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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1858-08-02 · Heft 32 (2.8.1858) · p. Seite 439

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
22 (1858)
Issue
Heft 32 (2.8.1858)
Date
1858-08-02
Page
Seite 439 (sequence 11)
Language
German
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439 ihre Anschuldigungen in zahlreichen Schmähschriften, und der Streit-wurde so heftig, daß selbst die deutschen Zeitungen darüber berichteten. Sie wandten sich mit einer förmlichen Klageschrift -an den Senat zu Hamburg und beschuldigten Jonathan der Hererei. Der Bürgermeister zu Hamburg ließ diesen Dorladen, besprach sich eine geraume Zeit mit ihm, und ward von Bewunderung über die erstaunliche Gelehrsamkeit /des Rabbiners hingerissen, errvieS ihm die größte Hochachtung und Ehrerbietung, welches Ereigniß große Sensation in der Stadt hervorbrachte. Das Resultat dieser Unterredung war auch diese-,.,/daß -die Kläger Jonathan'S mit ihrer Klage vom Senate abgewiesen wurden." Nun wagten diese noch einen letzten Versuch, nämlich bei dem Könige von Dänemark Friederich V* (1746 —1766) eine Klageacte einzureichen. : Meber 'die in tiefem Actenstücke angeführten Beschwernisse find wir etwas genauer unterrichtet. Haupt-" gegenständ 'der ^l'age waren ivieder die porgelegten, von dem königlichen Procurator zu'Metz vidimitten Abschriften der berüchttgten fünf Kameoth, nebstbei wurden viele gehässtge DLationen rvorgebrach^ ^Unter Anderem hieß es dartrrr—1— .. ' ' 2. Der Wahlakt/bei der Aufnahme Jonathans sei ein Ungesetzlicher gewesen, nur dessen Anverwandte hat-. tenlfüfrjihnstzestimmt, durch unerlaubte Wahlumtriebe es abeü dahin gebracht,'daß er selbst wider den Willen der Maforität hierher berufen worden. '\'h.: Die "Verehrer Jonathan'S -legen demselben, solche, -Ehrentitel, bei^/die. nur der köyiglichen Majestät zukämeu^'indem.sie ihn ^,dje.Krone Israels"; ,^daS Diadem der.Nation" nennen; welches immerhin'-alS^ LaeVom Ms-' je8t2ll8 angesehen' werden dürfte. / ' H. ^Jonathan habe sich dem allerhöchsten Wesensgleichzustelleü und dadurch allenthalben Streit und Hader anzufachen gesucht indem er in dem von ihm verfaßten mjn N»vp alle seine Schüler auffordert, sich des Lehrers anzunehmen, und ihnen rinschärst, daß die Ehre des Lehrers gleich der Ehre Gottes. / \ Emden wanMe 'sich auch.AN die jüdischen Synoden von Polen und schicktean dieselben ein Memorandum, das an Schmähung und schändlichen Behauptungen so reich ist^ wie niemals ein andereauf diesem Gebiete. Allein es machte dm entgegengesetzten Eindruck und es erfolgten nur um sy mehr Ehrenerklärungen Jonathan'S. Selbst..baS RabbinatScollegium zu Konstantinopel wollte auch zur Dämpfung des immer weiter um sich greifenden Kampfes fein Scherflein beitragen. Dessen an sämmtliche Rabbinate Deutschlands stylifirtes Sendschreiben vom 1. Nisan (16. März) hebt die Große Jonathan'S aus eclatante Weise hervor, und bittet in bescheidenen, sanften und gemüthlichtti Ausdrücken um,Herstellung des Friedens, aus daß die Ehre Gottes und seiner heiligen Lehre nicht ferner entweiht werde, worüber die Engel der Liebe bittere Thränen vergießen. Endlich erließ auch der Oberrabbiner zu Prag, JecheSkel Landau, ein Schreiben, worin er die Feinde Jonathan'S zum Schweigen anhielr, von diesem aber verlangte,' die Kameoth zurückzunehmen, und. keine wieder außzugeben, um kein Aergermß zu geben. Die dänische Regierung nahm von der gegen Jonathan enAreichten /Klageschrift nur in so weit Notiz, daß .sie fünfzehn det ,wichtigsten Klagepunkte bataus hervorhvb, und'den Angeklagten hierüber zur Der- : theidigüng allffordette. Besonders ward , ihm aufgetraigrn, über das zu Hamburg an die in gefegneiten ilm^andin beftnbliche jüvge/FIau<ve r,ge- , ibene Amulet eine in deutscher Sprache auSgeiarbeitete, leicht faßliche und umständliche Erlklärung. abzugebrn, so daß die hohe Behörde rin den ^taAd gesetzt werde, Wesen und Jnshalt 'desselben beürthtilen zu können. ..DftseS swar aber für Jonathan, wie Jeder leicht einfehen wird, jeine höchst schwierige / sogar fast unmögliche Aufgabe;da ward ihm durch - zwei gelehrte Männer christlicher iConfesfion auS der Verlegenheit geholfen, die eS sich, an« ^gelegen sein ließen, ihn der Staatsregierung gegenüber, izu-rechtfettigen, der Eine, Karl Anton, . Leetor. der hebräischen Sprache zu Helmstadt, der Andere, David Megerlin/Professor , zu Frankfurt am Main. ,Um dif .von den Gegnern behauptete ungesetzlich vollzogene.Wahl Jo- -nathan'S sicher zu stellen'/ ließ die EtaatShehörde .alle ^stimmfähigen Gemeindemitglieder zu einer-neu vorzunehmenden Rabbinerwähl zusammrntreten, und natürlich.entjschied sich eine überwiegende Majorrtat für Jonathan. .So-, 'uach^er/olgte von^oberr herab dessen. völlige-Lossprechung und Bestätigung im Amte, zugleich «uch der Befehl, daß Keiner mehr von den Amuleten sprechen solle. Bei allem Diesem wurde der Stttit nicht beigelegt; noch.im Jahre 17h5,'klagten die Gegner.abermals bei ioer dänischen Regierung, und.fügten sogarbei, die von Metz mit Jonathan Nach Altona gevtisien Talznudjünger waren Spione gewesen, "bitz endlich durch dar'^lHenannken^Jahre etfolgie Hinscheiden Arieh döw'S/den auch Jacob Josua nicht lange überlebte, 32**

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