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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1858-08-02 · Heft 32 (2.8.1858) · p. Seite 438

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
22 (1858)
Issue
Heft 32 (2.8.1858)
Date
1858-08-02
Page
Seite 438 (sequence 10)
Language
German
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438 Samüek Hilman», Nachfolger Zonathan'S zu Metz,' ergriff freudig die Gelegenheit, gegen diesen zu conspiririren, und" sammelte Kameoth, die- Zonathanin' Metz! auSgetheilt haben sollte. ' An diese drei Männer wandte, sich Emden/ und' fid folgten ' seiner Aufforderung. Sie,- richteten Sendschreiben an den-Vorstand zu Altona/ um chn zur Absetzung Zonathan'S zu bewegen-' ' - 0 r 3u den drei Gemeinden herrschte eine gewaltige Auf- - regung, die Parteien standen einander schroff'gegenüber,! so daß die gegenseitige Erbitterung immer zunahm-' Krakeht und Ohrenbläsern warm an der Tagesordnung/ Ge-i bei-denspäher und Geschichtenträger hätten vollauf zu IhuN,! indem fie den so günstigen Boden recht wacker bearbeite-! ten und die astgemeine Zerwürfniß und Zerrüttung nah«! tagtäglich überhand. : Die Gährung der Gemüther führte einmal sogar in der Synagoge einen'ärgerlichen, bitterbösen Ausritt her» und 'die Scharwache mußte zur Herstellung der. Ruhe herbetgehokt werden.'' ' Dieser skandalöse' Vorfall Mir Emden Furcht ein, er' fing-cm für fein Leben zuzitterst, verließ nächtlicherweile Altona und flüchtete zw feinem Schwäger nach Amsterdam. ' Dort verweilte er ungefähr 18 Monate, und verfaßte daselbst den r>-nrr rm3p!-r, eine Sammlung vop Relationen über Sabbäthat Zwy, den Kampf gegen Nehemia» Ehajnn/ Mose« CH? Lüzzatio, und endlich eine Fküth von Beschimpfungen über Jonathan. - ' Bot Allem benützte Jonathan die Kanzel zu feiner Bertheidigung. Sobald ihm das Gerücht zu Ohren kamdaß man ob de» in jener Kamea gefundenen verdächtigen Ausdruckes feinen Namen öffentlich verunglimpfehielt er in> der Synagoge zu seiner Rechtftrtigung ein« sehr populäre Rede, dir als Meisterstück agadistifchet Vortragsweise gelten kann. Et greift Niemanden persönlich an, spricht auch von seinen Gegnern nicht auf unehrerbietige Weise, sondern sagt bloS, daß Die, welch« stisen Namen schmähen und ihn herabsetzen, bezüglich der gegen ihn erhobenen Anklage eigentlich gar keine Stimm« haben, indem sie von dem Inhalte der Kameoth und von der geheimen Wissenschaft überhaupt nicht den mindesten Begriff haben; betrachtet daher da» ihm ^»gefügte Herzelriv als göttliches Derhängniß, wodurch der Allgerechk« ihn für feine Sündeir strafen, somit durch diese Sühne und Buße die Schuldenlast von seinem Haupte tilgen will, welches ihm auch zum Trost und zur Beruhigung gereiche nach dem AuSfpruche de» Pfalmisten <94, 11.)- „Heil dem Manne, den Gott züchtigt." Sr schwört ferner «inen feierlichen Mb/: daß die-'-ihm 'zu» Last! gelegte Beschuldigung unwahr, verfluche Sabbathai Zwy: und alle seine Anhänger, wie' Nicht nfindev jenen Falfificator, der, die bekannte, den ganzen Rumor verankaffende Käme«? eigentlich geschrieben und' äl» vone ihm .herrührend ausgegeben; schließlich ' spricht er über All«, die/ in Zukimst ÜngebührltcheS von ihm sprechen werden/, den schweren Bann auS; denn von seiner Ehre hänge, auch die der -Thora, deren Forscher, so wit die seiner-.im Lande, der > Heiligen »yn ruhenden Bäten ab.? '.Hi; h DaS andere Amulet, welches Jonathan an cme-schwan» > get» Frauj Tochter! eine» angesehenen! Manne»'zn Aftona, gegeben / wurde ebenfalls geöffnet,, darin' zwar, gari nichts Anstößige»» gefunden/.doch säumte Jonathan nicht/,.eine genügende Erklärung hierüber abjüfaffrnü-dies«,einem! ehrlichenglaubwürdigen, Mannt zu Hamburg ln die^Häntze zu geben / damit: selbe: einem Zedin zuriVerfügnng stehe, und man. ohne. Scheu, vor: dem Oberrabbiner davon, Einsicht nehmen könne. ^Nachher verfertigte,er nn: .Comp.««» diumaller von ihm bei Abfassung der Kameoth gebrauchten Formeln, Charaktero und SchemotH! «nd überschickte selbe zur Prüfung an zwer> in: dieser Gegend allgemein autorifirte Kabbalisten, nämlich an denSamuel Esstn» gen"/: Laudrabbinrr-zu Münster-,rustd.an.,,.Wa»> Olaj- ' now"/, der stüher Rabbiner zü Olajuow und,KäUschm gewesen/ eine» unglücklichen , , ihmaber Nicht zur- Unehre gereichenden Vorfalles: wegen seinen RahbinatSfitz verlassen mußte/ und nun zw Amsterdam sein Domicil hatte. , Beide, träte»» alsseine warmen/' eifrigen. Vertheidiger auf. — SaM. Esfingen — in einem. Schreibenan Htz- . nach«» 4ruft, Himmel und Erda zj». Zfuge» an;-, ,/daß! diese. Kameoth wohldem Umfang«, nach kein und kurz, dem Sinne nach hingegen voll: tiefer , . nicht leicht-zu erfassender Schärft,. welchen nicht, Zeder, besonder» Derjenige nicht zu ergründen vermag, dem die praktische Kabbala «in« terra incognita; daß alle hier vorkomMenden Formeln den sanctivnirten, authentischen Quellen entnommen und hochheilig, genannt zu werden verdienen. Ferner spricht er über die Feinde Zonathan'S/ dit derlei Gerüchte auSgesprengt, einen herben Fluch au», der auf ihrem Haupte lasten" möge, bis daß sie in sich gehen, und Gott dem Herrn wieder Ehre geben. Außer diesen erhoben sich eine Menge Verehrer und Freunde Jonathan'», und die meisten und vorzüglichsten Gemeinde» in Polen, Litthauen,. Ungarn, Mähren und Italien sprachen feierlich den Bann über die Feind« Jonathan'- au». Diese schwiegen nicht und wiederholten

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