Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 23 (1859)
- Issue
- Heft 7 (7.2.1859)
- Date
- 1859-02-07
- Page
- Seite 94 (sequence 6)
- Language
- German
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m biblische Grundlage jtn sich aufyehmen müsse, um eben mit aÜM,ÄebMtniß-GMssMgleichfaM' auf demselben Boden zu,^.stchrw^in, demselben zu wurzeln- und mit ihnen die darauf zu. gewinnenden Anschauungen zu theilen. Eine Sicherheit.und Dauer, der in der Jugend mitzugebenden Religionslehre, sei allerdings nur mittelst, genauer Bekanntschaft mit der Bibel zu erzielen. Allerdings wäre hierzu die. Kenntniß der hebräischen Sprache das erste Erforderniß, und deshalb ihre Pflege in jüdischen Schulen dringendzu empfehlen, allein bei der Unmöglichkeitdieselbe auch-her Meiblichen Jugend unzueignen, und bei der.Unfähigkeit vieler Knaben zur Erlernung einer todten Sprache, sei - eine. Aushülse durch Uebersetzungen nicht zu umgehen. Aber soll man nun zu Uebersetzungen der gesammten Bibel, welche im Allgemeinen nicht zu pädagogischen Zwecken unternommen werden, seine Zuflucht nehmen?^ .Jedermann weiß, daß ein volles Verständniß selbst der -vollkommensten Uebertragungen eine Unendlichkeit von Erläuterungen voraussetzt — ohne welche die Bibel ein verschlossenes Buch bleibt, und' daß die Auffassung der umfänglichen Erläuterungen weit über die jugendlichen Fähigkeiten hinausreicht, indem die meisten derselben mehr auf Alterthumskunde, als auf Religionslehre sich beziehen. Wir theilen die Ansicht, daß eS ganz vergeblich sein dürfte, der Jugend, in so fern sie die Religionslehren auS der Bibel schöpfen solle, die ganze Bibel zu übergeben, welche, ganz abgesehen von manchen allzu offenen Bildern, anstatt ihr Gemüth für die Religion zu fesseln, wenn sie auch Gefallen fände an Allem, was ihr fremd und unverständlich ist, sie nur zerstreuen würde. Wir billigen daher den Gedanken, behufS des Religionsunterrichts sich -auf diejenigen Theile und Stellen zu beschranken, welche eben nur der Religionslehre in der Schule zum Grunde gelegt werden können, wobei denn zugleich manche Stellen umgangen werden, welche den heutigen pädagogischen Rücksichten gemäß bedenklich erscheinen. Wir müssen aber auch dem Herrn Verfl darin beistimmen, daß diese Beschränkung nicht allzu engherzig gehandhabt werden dürfe, vielmehr ein derartiges biblisches Handb.uch alle Stellen, welche zur Religionslehre gehören, möglichst vollständig darbieten müsse. So weit wird wohl Jeder mit den wesentlichen Grundsätzen einverstanden sein. Für den Schulzweck möchte nun die Ausführung eines solchen Plaues als eine einfache Sache erscheinen. Man hätte nur irgend eine Bibelübersetzung vorzunehmen, alle die nicht beliebten Stellen und Ausdrücke zu streichen, und so einen Bibelauszug herzustellen und aflMjall^ein Paar AnmeMngM einzustreuen. Allein bisherige Versuche der Art werden jedem denkenden Lehrer ^zür" Genüge dargethan habendüß dadurch' daS Ziel des bildendeü Unterrichts nicht Erreicht^wervö. ^Äi^ Schule -förMt- M in sichgeschlossenes wohlgeordnetts i Werk,; nicht eine Reihe abgerissener 'Fetzen!' Selbst -■ M' \ aus derMenge' der einzelnen Stücke' neu ^Msammengefttzs tes Gewebe känn nicht genügen , sondern nur ein selbst-'! ständiges Ganzes , welches der Jugend einen sich stets in! gleichem Geiste aüssprechenden Inhalt vörsührt und einen > Gesammteindruck zurückläßt-' wie dre Bibel in der Ursprache bei Denen, 'welche diese in sich aufnehmeri. ' Hier treten' zunächst mehrere Fragen hervor: Kann und soll die O rd^-' ' nun g der biblischen Bücher innegehalten werden? Söll' die Jugend Geschichte, Gesetze, Ermahnungen, Betrachtungen , Geschlechtsregister, Alles durcheinander, dabei' auch viele Wiederholungen mit mancherlei Widersprüchen uif. f. : beim Religionsunterrichte lesen, und wiederum tausenderlei' Erläuterungen - erfordern, bie1 zum eigentlichen Zweck nicht gehören? Soll es den Zusammenhang-der Geschichte eben so zersplittern, wie die zu sehr verschiedenen Zeiten entstandenen und aus mannigfachen Grundlagen hervorgegangenen Urschriften? Unmöglich könnte man dies billigen in einem Buche, das als ein Gesammterzeugniß aus , allen Urschriften hervorgegangen, der Jugend vorgeführt werden soll. Solch ein Auszug würde ihr kein übersichtliches Bild gewähren, ja sogar überall den Mangel an Zusammenhang verspüren lassen, und bei etwas lebhaftem Kindern die Lust, alle gestrichenen Stellen aufzusuchen , erregen. Soll der Unterricht eine geordnete Anschauung erzeugenso muß diese selbst wohlgeordnet' vorgeführt werden. Hier zeigt sich die Notwendigkeit, zwei Hauptmassen: Geschichtliches und Erbauliches, zu scheiden, nämlich Letzteres, in so fern es mehr das-Element der vorgetragenen Wahrheiten und Betrachtungen , darbietet, wenn auch öfters mit Beziehung' auf Geschichte. Während die Geschichte eine' fortlaufende Schilderung der Vorgänge enthält, welche in der Bibel häufig mit andern Elementen untermischt gegeben find, kann der eigentlich zur Belehrung und Erbauung dienende Inhalt nach der Folge der einzelnen Bücher mitgetheilt werden, und die Beziehungen der Gedanken zu einander'sind-durch' : Nachweisungen zu ergänzen. Wie treffend eine solche Schein düng zu bewirken sei,' hat Herr vr. Auerbach hier- 'wir meinen, auf sehr gründliche Weise dargethan. Aber aus der Richtigkeit des Planes ergab sich eine zweite weit erheblichere Nothwendigkeit,' nämlich die selbst-