Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 23 (1859)
- Issue
- Heft 11 (7.3.1859)
- Date
- 1859-03-07
- Page
- Seite 158 (sequence 10)
- Language
- German
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Mtz Mitcher-WMtischl'.hrLhodotewPaüebMEeinMei-Weise -und mit Uoch so . vieler Nachsicht leine- Verbindung' zu l 'erhalten -ist, da sie sich so lange: willfährig" zeigt, als - man ihr iu jeder Beziehung - zu Willen- 'lebt, - bei' dem j geringsten Differenzpunkte aber wilden Haß- und Groll' Gebest so gegen Den übt, der ihr mit Wöhlthaten und -Hingebung genaht, ist/ als gegen Den; 'welcher von Anfang an im Gegensatz zu ihr stand. " Die „Dresse Z'Orisnt" kommt zu den Thatsachen.- Hier ihre Erzählung. „Die Schule zu Haß-Keui' ist von' einem■; französischen Direktor, Herrn Brunswick,, geleitet, und; unter Aufsicht eines Comües gestellt; seit 1856 erhält diese Anstalt von der israelitischen' Gemeinde eine Sub-' vention von 80,000 Piaster ungefähr, unter der Bedingung, eine gewisse Anzahl Kinder vonarmen Familien' zu erhallen und zu unterrichten. Alle Garan-- tien sind den Familien für einethätige, - regelmäßige - Ueberwachung von Seiten des Comites gegeben worj den/ dessen Vorsitzenderder EhachüMBaschi selber ist; l der? Direktor ist ein Mann Ihrer Wahl Und ich füge i hinzu, daß er derselben Ehre macht; alle in der Schule \ eingeführten Bücher kommenzum größten Theil ausden Confistorial-Buchhändlungett' von Paris, Straß- / bürg und Metz; noch mehr> sie sind der Prüfung des; ComiteS unterworfen, bevor sie in die Hände der Schüi ler gelangen. Direktion, Unterrichtsplan, Oberaufsicht, Alles war vollkommen übereinstimmend eingerichtet, um die religiösen, sittlichen und intellektuellen Interessen der : Kinder zu wahren. Auch zählte die Schule in dem Au-; genblick, wo sie geschloffen ward; -im September 1858, \ 1L0 Schüler und sie konnte dem Andrängen der Familien nicht mehr genügen. Die Schule entsprach demnach allen Erwartungen, als das Gerücht sich verbreitete, daß der Unterricht;in ihr irreligiös - sei y daß die' französischen Bücher ausschließlich christlich seien, in'jeder Beziehung verdammenswerth, der Lehre des Judentums zuwider u. s. w. Diese Anschuldigungen gingen von einem Rabbiner aus, der vor Kurzem seines Amtes an der Gemeindeschule zu Haß-Keui entsetzt war; die Maßregel hierzu war vom Comite gefaßt in Uebereinstimmung mit den Klagen des Unterrichtspersonals,: mit den wiederholten Klagen der Familienväter und mit! dem Rapport eines Comitemitglieds. Um sich zu rächen,; verbreitete dieser Rabbiner Verleumdungen auf Verleum-; düngen gegen die Unterrichtsweise, an der er selber Theil genommen; und um seine Rache zu sichern, wandte er! sich mit seinen Beschwerden an die allerfanatischesten: MänNer/ Hierzu^kam nüsi/ dass ein Israelit aUS dem Viertel von Balat," ein -v öllig unwissendes Menschaber beseelt von -fanatischemMifer,' der die'Verleumdungen jenes'Rabbinen angehört hätte, vorgab, eine'h'smmlische Offenbarung gehabt zu haben';"''er lief"überällümher und verkündigte die nahe Ankunft des Messias. Viele Leute nahmen seine WeiffagMgerWnstMWder Chacham-Baschi war nicht der Letzte unteMiesen^' Die/'Fanatiker von Haß-Keui beuteten diefenZwischenfällaus: man müsse sich zur Ankunft des Messias vorbedeiten; das Gott wohlgefälligste Werk sei die Mtevdrücküng der Gemeindeschule zu Haß-KeM. 50 kleine Rabbiner liefen zum Chachäm-Baschi, schreiend/'däß die-jüdische Religion in- Gefahr stiv / Diesid erließ 'das' vonuns mitgetheilte MandeMeNt: - Alle^UntechändlÜngen-und Deputationen mit dem -EhachM^Bäschi uiidMen 50 - Rabbinett - waren fruchtlos:' Die fanatisch'e Wuth wandte sich-'gegön/die'Eltern det' Schulder, Ma^in die Schule ein, zerstreute die Brr'sÄWUeÜ^errkß Me Bücher rc.; man benütztedie Furchsder'Müster^lndÄü man ihnen "sagte, 'ihre Kinder würden in demftlbesi Jahre "noch sterben.' Der Unterricht^Minister H>a!r- Ullah-Efendi erließ zwei Mahnbriefe an den Ehacham- Baschi'; dieser, ein Greis von 90' Jahren/ von den Fanatikern beherrscht/ antwortete Nicht einmal/' HaMÜllah wollte einen letzten Versuch machen, und ließ die' feindlichen Rabbinen vor sich kommen. Die Unterhandlung war folgende: J % % X H „Habt Ihr Euch über den Direktor .der Ächule zu beklagen?" fragte Hair-Ullah -Efendi. - ' ' ' i'' Man sagt uns,"'erwiderten die Rabbinen/ ,/daß dieser Lehrer gegen unsre Religion lehrt. Magdies wahr sein oder nicht, mit den besten Lehrern, mit den besten Büchern-ist es eine Sünde für uns,/französisch zu lesen." ■ ' // „Warum?" ,,— Weil unsre Religion uns verbietet, in irgend einer Sprache außer der des Landes, in welchem wir leben, zu lesen." '' '' ' " r,u „Aber die französischen Bücher'geben Euern'Kindern keine schlechten Grundsätze." „—Doch." ' - „Welche?" ' ’ Zum Beispiel die französischen Bücher sagen, daß der Regen und der Schnee nicht vom Himmel kommen." ' '' - " Nach noch mehreren Antworten derselben'Art sagte