Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 22 (1858)
- Issue
- Heft 44 (25.10.1858)
- Date
- 1858-10-25
- Page
- Seite 605 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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605 über belangt wurde, zurückgewiesen. — Wie „Hamagid" aus Wilaky in Rußland berichtet, übernahm ein dortiger Israelit, Hermann Nathanson, die dortige Apotheke, was wohl der erste Fall in jenem Reiche sein dürste. — Indem Res. sich vorenthält, einen ausführlichen Bericht über unsere Glaubensgenossen in Schweden in diesen Blättern zu veröffentlichen, theilt er heute nur mit, daß in Stockholm 8 Exemplare der Ztg. d. Judenth. gehalten werden, was gewiß einen lebhaften Sinn für jüdisches Interesse bekundet. — Emden, im September. (Privatmitth.) Bei Gelegenheit der Uebersendung der Jahresbeiträge für die hiesigen Abonnenten des Literatur-Instituts freue ich mich, Ihnen und den Lesern Ihres geschätzten Blattes mittheilen zu können, daß der hiesige, einer streng orthodoxen Richtung huldigende Landrabbiner Dr. Hamburger sich veranlaßt gefunden, den Mitgliedern seines großen Sprengels in Kanzelvorträgen sowohl wie bei andern Gelegenheiten die große Bedeutung des gedachten Instituts für die Entwickelung des JudenthumS in warmen Worten ans Herz zu legen und zil größerer Betheiligung an demselben dringend aufzufordern. Eine Thatsache, die unserer Ansicht nach um so mehr verdient, hier angemerkt zu werden, als leider nur zu oft von Seiten mancher Rabbinen versucht wird, Ihr großartiges Streben und Wirken herabzusetzcn, — ein Verfahren, das Gottlob fast nirgends von Erfolg begleitet ist. Weder Städter noch Landleute lassen sich heutigen Tages durch derartiges Geschrei beirren. Man merkt den Grund oder die Absicht jener Herren, und bleibt oder wird — gestimmt für Sie, Ihr Streben und Ihre Werke, Herr Redacteur! Preußen. Berlin, 29. September. Die hiesigen Blätter enthalten Folgendes: „Eine die hiesige jüdische Gemeinde schon Jahre lang lebhaft beschäftigende Angelegenheit hat endlich einen befriedigenden Abschluß erhalten: der Bau einer neuen Synagoge. Nachdem schon 1856 zum Ankauf des Grundstücks (in der Oranienburger Straße) behufs Erbauung der Synagoge die Genehmigung der Minister der geistlichen Angelegenheiten und des Innern ertheilt worden war, ist nunmehr auch die damals gleichzeitige, behufs des Anbaues beantragte, und einmal bereits abgelehnte Ausnahme einer Anleihe durch einen in einem Oberpräsidial-Erlasse mitgetheilten Ministcrialbeschluß bewilligt worden. (Die Anleihe soll natürlich nicht in Cours gesetzt werden.) In demselben Erlasse wird dem Vorstande der Gemeinde eröffnet, daß die Beschwerden über die in der Synagoge vorgenommenen Veränderungen auf sich beruhen bleiben und damit Zerwürfnisse künftig thunlichst vermieden würden, dahin zielenden Vorschlägen zur Aufnahme in das noch zu erlassende Gemeinde-Statut entgegengesehen werde." Wenn der erste Theil dieser Mittheilung für die Berliner Gemeinde von großer Wichtigkeit ist, da bei deren großem Anwachs die Erbauung einer neuen großen Synagoge zu einer Lebensfrage geworden, so hat der letzte Passus derselben eine Bedeutung für alle israelitischen Gemeinden Preußens. Denn sie erweist unö, daß die Ministerien des Innern und des Cultus durchaus nicht gesonnen sind, gegen das Gesetz von 1847 in die innern Cultusangelegenheiten der Gemeinden einzugreifen, sondern die Anordnung darüber den Bestimmungen des Gemeindestatutö überlassen wollen. Wie bekannt, waren gerade in Berlin die äußersten Anstrengungen Seitens einiger wenigen fanatischen oder sich fanatisch stellenden Individuen gegen die harmlosen Verbesserungen, welche in die Hauptsynagoge eingeführt waren, gerichtet. Mit obiger Entscheidung hat die gute Sache einen Sieg über alle diese Ränke gewonnen. Aus Schlesien, 7. September. (Privatmitth.) In dem bevorstehenden Wintersemester der Universität Breslau wird 1) von Herrn vr. med. Cohn a) über „allgemeine Pathologie", b) über die „Erkenntniß der innern Krankheiten mit Demonstrationen", c) über „Thcrapeutik"; 2) von Herrn Prof. vr. Ferd. Cohn a) über „mikroskopische Analyse (der Pflanzen)", I,) über „Entwickelungsgeschichte der Pflanzen", und endlich 3) von Herrn Seminarlehrer llr. Bernays über „Reden aus Sallustius" Vorlesung gehalten werden. — Aus dem unlängst vom Hrn. SanitätSrath Di-. Grätzcr veröffentlichten statistischen Berichte über „öffentliche Armen- und Krankenpflege in Breslau vom Jahre 1856" entnehmen wir, daß a) im Fränkel'schen Hospitale 294 Kranke Aufnahme fanden, von denen 9, und b) in der „Israel. HauSarmen-Krankenpflege" 698 Kranke behandelt wurden, von denen 55 mit Tode abgingen. — Von dem projectirten Synagogenbau in