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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1858-11-08 · Heft 46 (8.11.1858) · p. Seite 638

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
22 (1858)
Issue
Heft 46 (8.11.1858)
Date
1858-11-08
Page
Seite 638 (sequence 12)
Language
German
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638 DaS bei Leibesstrafe, oder selbst bei Strafe der Galeeren für die Männer und der Auspeitschung aus den Straßen für die Frauen. — Bei Lesung Dieses kann Einem nichts weiter einfallen, als daß dies freilich Erlasse aus den Jahren 1764 und 1776 sind, während wir jetzt im Jahre 1858 leben!!! Wir können als aus den öffentlichen Blättern genugsam bekannt voraussetzen, wie die Mortara'sche Angelegenheit einen erbitterten Kampf zwischen den französischen Zeitungen hervorgerufen hat. Wir wollen und können hier demselben nicht folgen. Wenn eS einerseits betrübend ist, wie dadurch diese Angelegenheit bis in den Schmutz pöbelhafter Katzbalgereien herabgezerrt worden, so kann eS andererseits nur erheben, daß in dieser Streitfrage der Ilnirers mit einigen Provinzialblättern seines Kalibers allein steht, und die ganze übrige Presse, die gouvernementale, liberale urw radicale ihm gegenüber getreten sind. Es ist hiermit die tiefe Kluft, welche den wirklichen KatholicismuS von dem Ultramontanismus trennt, zu Tage gekommen, und hiermit für diesen die Zeit gekommen, sich von der Alles erdrückenden Wucht jenes zu befreien. Welche Perspective sich daraus eröffnet, kann heute noch Niemand bestiminen. Da die osficiöse Presse selbst zu den Gegnern dcS Univers gehört, so läßt sich nicht erwarten, daß die Regierung der Diskussion ein Ende aufnöthigt. Welche Einwirkung aber diese Debatten auf die Sache selbst haben mögen, ist zweifelhaft. So zeigt eS sich auch hier wieder, daß die Behandlung der Juden nur auf den Hauptprincipien der menschlichen Gesellschaft beruht, daß sich demnach in derselben immer wieder der Charakter einer Zeit und einer Regierung auspragt, und daß es sich in dem Schicksal der Juden nicht um das Geschick einiger Menschen, sondern um das Ziel der ganzen Menschheit handelt! Rußland. Petersburg, im November. (Voss. Ztg.) Aus St. Petersburg wird von glaubwürdigster Seite berichtet, daß die russische Regierung ein Toleranzedict zu erlassen entschlossen ist; daß sie diese wichtige Frage einer reiflichen Prüfung unterzieht und über dieselbe Memoranden verschiedener Körperschaften entgegennimmt. Anzeigen. Concurs. In der Temesvarer Jsr. Cultus-Gemeinde ist für die im Monat November l. I. zu errichtende Mädchenschule eine Lehrerstelle mit einem Firum von Fl. 450. österr. Währung zu besetzen. Bewerber, die den Religionsunterricht, hebr. Sprachfach, den mit Erfolg zurückgelegten Präparanden-Cours, so wie moralisches Betragen Nachweisen können, haben sich an den gefertigten Vorstand unter Beifügung ihrer Zeugnisse in legalistrten Abschriften längstens bis 10. November 1858 portofrei zu wenden. Temesvar, im October 1858. M. Grünbaum, Vorstand. Die hiestge israelitische Gemeinde sucht sofort einen Neligionslehrer, der gleichzeitig als Vorbeier und Schächter zu fungiren hat. Qualificirte Bewerber wollen sich in portofreien Briefen an die Unterzeichneten wenden. Neubuckow in Mecklenburg. Simon Goldschmidt. Samuel Burchard. Bei einer am 1. Januar 1859 zu eröffnenden Religionsschule beabsichtigen wir noch einen Lehrer anzustellen, der zugleich die Qualifikation eines Rabbinats-Vertreters besitzt. Der jährliche Gehalt ist 400 Thlr. normirt. Qualificirte Bewerber wollen sich unter Einreichung der Atteste in portofreien Briefen bis zum Isten December e. bei dem Unterzeichneten Vorstande melden. Groß-Glogau, 15. October 1858. Der Synagogen - Gemeinde - Vorstand. H. Reisner. Die Lehrer- und Cantor-Stelle bei der hiesigen Gemeinde ist vacant geworden. Qualificirte Bewerber wollen ihre Anmeldungen unter Beifügung ihrer Zeugnisse an den Unterzeichneten Vorsteher gelangen lassen. Langweiler, Regierungsbezirk Aachen. A. Robmö in Laurenzberg. Die in unserer Gemeinde erledigte Cantor- und Lehrerstelle, verbunden mit einem ftrirtcn Gehalte von 350 Thlrn., so wie einigen Nebeneinkünften von circa 50 Thlrn., soll sofort besetzt werden. Wir ersuchen qualificirte Bewerber, unter Einreichung ihrer Atteste, sich baldigst an uns franco zu wenden. Stadtberge, den 1. November 1858. Der Vorstand der Synagogen -Gemeinde.

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