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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1858-09-20 · Heft 39 (20.9.1858) · p. Seite 540

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
22 (1858)
Issue
Heft 39 (20.9.1858)
Date
1858-09-20
Page
Seite 540 (sequence 12)
Language
German
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540 tei zu gewinnen. Gestern hieß eS plötzlich — er reift ab. Er hatte den preußischen Starosten, Herrn Leib Fildesman schriftlich gebeten, seinen Paß in Ordnung bringen zu wollen. Geschah dies, um die Plackereien los zu werden, oder aus irgend einem andern Grunde, genug, daS Gerücht genügte, um seine Anhänger aufzubringen. Mehr als zweitausend Juden, worunter Bader, Schneider, Hausirer und Klempner die Hauptrolle spielten, versammelten sich vor seiner Wohnung und drohten das Aergste zu vollbringen, wenn Herr M. L. Malbim wegfahren sollte. Der Aga, das Haupt der Polizei, der von diesem Aufruhr Nachricht erhielt, eilte hin und suchte die Lärmenden zu beschwichtigen, erhielt aber nur die Antwort: der Rabbiner soll bleiben, wir wollen ihn und keinen Andern, laßt uns den Rabbiner I Durch diesen Auflauf stolz gemacht, verlangte Herr M. L. Malbim in einer darauf stattgefundenen Sitzung eine Entschädigung von 2000 Ducaten, wenn er nicht binnen drei Monaten zum lebenslänglichen Rabbiner Bukarests eingesetzt worden. Wie erscheint ein solcher Antrag? Es wird jetzt mit ihm unterhandelt und in Kurzem werde ich Ihnen das Resultat mittheilen. — Schließlich will ich Ihnen noch bemerken, daß dies alles Ihnen Erzählte keinen Schritt von der Wahrheit abweicht und daß ich als Fremder gänzlich unparteiisch bin. M. A. Schwarz. Italien. Turin. Die Emancipation der Israeliten in dem Königreich Sardinien ist ein Factum, das keinen Zweifel mehr zuläßt. Von Tag zu Tag empfangen wir neue Beweise von der Redlichkeit, mit welcher die Regierung den liberalen Geist der Constitution ins Leben setzt. Die letzte Nummer des Fäucutore israelita berichtet mehrere Ernennungen von Israeliten zu öffentlichen Aemtern. Diese Liberalität wird noch erhöht durch die zarte Achtung vor religiösen Gewissensftrupeln. — Herr Gracolino Levy aus Parma ist zum Professor an dem Nationalcollegium ernannt worden. Nachdem Herr Auselin Pnrgluse seine Examen mit Erfolg beendet hatte, wurde er augenblicklich zum Ofsicier an der Verwaltung des Telegraphen ernannt. Frau Debora LatteS sollte mit anderen Lehrerinnen zusammen ihr Eramen an einem Festtage machen; der Rabbiner wendete sich an die Examinatoren und daS Eramen der israelitischen Lehrerin wurde auf den folgenden Tag verlegt. Herr Israel Guastalla aus Modena wurde dllrch den Tod seiner an einen Kaufmann in Triest verheiratheten Schwester in seinen innigsten Gefühlen aufs Tiefste verwundet und schickte an seinen Schwager eine Summe von 45,000 Francs, die für fünf Waisenmädchen bestimmt war. Er schrieb dabei vor, daß, wenn eine von ihnen vor ihrer Verheirathung stürbe, ihr Theil den der Anderen noch vermehren sollte, die ihr Geld am Hochzeitstage ausgezahlt erhalten werden. Der Läuestor« israolits veröffentlicht einen Brief des Monsignore Milesi, Minister des Handels und der öffentlichen Arbeiten in den Kirchenstaaten. Der Prälat läßt darin Herr» Abraham Ascoli aus Terni wissen, daß die rohe Reibe, die er zur Ausstellung nach Rom geschickt hat, für die beste gehalten worden, und ihm deshalb eine goldene Medaille zuerkannt worden sei. Dies geschieht in demselben Lande, wo eine einfache Erklärung einer Magd genügt, um ein Kind seinen Eltern zu entreißen. (Arch. isr. de Fr.) Rußland. Kiew. Die Vorsteher unserer Gemeinde haben sich vor Kurzem bei einem ihrer Collegen, Herrn Roftnberg, versammelt und haben beschlossen, den vom Glück wenig begünstigten israelitischen Studenten, welche die Universität in Kiew besuchen, zu Hülfe zu kommen. In der Sitzung wurde die Subscription eröffnet und erhob sich sogleich auf 70,000 Silberrubel. Der Jnspector der Universität war ebenfalls in der Versammlung gegenwärtig. A n z e i g e n. Stuttgart. Auf einem guten Platze »nv ganz nahe an einer der größten Handelsstädte Württembergs ist der Inhaber eines schon mehr denn 30 Jahren bestehenden Colonial- und Landesproductcngeschästs gesonnen, einen jungen Kaufmann israelitischer Confession als Theilhcrber in sein Geschäft aufzunehmen. Streng solider, verträglicher Charakter und Geschäftstüchtigkeit find Hauptbedingungen, dagegen werden nur ein Paar Tausend Gulden Einlage beansprucht, und könnte mit dieser Association nach Umständen ein näheres Familicnverhälmiß eingegangen werden. Anträge übernimmt unter Zusicherung strenger Discretion A. Jaeoby, Ecke der Eberhard-Tübingerstr.

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