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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1858-10-11 · Heft 42 (11.10.1858) · p. Seite 582

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
22 (1858)
Issue
Heft 42 (11.10.1858)
Date
1858-10-11
Page
Seite 582 (sequence 12)
Language
German
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582 haut, so viel wie sie wollen, schachern und Geschäftchen machen, wir wollen unsere Religion, Wissenschaft und unsere Vorhaut behalten." „Zu der Zeit des Moses", dcmonstrirt der gelehrte Professor, „waren die Juden ein entartetes Volk, welches außer andern Fehlern und Lastern auch noch an dem Gebreste der Unreinlichkeit litt, welches bei den Juden sich merkwürdiger Weise bis auf die Jetztzeit fortgcpflanzt hat." „Die Circumcision", führt er demnach aus, „ist als bloße Reinlichkeitsmaßregel ungeordnet worden." Stand diese Unreinlichkeit dem Herrn Professor etwa im Wege, aus den Händen der Meßjuden — von denen viele, wie er sagt, seine Hülfe ansprechen — die blanken Thaler einzustreichen? Nun wahrlich, dieser jüdischen Unreinlichkeit kann man bekanntermaßen mittelst ein wenig Wassers und Seife Meister werden; wie läßt sich aber der Schmutz, welcher der Streubel'schen Arbeit anklebt, rein waschen? „Leben wir, frage ich die beschneidungssüchtigen christlichen Herren Chirurgen, in dem Zeitalter des Moses? Müssen auch die jetzigen Nichljuden zur Reinlichkeit gezwungen werden?" Rur noch den Schluß. „So schließe ich denn meine Philippica mit der Hoffnung, daß sie die Schwankenden zur richtigen Ansicht, die Irrenden zurWahrheit zurückführen und das Judenthum aus der Wissenschaft Heraustreiben werde." Bedenke ich diesen incohärenten Jdeengang, wie man ein zu hygienischen Zwecken vorgeschlagencs VorbauungSmittel gewaltsam aufs religiöse Gebiet zerrt; wie man ferner die Juden — und blos sie — für einen von christlichen Aerzten ausgehenden Vorschlag verantwortlich machen will, und sie dafür mit durch nichts niotivirten Lästerungen überhäuft, so will es mich fast bedünken, daß dic Besprechung einer solchen Denkanomalie vielleicht noch eher in einer psychiatrischen Zeitschrift, als in diesen Blättern am Platze wäre. Nachsch r. In No. 30. der Wiener Wochenschrift d. I. findet sich die Notiz: daß die Redaclion der Prager Vicrteljahrsschrift im neuesten (uns noch nicht zugekommenen) 3. Bande bedauert, im Drange der Geschäfte die ins Einzelne gehende Durchsicht gedachten Aufsatzes unterlassen zu haben. M. 8. Anzeige«. Für die hiesige israelitische Gemeinde wird zum 5ten Mai k. I. ein Religionslehrer, Vorbeter und Schächter gesucht. Qualificirte Bewerber wollen sich persönlich oder in frankirten Briefen an den Vorstand wenden. Parchim (Mecklb.-Schwerin), 27. September 1858. M. Cohn. A. Adler. Die hiesige jüdische Gemeinde beabsichtigt an der zu errichtenden Gemeindeschule zwei geprüfte Lehrer anzustellen, und zwar einen Lehrer mit einem jährlichen Gehalt von 300 bis 350 Thlrn., welcher neben seinen Fachkenntnissen gründliche Kenntnisse im Hebräischen und die Tüchtigkeit, hierin zu unterrichten, besitzen muß, und außerdem noch die Befähigung, Schüler mindestens bis zur Tertia des Gymnasiums vorzubereiten; ferner einen andern Lehrer mit einem jährlichen Gehalt von 200 bis 250 Thlrn., welcher mit seinen Fachkenntnissen die Kenntniß des Hebräischen und die Tüchtigkeit, hierin zu unterrichten, verbinden muß. Bei beiden Lehrern ist streng moralischer und religiöser Lebenswandel nothwendige Bedingung. Resiectanten wollen in frankirten Briefen die Zeugnisse über ihre Tüchtigkeit als auch ihren Lebenswandel dem Unterzeichneten Vorstand baldmöglichst zusenden. Sohrau, Oberschlefien, 27. September 1858. Der Vorstand der jüdischen Gemeinde. Eine mit 100 Thlrn. Preuß. Crt. firem Jahresgehalt nebst der sogenannten Schechita, Wohnung, Heizung, Mittag- und Abendtisch besoldete Stelle eines Religionslehrers, Vorbeters, Schächters rc., der die Approbation unseres Landesrabbiners erhalten muß, ist kommende Ostern, "V'/ih 'HS in unserer Gemeinde zu besetzen. Hierauf Reflectirende wollen ihre desfallsigen Zeugnisse portofrei an uns einsenden. Plau in Mecklenburg, den 17. September 1858. Die Vorsteher der hiesigen israet. Gemeinde. N. Elkair. I. A. Cohn. _S. S. Golbschmidt._ Die hiesige Cantor- und Schächterstelle ist von HS Whrr pDN-w an neu zu besetzen. Die Einkünfte sind jährlich 250—300 Thlr. nebst freier Wohnung. Reflectirende wollen sich in hiesiger Synagoge hören lassen und die nöthigen Atteste mit zur Stelle bringen. Reisekosten werden nicht vergütigt. Schönlanke, 22. September 1858. Der Vorstand der Synagogen-Gemeinde. _I. S. Salzburg._ Zum 5. Mai k. I. wird die hiefige Stelle eines Religionslehrers, Vorbeters und Schächters vacant, und beträgt das jährliche Salair circa 140—150 Thlr. bei freier Station. Hierauf Reflectirende wollen sich an den Vorstand wenden zu Crivitz in Mecklenburg-Schwerin.

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