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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1858-12-13 · Heft 51 (13.12.1858) · p. Seite 700

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
22 (1858)
Issue
Heft 51 (13.12.1858)
Date
1858-12-13
Page
Seite 700 (sequence 4)
Language
German
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700 Sie ehemals so achtenswerthe Beweise gegeben, ein flößen sollte. Vielleicht ist es noch Zeit, einem bedauernswerthen Corrflict vorzubeugen. Bedenken Ew. Hochwürden: wir begnügen uns, Ihre Aufmerksamkeit auf das Ungeheuerliche einer Gefahr zu richten, die man Ihnen vielleicht verbirgt, und die auf Ihr Haupt die schwerste Verantwortlichkeit werfen wird."- Man steht, daß die Angelegenheit bereits zum Aeußersten gekommen. Allein man weiß auch, daß der erwachte Fanatismus nicht alsbald die Waffen streckt, und wir werden uns daher wahrscheinlich noch auf eine ganze Kette von Vorgängen gefaßt machen müssen. Meranscher Wochenbericht. Magdeburg, im December. Damaskus. Ein Wort zur Abwehr von vr. L. Zunz. Nebst einem Verzeichniß der Schriften des Verfassers. Mit Anmerkungen herausgegeben von M. Steinschneider. Berlin 1859. Im Jahre 1849 schrieb Zunz in der damaligen „Leipziger Allgemeinen Zeitung" bei Gelegenheit der Damasker Blutgeschichte einen Artikel zur Abwehr. Diesen giebt jetzt Herr Steinschneider nebst einem Verzeichuiß der Zunz'schen Schriften in einem neuen Abdruck. Der Aufsatz ist gut geschrieben und mit mancherlei geschichtlichen Notizen versehen, und verdient vorkommenden Falls, was in gewissen Ländern noch nicht zu den Unmöglichkeiten gehört, Berücksichtigung. In den Anmerkungen zu dem Verzeichniß zeigt leider! Herr Steinschneider, was seit längerer Zeit Niemandem mehr ein Geheimniß ist, abermals, daß er zu denjenigen Gelehrten gehört, deren Angesicht nicht blos die Bläffe der Studien, sondern auch die grüne Farbe der Zanksucht und die gelbe des Neides und der Mißgunst an sich trägt; daß er zu denjenigen Gelehrten gehört, welche vor fich selbst die Knie anbetend beugen, weil sie einige tausend Büchertitel im Kopfe haben, und weil sie selbst alles schöpferischen Geistes ermangeln, diesen bei den Autoren selbst verachten und sich es uur angelegen sein lassen, deren Hutschnallen und Knieriemen zu erforschen, was sie dann mit Wissenschaft und Kritik benennen. Es ist uns immer bedauerlich, ein erbittertes Gemüth zu bemerken; aber wozu nützt Wissenschaft und Kritik, wenn diese nicht einmal im eigenen Herzen unedle Leidenschaften zu überwinden vermögen. Drängt sich nun diese Bitterkeit immer wieder ans Tageslicht, so geht zuletzt das Bedauern in Mißachtung über. Zeitungsnachrichten. Deutschland. Eschwege, IG. November. (Privatmitth.) Unsere Gemeinde, fast ohne Ausnahme orthodvr, dabei zeitgemäß fortschreitend, zählt jetzt ungefähr 80 stimmberechtigte Mitglieder; vor erst 25 Jahren waren es deren kaum 40. Eine vor 20 Jahren neu erbaute Synagoge, gelegen in schöner, freundlicher Lage inmitten der Stadt, kann die frommen Besucher kaum noch fassen. Der Gottesdienst, unter Leitung des Herrn Rabbinen Goldmann, wird, wie fast in ganz Kurheffen, in geordneter Weise begangen; ein trefflich eingeübtec gemischter Chor, geführt von einem unverdrossene» Dilettanten — dem Banguier Beruh. Plaut — leistet an Sabbath - und Festtagen Vorzügliches durch seine Vorträge religiöser deutscher Gesänge, besonders aber sind seine hebräischen Gesänge, z. B. beim Ein- und Ausheben der Thora, wahrhaft erhebend. — Die Predigten, welche der Rabbiner Goldmann an allen Fest- und vielen Sabbathtagen hält, sind wegen ihrer Trefflichkeit und ihrer warmen Ansprache an den Hörer bekannt; außer diesen trägt derselbe öfters die Haftora in freier deutscher Uebertragung und Erklärung vor. Unsere Synagoge wird regelmäßig besucht; an den Wochentagen ist das ganze Jahr hindurch täglich zwei Mal Minjan; an Sabbath- und Festtagen fehlt Niemand auS der Gemeinde, er sei denn von hier abwesend oder krank. — Die Verwaltung der Gemeindeangelegenheiten ist, wie überhaupt in Kurhessen eine geregelte, hier besonders begünstigt durch einen liberalen und toleranten Landrath. — Die öffentliche israelitische Schule ist gut; nur ist eS für diese hinderlich, daß die meisten Knaben noch die hiesige mit einem Progymnasium verbundene Realschule — eine anerkannt vorzügliche Lehranstalt — besuchen, also nur an den Religionsstunden der israelitischen Schule Antheil nehmen können. Neben einigen seit langen Jahren bestehenden ChebraS bildete sich vor Jahresfrist eine Chebra-Gemiloth- Chasodim, bei der die meisten Gemeindemitglieder betheiligt sind. Wenn auch noch jung, so hat diese religiöse Verbrüderung schon viel deS Wohlthätigen unv Segensreichen gewirkt, so bei Krankheitsfällen; unver-

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