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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1858-09-20 · Heft 39 (20.9.1858) · p. Seite 534

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
22 (1858)
Issue
Heft 39 (20.9.1858)
Date
1858-09-20
Page
Seite 534 (sequence 6)
Language
German
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534 immerhin höchst bedenklich bleibt, die Einmischung des Staates anzurufen und der Religionsgemeinde ihre seit Jahrtausenden geheiligten Prärogative zu nehmen. Mit Recht verwahren sich darum die Gemeinden gegen die tendenziösen Bestreben, die trotz der Erfahrungen von Jahrtausenden nicht der Macht unsres Glaubens und der Kraft seiner Lehre vertrauen, sondern das Heil in Zwangsmaßregeln suchen, welche ihre Wirkung auf das Judenthum Gottlob stets verfehlt haben. —" Berlin, 29. August. (Privatmitth.) Vor mir liegt die so eben ausgegebene „Uebersicht der Einnahmen und Ausgaben bei der Verwaltung der jüdischen Gemeinde zu Berlin. Bei dem andauernden Wachsthum unsrer Gemeinde nimmt Alles ein kolossales Verhältniß an. Sie ersehe» dies daraus, wenn ich bemerke, daß die Gesammteinnahmen im Jahre 1857 79,182 Thaler betrugen, so wie die Gesammtausgaben 74,806 Thaler. Um so mehr wird es hier am Platze sein, einige nähere Angaben mitzutheilen. Zuvörderst hebe ich einige Stellen aus der einleitenden Ansprache hervor. ES heißt darin: „Daß die Finanzen unserer Gemeinde sich in dem erfreulichen Zustande fortschreitender Entwickelung befinden, ergiebt schon eine einfache Vergleichung der Zahlen in den vorliegenden mit denen der vorangegangenen beiden Jahresabschlüsse. Ein Blick in die Einnahmepositionen erweist es, daß die daselbst unter „Laufende Einnahme" verzeichneten „Beiträge", welche in den Jahren 1854 und 1855 sich auf 33,000 und resp. 32,000 Thaler beliefen, in den beiden letztverfloffenen Jahren bis auf 41,000 beziehungsweise 43,000 Thaler gestiegen sind. Besonders bemerkenswerth ist aber in Betreff dieser beträchtlichen Mehreinnahme, daß sie nicht etwa durch eine allgemeine Erhöhung der Steuersätze, sondern durch die in Beziehung auf die Zahl der Beitragenden sorgfältig fortgeführte Revision der Heberolle herbeigeführt worden ist. Denn wenn auch im Laufe der beiden letzten Jahre einzelne Beitragserhöhungen stattgefunden haben, so waren dies eben nur vereinzelte Maßnahmen, welche den Zweck gehabt, auffallende Unrichtigkeiten in der Besteuerung zu beseitigen und ein richtiges, mit den allgemeinen Grundsätzen der Einschätzung übereinstimmendes Lerhältniß herzustellen. Von wesentlichem Einflüsse waren daher nur die fortgesetzten Ermittelungen in Betreff bisher außer Ansatz gebliebener Gemeindemitglieder und die Heranziehung derselben, so wie der inmittelst neu hinzugetretenen Mitglieder, indem hierdurch die Zahl der Contribuenten, welche im Jahre 1854 nur 1794 betrug und im Jahre 1855 auf 2425 angewachsen war, gegenwärtig bereits die Höhe von 2640 erreicht hat. „Unsere Anstalten für den Jugendunterricht nehmen in ihren von competenter Seite anerkanmen Leistungen einen immer lebhaftem Aufschwung. Die Frequenz der drei Gemeindeschulen steigt von Jahr zu Jahr und wirkt zugleich auf die Ertragsfähigkeit derselben so günstig zurück, daß die Anstalten sich erweitern, ohne darum zur Bestreitung ihrer laufenden Bedürfnisse die Gemeindehauptkaffe erheblich mehr als früher beanspruchen zu müssen. Die dem vorliegenden Berichte angehängten Lectionöpläne der einzelnen Schulen geben über das Pensum derselben Auskunft und es geht daraus hervor, wie die Knabenschule es sich zur Aufgabe macht, ihre Zöglinge für die mittleren Classen der Gymnasien oder Realschulen heranzubilden, während die Mädchenschule die weibliche Jugend für eben dieselben Classen höherer Töchterschulen vorzubereiten bemüht ist. „Wenn wir hierbei Veranlassung nehmen, auf die erst seit einigen Jahren bestehende Religionsschule und das Gedeihen derselben besonders hinzuweisen, so geschieht dies im Interesse derjenigen Heranwachsenden Jugend unserer Gemeinde, welche in den verschiedenen Lehranstalten der Stadt für ihren bürgerlichen Beruf ausgebildet, und der in dem neuen Institute der Gemeinde die Gelegenheit dargeboten wird, ihr in jenen Anstalten gesammeltes Wissen durch das zu ergänzen, was für das religiöse Leben und die religiöse Gemeinschaft erforderlich ist. — Von den Leistungen dieser Anstalt geben die alljährlichen öffentlichen Prüfungen derselben das beste Zeugniß. „In erhebender Weise aber hat der mildthätige Sinn in unserer Gemeinde sich in dem verflossenen Jahre an der Krankenverpfl egungsanstalt bewährt. Wenn wir in unserem letzten Berichte die Herstellung eines neuen, den zeitigen Bedürfnissen und Anforderungen entsprechenden Krankenhauses als eine unabweisbare Pflicht bezeichnet haben, so ist es nur dem hochherzigen Entgegenkommen unserer verehrten Mitglieder zu verdanken, daß wir jetzt schon diese Pflicht zu erfüllen im Begriffe sind. Zu dem im Depositorio der Gemeinde für den Bau eines Krankenhauses vor-

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