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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1858-08-16 · Heft 34 (16.8.1858) · p. Seite 463

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
22 (1858)
Issue
Heft 34 (16.8.1858)
Date
1858-08-16
Page
Seite 463 (sequence 7)
Language
German
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463 * da gut, die Schläfrigen, Bequemen aufzurütteln und sie aus ihrer Lethargie zu wecken. Es ist ja auch nolhwendig, daß bezüglich der Auswahl der Lieder keine Mißgriffe geschehen, und darum die Aussicht von Selten der Behörden unerläßlich. Schon Plato will (Legg. 6.), daß es nicht von der Willkür der Eltern und Lehrer abhängen soll, was die Kinder hierin (im Gesang) lernen, „sondern von der Obrigkeit!" — Wenn nun demnach die Nothwendigkeit der Pflege des Gesanges auch für die jüdische Schule und für das jüdische Gotteshaus schon längst erkannt sein dürfte, so frage ich weiter: Warum fehlt uns denn noch immer ein jüdisches Schullicdcrbuch? Also wieder ein klarer Beweis, daß wir bei der großen Anzahl jüdischer Lehrer Deutschlands oder der ganzen Welt wenige Sangesbrüder haben, sonst müßte doch endlich einmal ein derartiges Product, entstanden aus der Vorliebe zum gegenwärtig behandelten Gegenstand, ans Licht getreten sein, und cs wäre schlimm, wenn auf uns der bekannte Spruch im buchstäblichen Sinne anzuwenden wäre: „Wo man singt, da laß Dich fröhlich nieder" :c. So wie es Liedersammlungen giebt, die für christliche Schulen bestimmt sind, so dürfte folgcweise auch eine Sammlung für jüdische Schulen vorhanden sein. Ist diese Sammlung zweckmäßig, so wird sie sich von selbst Bahn brechen und den Eingang in die Schulen stnden. Simon Hecht. Hamburg, im Juli. (Privatmitth.) Nachdem nun durch einen ersten officiellen Bericht unseres Senats der glückliche Erfolg der vor sechs bis acht Monaten auf Anlaß der großen Handelskrisis genommenen außerordentlichen Maßregeln constatirtist; nachdem Hamburg die goldene Regel „Hilf Dir selbst, so wird der Himmel Dir helfen" glänzend bewährt hat; nachdem diese ehemalige „freie Reichsstadt" Niemandem Dank schuldet als der Regierung der ehemaligen „deutschen Kaiser"; nachdem wir überstanden haben lia-Läag ha- Schanannim ha-Bus la-Geejonim, das beleidigende Mitleid der Schadenfrohen, die Strafpredigten der Uebcrklugen, die Rathschläge der Volkswirrhschaftsweiber, und — wahrlich nicht das Geringste — das erschreckliche Dummzeug der Krähwinkler, mit einem Wort, nachdem wir uns anschicken, wieder dazustehen als das alle Hamburg, die Freude und der Stolz des ganzen deutschen Volkes — dürfte es auch nicht unangcmessen erscheine», wenn wir kurz erwähnen, was denn diese Periode auf die jüdischen Kreise eingewirkr hat. Und da können wir versichern, daß, so wie nur eine geringe Zahl von jüdischen Firmen ihren Verpflichtungen nicht vollständig hat Nachkommen können, es auch keine merkbare Zahl von Familien ist, die eine wesentliche Veränderung in ihrer Lebensweise vornehmen mußte. Wenn man hier viel von Selbsttäuschung über den eigenen Vermögensstand gehört hat, so ist daS nicht vom Capitalbesitz zu verstehen — im Gegentheil, die meisten hiesigen Kaufleute pflegen ihre Jahres-Bilanzen eher zu niedrig als zu hoch aufzumachcn — als vielmehr bezüglich der Einkünfte. Wenn z. B. Jemand mehrere Jahre nacheinander jährlich 600«) Thaler erworben hat, so vergißt er leicht, daß es auf „Handel" gar keinen bessern Reim giebt als „Wandel" und betrachtet sich als einen Mann von 6000 Thalern festem Revenue. Aber auch in dieser Beziehung haben hier nur ganz Wenige über die Schnur gehauen und müssen jetzt retiriren. Rameiltlich, und das ist ja hier am gehörigen Orte zu erwähnen, haben unsere Anstalten durchaus nicht gelitten. Unsere Gemeindekasse hat 1857 an directer Steuer etwas weniger eingenommen als sie sollte, nämlich nur 96,000 Mark Courant (Pr. Thlr. 38,800), weil in den bösen Monaten November und Dccember fast Niemand einzahlte; in diesem Jahre wird das wieder eingeholt, und nur die Jntraden von fremden Einkäufern und von Heirathen werden vorläufig wenig einbringen. Dagegen ist der 1857er Bericht unserer Armenanstalt ein wahrhaft günstiger, indem die Zahl der eingezeichneten armen Familien (278) sich abermals vermindert hat und selbst unter der von 1817—18 steht, trotz der seitdem mehr als um die Hälfte vergrößerten Bevölkerung. Das Krankenhaus schloß mit dem sehr geringen Bestand von 33 Kranken (20 M., 13 F.). An Mazzoth wurden ganz gratis vertheilt 5800 Pfd. und zu moderirtcn Preisen verkauft circa 12,000 Pfd. DaS gesummte Fabrikat betrug 51,000 Pfd. Mazzoch, der Normalpreis war (1857) 7'/r Schilling (55/* Sgr.) pro Pfd. Unser gesummtes Armenwesen kostete 89,000 Mark, wovon 22,500 Mark auf die Wochengelder, 7400 Mark auf momentane Unterstützung, 7000 Mark auf Haus- und Gemüthskrankenpflege (für letztere har unser Krankenhaus keine Einrichtung), 9900 Mark auf Brok und Suppe, 10,000 Mark auf das Krankenhaus und 5000 auf Armenbeerbigung fallen. Feuerung ver>

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