöhnen. , - Sollte - aber der Ahg.- p. Blankenburg meinen, daß. es zwar leider! geschriebenes Grundrecht ist, daß-Mch.die, Juden auf Staatsämter Anspruch hätten/ das- Volk aber.dieses. -Recht, nicht wolle, sondern verabscheue, so.verweisen wir ihn nur auf die Geschichte Preußens seitdem, Jahre 1843 » wo aus den gewichtigsten christlichen - Kreisen» die eifrigsten Anstrengungen begannen, um die /bürgerliche Gleichstellung der Juden zu erlangen, wodie bedeutendsten Stävte Petitionen - an die P r o v in.z i q l» L a n d ta g e richteten, und wo diese Provinzial-Landtage, selbst mit großen Majoritäten für/die Gleichstellung her Juden votirten, waS im Jahre 18.45. sich..wiederholte. fiEp/kann sich darüber in unserer Schrift:. „Der Kampf herpreußischen Juden für die - Sache der Gewissensfreiheit,. Magdeburg 1856" unterrichten, und -wir führen dieMeigniffe aus - den -Jahren 1843■; und, 1845 an,/damit derMg. p. Blankenburg sie nicht dem Revoluti onsschwindelpon -18.48 zuschreibe..-—/,-7t--. .Sitz un g des Ab ge ordnet enhaus es vom 84c n M ä rz. Bei: der. bereits besprochenen-Petition des -jüdischen 13*

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