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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1858-10-04 · Heft 41 (4.10.1858) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
22 (1858)
Issue
Heft 41 (4.10.1858)
Date
1858-10-04
Page
[Seite] (sequence 17)
Language
German
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entweder durch eine solide Entschädigung für Mühe, Ehre und Zeit, damit er zurückkchre, oder durch eine solide Garantie, daß er den Rabbinerposten für lebenslänglich behalten solle (solid meint er, ist ein Geldsümmchen von nicht weniger als Dollars 1000 oder Francs 5000. —), bestätigte dies mit einem Factum aus der h. S., daß die Lade Gottes ebenfalls nur mit goldenen Sühnopfern zurückgesendet wurde. „Seid vereiniget" „rief er laut" in Gottes Sache mit euern fünf Vorstehern (welche mit diesem Plane einverstanden waren) gleich jenen Philistern mit ihren fünf Saranin —; bedenket, daß nur mittelst goldener Afterbeulen Jene von ihrer Seuche geheilt wurden (er benutzte dabei eine für ihn sehr günstige Gelegenheit, nämlich die zu jener Zeit wüthende Masern - Epidemie, die unzählige Kinder hinwegraffte). Thut Buße! denn euer Untergang ist nahe. Erlöst euere Lurusbehasteten Seelen vom gänzlichen Untergang. Geld ist Abgötterei, Lurus ist Götzendienst! Löset ab die lururiösm goldenen Ohrgehänge von den Ohren Euerer Weiber und Töchter, und — bringt es zu mir! Was denken dazu Sie, Herr Redaeteur und die geehrten Herren Leser von dieser an's Fabelhaste grenzenden Thatsache? Hundert wahrhaft erhabene Reden im Geiste und Stile des Propheten - Jesaias würden die Bahn zur wahren Tendenz der Moral nicht geebnet haben, wie diese einzige mit den Crocodill's-Thränen zur Stillung der Mammons-Gier dieses yxs-mw auf die Herzen der armen geheimsuchten Eltern gewirkt hatte. — Pfeilschnell wurde am Tage darauf eine Collecte gemacht, anfangs in der Absicht ein Wohnhaus für den Geld-Feind zu kaufen, das als Garantie für sein ewiges Rabbinat hier dienen sollte, und zugleich als Oekonomie der Gemeinde-Kassa, um den großen Hauszins jährlich zu ersparen. Kaum aber wurde die Summa von circa Dollars 700. — aufgesammelt meistens aus den Beiträgen armer Handwerker, die Geld auf Pfänder ausborgten (in einem Bethäuschen wurde sogar an selbem Samstag das Toralesen zu Mincha verweigert, bis Pfänder gebracht Wurden). Als der ön-urw listiger Weise sich des Geldes bemächtigte, und das ganze Volk in der inw-rQU) tröstete: erstens ist ja das Geld in sichern Händen, und wird auf die Veröffentlichung seiner theuern Mamrscnpte verwendet werden, deren Zinsen an Arme wieder vertheilt werden sollen; zweitens für den Rabbi ein Wohnhaus und für dessen Geld ein eisernes Kassa-Haus ist ja eins und dasselbe, und entzifferte alles Wort für Wort aus dem Orakel- Spruch der h. S. vn's b#. — Uns Laien aber bleibt dennoch ein Orakel unverständlich: Wie es ihm in den ersten zwei Samstagen znstüsterte (welches er beim timprr'j’ntf betheuerte), durchaus Hier nicht zu bleiben, wenn die hiesigen verschiedenen Gemeinden sich unter seiner Fahne nicht vereinigen sollten, da das größte Unheil in Israel und dessen goldene zwei Kälber einzig durch die Theilung des Reiches entstanden. — Nun aber ist die Spaltung noch kräftiger geworden, und Unheil ist bereits im walachischen Israel von Innen und Außen, und der heilige Orakelträger — bleibt hier!? Haben etwa die goldenen Kälber, die er salbungsvoll in Gottes Eifer erhaschte, dazu beigetragen? Ja, leider haben es die Indifferenten und Chassidim noch im Voraus eingesehen, daß nur durch dieses Mittel sie in ihm ihren eifrigen Fahnenträger finden, der an ihrer Spitze gegen die Civilisation und den Fortschritt kämpfen wird, und daher scheuen sie keine Mittel und Opfer diesen Heerführer zu erhalten und das Sujet seiner aüsamsttäglichen Draschah ist (außer sein eigenes Ich, das wie ein rother Faden vom Anfänge bis zu Ende sich durchwindet) immer das systematische Schulwesen und der ohnedies sich mühsam bildende geregelte Gottesdienst, die er jedes Mal auf eine unerhörte Weise verhöhnt, und behauptet, daß in den jetzt modischen Synagogen im Aron hakodesch keine Tora zu finden sei und alles Heilige gesetzlos entweihet werde; daher'die Anhänger eines solchen Gottesdienstes arger als nnm»» sind, und alle Diejenigen, welche ein makelloses Leben, sowohl in sittlicher als religiöser Beziehung führen, wenn sie vom Zeitgeist influirt sind, will er vom Judenthume verbannt wissen. Sollten nun die Bessergesinnten öffentlich dagegen auftreten, wird es eher zu einem vwn V)bn als zur Bessergestaltung der Sache beitragen. Dazu haben wir Niemanden im Vorstande, der die gerechte Sache vertreten könnte. Herr Weinberg ist, wie gesagt, vom Amte zurückgetreten, der zweite Vorsteher, der vor einigen Jahren

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