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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1859-03-07 · Heft 11 (7.3.1859) · p. Seite 159

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
23 (1859)
Issue
Heft 11 (7.3.1859)
Date
1859-03-07
Page
Seite 159 (sequence 11)
Language
German
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m der Minister^ darauf ihnen, um. die wahren . Absichten der kleinen Rabbinen. kennen zu lernen-: . ,^AZenn Ihr eS wünscht, werden Einer oder Mehrere -von, Euch dem Comite beigegeben werden, um die in/ die Hände der Kinder gegebenen Bücher, zu prüfen. Wenn Ihr .gegründete Klagen, gegen die Lehrer vorzubringen habt, wird man sie. durch andere; ersetzen. Sprecht/' -r,' :!../-.■■ , Wir hqben schongeantwortet/' ....... . . „Aber es.. giebt noch andere Israeliten, die das Französische studiren; die z. B., die in der kaiserlichen medicinischen Schule erzogen sind." „— Die sindin dieser Schule durch den Willen des Sultans." .? „Aber der Sultan will auch,, daß Eure Schulen bestehen."., - ... Dann müssen diese auf Kosten der Regierung und nicht auf Kosten -per Gemeinde-Hestehen^" . Hair-Ullah .schloß die Sitzung, indem er den Befehl gab,. die geschloffene Schule wieder offen zu halten,. und scharfe Strafen gegen die Uebertreter androhte. Die Schule ward wieder geöffnet, ungefähr 60 Schüler versammelten sich; zwei. Tage darauf zählte man nur noch 20. Das Manöver der kleinen Rabbiner hatte wieder begonnen. Dieser Bericht stützt sich wörtlich auf den Bericht des Unterrichtsministers an den Großvezir. Allerdings traten die 5 Oberrabbiner von Konstantinopel .dazwischen. Dieses, oberste rabbinische Tribunal erließ eine Acte voll Festigkeit, worin sie die wahren Ideen des Fortschrittes aussprachen, die Anmaßung der kleinen Rabbiner von Haß-Kem, „von denen Viele sich diesen Titel unrechtmäßiger-Weise aneignen", verurtheil- ' ten, den Bann, den!jene ausgesprochen, aufhoben und erklärten, daß die- Erlernung fremder Sprachen der Jüdischen Religion nicht entgegen sei. Jndeß dieser Aus^ spruch der 5 Oberrabbiner that gar keine Wirkung, und wie gesagt, die Schule eristirt nicht mehr. Dieser Vorgang beschränkt seine Wirkung; nicht mehr: auf Konstantinopel. Die Schule in.Smyrna wird nich t eröffnet,.chas Rabbinercorpsdieser Stadt setzt sich dem entgegen^ —-So weit die „Presse d’Orient“. Jndeß müssen wir hinzufügen,! daß es. der Fanatismus doch wohl'nicht allein ist> der-diese traurigen Vorgänge.her^ vorgerufen. Diese sogenannten kleinen Rabbinen sind wohl nichts Anderes als die Melamdim, welche durch das.Wachsthum -der- Schule und die Ausbreitung ihrer Tendenz um ihr: Brot zu kommen fürchteten. So lange die. Sch ule. unbedeutend war,' und die Aufmerksamkeit der jüdischen Masse noch nicht, auf.sich gezogen hatte, duldeten..sie dieselbe, um der- Männer, willen, die an der. Spitze ftanden. Nachdem sie über zu 150 Schülern herangewachsen , da sie nun. , ein neues /Gebäude mit E Schülern .eröffnen und eine Mädchenschule hinzufügen wollte, mußten.die Chedarim in ihrer Existenz sich - bedrohtfühlen.. Dieses Motiv hat sicherlich am meisten mitgespielt. *) . . ... . Abhandlungen verschiedenen Inhalts. Äctenmäßige Darstellung des kurzen Daseins einer jüdischen Schul-Commission in der Berliner; Gemeinde 1826. ■ ■; (Ein Abschnitt aus meinem Wirkungskreise.) - Von vr. I. M. Zost. 1. Veranlassung dieser Ausarbeitung. In Berlin ist bei Gelegenheit des 25jährigen Jubiläums des B. Au erb ach'schen Waisenhauses für jüdische Knaben 1858 eine Geschichte dieser Anstalt erschienen, in welcher der Herr Vers:, der verdienstvolle Stifter und Vorsteher jener mit bewundernswürdiger Beharrlichkeit, Mensch enkenntniß und Gewandtheit, man kann.sagen, aus dem Nichts ins Leben gerufenen, jetzt zu. einer sehr ansehnlichen' B edeutung gediehenen Anstalt (an die sich später wiederum durch seine thätige und glückliche Verwendung auch eine Mävchen-Waisenanstalt anreihet) den Ursprung und Fortgang seines Werkes darstellt. Wir haben diese wirklichanziehende Schrift, von dem. Herrn Direktor uns freundlich übersendet, mit um so lebhafterer Theilnahme durchgelesen, als es uns, und zwar nach seinem Vorgänge, gelungen ist, im Jahre 1847 eine ähnliche Anstalt für M äd ch en in-Frankfurt am Main zu. gründen, welche in dem kurzen Zeitraum von 12 Jahren zu einer erfreulichen Blüthe herangewachsen, ist. Wir können die Auerbach'sche Schrift nur ernstlich empfehlen, namentlich *) Dieselbe Nummer, der. „Presse d’Orient“ giebt die Sterblichkeit von Konstantinopel während des Monats Djemazil Ewel vom 6. December bis 5 Januar an. Es waren gestorben 500' Muselmänner, 186 Christen und 59 Israeliten. Es kommen also auf 1 Israeliten 3' Christen und u 7 Muselmänner. : ' 11**

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