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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1858-08-23 · Heft 35 (23.8.1858) · p. Seite 481

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
22 (1858)
Issue
Heft 35 (23.8.1858)
Date
1858-08-23
Page
Seite 481 (sequence 11)
Language
German
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481 des Verstorbenen, der Rabbiner Herr Samuel Freund, der Cultusvorsteher Herr Ernst Wehli, mehrere Repräsentanten der Cullusgemeinde und der Vorstand der Beerdigungsbrüderschaft; diesen Genannten folgten der Oberstabsarzt Herr vr. Czelechowsky, der Staabsarzt Herr vr. Dworsky, viele Regiments- Ober- und Unterärzte, alle in Galla-Uniform, einige Herren Officiere, viele christliche und israelitische Kollegen als Repräsentanten der medicinischen Facultät, endlich die große Menge der übrigen Theilnehmer, gefolgt von einem zweiten Zuge deS genannten Inf.-Regiments, dem sich eine lange Wagenreihe anschloß. Auf dem israelitischen Friedhofe angelangt, wurde die Leiche von einem Theile der Mannschaft aus dem Wagen gehoben und dann auf der Bahre von seinen GlaubenSbrüdern unter der Recitation der bekannten Gebete zu Grabe getragen. Während der Einsenkung derselben wurde von der auf dem Friedhofe in der neu hergerichteten Allee aufgestellten Mannschaft dreimal eine Generaldecharge abgefeuert. Nach diesem letzten militärischen Gruße an den Heimgegangenen Bruder, nach dieser letzten Ehrenbezeugung verfügten sich die Leidtragenden in die neu erbaute Versammlungsstube, wo der Va« Ä'lp gesprochen wurde. Nicht unerwähnt darf bleiben, daß der militärische Conduct des Verblichenen als Militärarzt von der Localpresse sowohl als von dem Publikum besonders beachtet wurde, weil zweien im h. I. verstorbenen Militärärzten (Christen) der militärische Conduct nicht zugestanden wurde, da man die Aerzte nicht als Soldaten, sondern als dem Militär coordinirte Civilbeamte anzunehmen vermeinte. —. Die Anfrage eines Israeliten aus Böhmen, ob er bei der von Seite der Wiener Nationalbank veranlaßten Versteigerung der Staatsgüter in Kärnten und Krain mitlicitiren könne, wurde vom Bankgouverneur verneinend beschieden. Aus dem Tokayergebirge, im Juli. (Privatmitth.) Dem „Prot. Egye. L." zufolge wurde in der am 9. Juni d. I. abgehaltenen Generalversammlung des evangelischen Kirchendistricteö jenseit der Donau Seitens der hohen evangelischen Geistlichkeit sich mißbilligend über die Verordnung der hohen Regierung, der zufolge israelitischen Schülern der Besuch von protestantischen Lehranstalten nur dann gestattet ist, wenn sich in dem betreffenden Orte weder eine israelitische, noch römisch-katholische Schule befindet, ausgesprochen. Gleichzeitig wurde vom Convent jene hohe Verfügung der hohen Regierung als eine die evangelische Kirche zurücksetzende und herabwürdigende bezeichnet und selbige dem Schulausschusse zur Berichterstattung übergeben. Bemerken wollen wir, daß die protestantischen Gymnasien Ungarns zu den bessern unseres Vaterlandes gehören und selbige stets von Israeliten besucht wurden, ja sogar vor wenigen Jahren ein evangelisches Gymnasium der Nachbarschaft einem Israeliten eine Professur*) übertrug. Der Pesther Lloyd veröffentlicht Folgendes: „Die am 26. Juni im deutschen Theater zu Pesth stattgehabte Vorstellung der Oper „Die Hugenolten" ergab zum Besten des israelitischen Spitals eine Summe von 126 Fl. 20 Lr. Conv. Mit Rücksicht auf die gegenwärtige Saison, in welcher ein großer Theil der Theaterfreunde theils auf dem Lande, theils in Curorten weilt, ist dies Erträgniß immerhin als ein sehr günstiges zu betrachten. Der umsichtigen Direction bringt der Vorstand des israelitischen Spitals andurch seine volle Anerkennung und wärmste Danksagung." In der Schulwelt giebt es wenig Neueö. Jedes Zeitungsblatt bringt Concurse und Mittheilung über den Fortschritt des israelitischen Schulwesens. So wurde in Gyoma eine neue Schule organisirt, und in Arad der israelitischen Cultusgemeinde zum Baue einer Gemeindeschule 30,000 Fl. Conv. aus den Mitteln des israelitischen Landesschul- und Unterrichtsfondes unter günstigen Rückzahlungs-Modalitäten geliehen. In S. a. Ujhely wurde der Gehalt eines jeden Lehrers von 440 Fl. Conv. aus 520 Fl. Conv. erhöhet, dafür aber die Stelle eines Oberlehrers nicht wieder besetzt. Oberlehrer I. I. Rosenmeyer. 9 Krakau, im Juli. (Privatmitlh.) Der hiesige Rabbinatssitz ist bisher noch erlediget. Der vor einigen Monaten gefaßte Entschluß, ihn mit dem Mattersdorfer Rabbiner zu besetzen, wurde vereitelt, da die Regierung die Wahl nicht bestätigen will, weil er keine akademische Bildung hat. ES wird daher dem Vernehmen nach dieser Rabbinatssitz nur einem solchen Rabbiner verliehen werden, der akademische Bildung, verbunden mit einem guten Reduertalente, besitzt. *) vr. Schiller war noch vor wenigen Jahren Professor am Lyceum in Eperies. 35**

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