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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1859-01-31 · Heft 6 (31.1.1859) · p. Seite 83

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
23 (1859)
Issue
Heft 6 (31.1.1859)
Date
1859-01-31
Page
Seite 83 (sequence 9)
Language
German
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> r -Es l iD gar interessant und' lehrreich/ zu verfolgen^ wis Wiest Ausnahme in' daS A. L.-R/ gekommen ist; erfüllt,'Wiel dessen Red'actoren waren, von jenem großen' Gvündsatze: In einem' Staate müssen alle Religrön^n tolerirt'werden. — Der 'Entwurf enthielt nur die Regel/nichts von der Ausnahme lHerr v/Grolmann memte: So lange die Eltern einig k ftrtfy hat i ihnen Niemand' vörzuschreiben, in welcher'Religion' das- Kindunterrichtet werden soll. Sind sie uneinig/so muß die Mutter Vorgehen. , - Wie aber, fragte daö Kammergericht an, wenn der christliche Vater daS Kind zur Erziehung zu sich nehmen will? - Das Kind kommt bei der christlichen Religion besser for-tU^'-Db-die Mutter eine Jüdin, erwiderte Herr v. Grolmann, und der Vater ein Christ ist, macht eben so wenig Unterschied, Äs weünwie Mutter eine Chri- W/ünd'M"D-ätW viw'MdÄiD - »r^AndeEMeÄmng war schön Suarez. Wenn der christliche Vater, sagt er, die Erziehung des' Kindes übernehmen will, so muß daS Kind in der christlichen! Religion erzogen werden/ weil das zeitliche Wohl j des Kindes, mit welchem es die Gesetzgebung j alleinthun hat, dies erfordert. /; Bei der Schluß-Redaction wurde — auf Grund! e ist er Eabinets-O rdre v o m 9. Oeiober 17 89 j — auch das Erbieten zur Erziehung des Kindes als - überflüssig beseitigt und Gefttz würde und ist, waS oben! mikgeth^ilt worden. Auch sür diese Aenderung hatte! Suarez eine Rechtfertigung bei der Hand. Bei der | früheren Bestimmung, sagt er, war nur an den Unj terschied der christlichen Religionsparteien (?) gedacht. 1 Dem Kinde ist in jeder Beziehung besser perspicirt, wenn es in der christlichen Religion erzogen wird.! Die Gesetze suchen eine zu große Vermehrung der Juden u verhin dern ünd Würdenmi t sich selbst in Widerspruch stehen-,'wennz sie solche Vermehrung begünstigen wollten., Es 'wäre unschickli ch/ inzweifelhasten Falle w, w-o eS gar nicht aus Toleranz ankomml, die öffentliche Religion des Staates einer; blos geduldeten Seele nachzusetzen. ■;; Wer, der zwischen-! den Zeiten zu lesen versteht,' fühlt nicht den schweren Drück heraus, der auf dem Geiste nuch eines Mannes wie Suarez lag, als 'er jene 0le<^tfectigun3 ^ie^>erf^ln^b; Freilich: — Wöllner war Minister; freilich lag damals -auf' den' preußischen Landen dtzr Nebel jenes : ReligiönS- EdicteS, der erst durch die Sonne der folgenden Regierung vertrieben wurde — und schon i was sagt nicht'Alles dieses schonwaren 3 Jahre-verflossen, seit der Philosoph von Sanssouci / müde, über Sclaven zu Herrschen/ seine großen Augen geschloffen hatte. ' Wäre eS in dem fr ei e nPreußen, daS in seiner Verfassung die Freiheit deS religiösen Bekenntnisses gewährleistet, nicht endlich an der Zeit, dje tiestjnfchneidende Spur, welche' die Unduldsamkeit einer unseligen Zeit in unserer Gesetzgebung zurückgelaffeu hat, zu verwischen? Ist denO auf unserem Landtage kein Grolmann da? " i So weit die „Nationalzeitung". Man sieht auch hieraus, wie weit wir von der Gleichstellung der Culte, welche die Verfassung aüsspricht, entfernt sind, und wie - die Specialgesetzgebung durchgearbeitet werden müsse, um jenem Grundsätze adoptirt zu werden. -' Magdeburg- 24. Januar. (Privatmrtth.), Die Missionsgesellschaft Muß glauben > daß durch unsre Mittheilungen über das Kamez - Kreuz -an mehreren Stellen ihrer Pentateuchausgabe, welches aber in ihren neuesten Editionen wieder weggelaffen -worden, dem Verkaufe ihrer Bibeln bedeutender Abbruch zugefügt werde. Sie beschäftigt sich in 'Flugblättern und ihren Zeitschriften damit, und will den Lesern derselben einreven, daß bei den Juden des Kontinents deshalb -ein gewaltiger Sturm sich 'erhoben Habel. Unrichtig ist es, daß Herr Rabbiner Willner auf ihte Insinuationen nicht habe antworten wollen. Vielmehr hielten wir, die Redaction / die Mgelegenheit für so einfach > daß wir sie mit dem kurzen Referat darüber für abgethan hielten.' Um die Bibelaüsgabeü der Missionsgesellschaft, namentlich des Herrn Johann- Christian Reichardt für Juden für unangemessen zu halten, braucht man nicht erst zu jenem KamH-Kveuz seine Zuflucht zu nehmen.- Mir haben Me solche in Händen-, wo hinter dem Pentateüche die Metzilloth nnd Haphtoroth, dannahepunterdcnr Titel: mrrivsn ''vipd eine Sammlung aller der aus ihrem Zusammenhangs herausgeriffenen Stellen ' der -h. 'Schrift ^gegeben werden, welche -gewöhnlich zu Missionszwecken gebraucht werden, Stellen, welche, weil sie eben' aus! dem ^Zusammenhänge heraüsgerifien ÄNd 'Weil sie zum größern Theile schwWg -find / den Mffstonsdeüiunsen- 'SM-

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