Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 22 (1858)
- Issue
- Heft 43 (18.10.1858)
- Date
- 1858-10-18
- Page
- Seite 586 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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mmmmmm 586 und frei zu Tage treten und durch Wort und Schrift sie vor aller Welt verkünden und ihnen Ausdruck geben, selbst Denen gegenüber, welche davon am meisten berührt werden. Wenn dies der Fall ist, so wird dadurch ein vollkräftiges Zeugniß gegeben, daß diese Grundsätze die Grundsätze der Negierung selbst sind, daß sie aus dem Herzen und Geiste des Monarchen selbst erfließen, und daß er diese Principien der Humanität und Gerechtigkeit, der Aufklärung und Vereinigung in seinem Staate verwirklicht sehen will. Wenn wir daher hier den Staatsmann, den Professor und den Publicisten in völlig einiger Weise den Ideen des progressiven Fortschrittes, der Tendenz der Aufklärung und Gleichberechtigung mit Begeisterung das Wort reden hören — so kann dies nur in Uebereinstimmung mit den Ideen und Tendenzen der höchsten Staatsgewalt geschehen. Wir können alsdann den Vorgang in Odessa als ein abermaliges lautes Zeugniß für den schönen Sieg der Humanität im großen Czarenreiche durch Alexander II. ansehen und feiern. Wir können mit Freude dieser ausgehenden Herrschaft des höchsten Princips aller wahren Religion und Gesittung unsre Anerkennung zollen, und mit den aufrichtigsten Gefühlen den Segen Gottes auf Herrscher und Volk, auf.die leitenden Staatsdieuer und die Männer des Lehrfaches herabflehen! Möge aber auch für unsre Glaubensgenossen jenen Ideen und Grundsätzen die Verwirklichung nahen! Vor Allem kommen wir wieder darauf zurück, daß die erste und nächste Hülfe, die erste und nächste Besserung der Zustände nach innen und außen für die Juden in Rußland und Polen darin besteht, daß den in einige Provinzen zusammengedrängten Massen der Juden ein größerer Spielraum der Niederlassung, ein größerer Schauplatz der gewerblichen Thätigkeit eröffnet werde. So zusammengedrängt, und noch dazu in ihren Provinzen aus ganzen Landstrichen, Städten und Stadttheilen ausgeschlossen, können sie weder national-ökonomisch nützliche Bürger werden und der sie belastenden enormen Armuth sich entwinden, noch intellektuell und special sich entwickeln und bilden. Die Angelegenheit in Dologna. Die Arcb. isr. de France enthalten noch einige Details über diese vielbesprochenen Vorgänge von einem Augenzeugen. Wir theilen dieselben iu No. 43. des „jüdischen Volksblattes" mit. Die „Presse" in Wien theilt in No. 232. unsere Eingaben in Rom aus No. 41. dieser Zeitung ihren Hauptstellen nach mit. Auch Herr Landrabbiner vr. Hamburger in Emden sandte seine Autorisation zur Unterzeichnung.jener SAnststücke noch ein." - . --7—--— Literarischer Wochenbericht. London, September 1858. Vt mnaiü ,,Tbe Sabbatbs of theLord.“ Being Sabbalh Meditations on the Pentateuch and Ilaphtoras. Each Meditation concluding with an appropriate Prayer. By M. II. B r e s s 1 a u. London 1858. 8. 374 8. VI. Die Metropolis der Welt, welche mit ihren Armen geistig und merkantilisch die bewohnte Erde umschlingt, und wo ein Markt ist .für geistige Erzeugnisse aller Welttheile, hat für hebräische Literatur allein keinen Markt. Die Brücke, welche die hebräische Literatur zwischen der Vergangenheit und der Gegenwart bildet, ist hier abgebrochen. Die literarischen Forschungen, welche in Deutschland in den letzten 30 Jahren den Fleiß und den Scharfsinn jüdischer Gelehrten so ehrenvoll beschäftigten, und welche der Zeit ihre eigenthümliche Gestalt ausgeprägt haben, sind bis jetzt hier spurlos vorübergezogen. Das rvnvtf D'biy und die hebrew Review von Dr. Raphael (jetzt in New-Vork) sind die einzigen Werke, welche dem jüdischen Engländer irgend einen Aufschluß geben über jüdische Literatur. Es könnte das erste sehr schädlich und das zweite sehr nützlich sein -— wenn sie überhaupt gelesen würden. Der Maßstab, der hier für literarische Kenntniß des Judenthums angelegt wird, steht tief unter dem in Deutschland vor 60—70 Jahren üblichen. Es waren Fremde, die durch längern Aufenthalt hier die Sprache erwarben, und von Zeit zu Zeit etwas veröffentlichten. Wir haben uns begnügt, die nackte Thatsache auszusprechen, die inneren Gründe zu entwickeln, müssen wir uns für eine andere Gelegenheit Vorbehalten. Es sind diese Betrachtungen in uns rege geworden durch die Betrachtung eines Buches, welches so eben die Presse verlassen hat*), und worüber wir nicht umhin können einige Worte zu sagen. Herr Breßlatt, welcher den größten Theil seines Lebens in England zubrachte, und einst von Deutschland tüchtige materiale Kenntniß der Bibel mitgebracht hat, hat eine Art von englischen rrram 1rirasfc dem englisch-jüdischen Publikum vorgelegt. Es war hier ein Bedürfuiß, ein Buch *) Es ist nicht unsere Absicht eine eigentliche Recension zu schreiben, wir wollen hiermit Andere anregen, eS zu thun. x