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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1858-08-02 · Heft 32 (2.8.1858) · p. Seite 433

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
22 (1858)
Issue
Heft 32 (2.8.1858)
Date
1858-08-02
Page
Seite 433 (sequence 5)
Language
German
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438 Salb das Zweckmäßige deS fraglichen UnternchtSwegeS, wie leichr, wie bald er Euch oder vielmehr Eure Schüler zum Ziele führt, selbst erfahren. Geht'- doch Zeder neuen Methode nicht ander-. Wie mancher Lehrer hatte nicht auch bedenklich den Kopf geschüttelt, als man die Kautirmethode beim hebräischen Leseunterricht empfahl, «nd er selbst hat fie spater mit gutem Erfolg gehandhabt. CS wird vorliegendem „Versuch rc." — deß fein ich überzeugt — ein gleiches Schicksal widerfahren. Dem wackern Vers. möge dies zur Beruhigung dienen, wenn sein Büchlein nicht gleich den Beifall und Absatz findet, -den er erwartet, und sich in der Verfolgung sei-. «eS PlaneS: zur Fortsetzung dieser Fibel (wie er in der Borredeverspricht) eine „Vorschule zur Erlernung deS Hebräischen, welche dem Bedürfnisse nach einem für acht- bis neunjährige Schüler zweckdienlichen hebr. , UebersttzungSbuche — *tn die Lücke zwischen Fibel und Pentateuch oder Tefillah auSfüüendeS^Werkchen ..^abhelfen foll"^ zu .bearbeiten «icht beirren klaffen. Möge , er aber, dabei nicht außer Acht taffen, rdaß riu solches Ue- LerfetzungSbüchlein die Grundlage zum Ueberfttzen des Pentateuchs und der Tefillah bilden soll, und daß darum der Stoff— Wörter,TEätze mnd Geschichten— wo möglich auS diesen Heiligen Büchern, und daS möglichst wortgetreu entnommen fein, möge, damit so ein wohlbenutz» bareö Material.angesammelt und dadurch später daS Uebersetzen deSPentateuchs r und Gebetbuches selbst bestens Vorbereitet und erleichtert sei. , .. ' < Run aber darf^ch — ulStreuer Recenftnt -—7 auch DaS, waS mir ln-der. vorLegenden Lesefibel als Mangel h aft erscheint, uicht unberührt fassen. 1) begegnen wir darin aiRzu dielen Drueksehleru, die der Verfasser Hwar zu benachrichtigen bittet, doch aber in einem S ch u 1Lü ch l ei n , und daS noch dazu in einem für Leseanfängerum wenigsten sein dürfen. 2) dürfte bei einem Büchlein, daS »ach pädagogischen Grundsätzen bearbeitet sein und Lebm enthalten soll, die „erste Hauptübung" nicht einen solchen SchlendrianismuS und Mechanismus von bauter nichtssagenden Sylben enthalten, da solche den lernenden Kindern immerhin unerquicklich sein müssen und ihre Leselust nicht „erhöhen" und „beleben" können. Vielmehr müßten (wie ich dies bei meinem Lehrverfahren immer befolgt) aus den Vocalen in Verbindung mit dem ersten vorgeführten Confonanten einfache — auch mehrsilbige —Wörter gebildet sein; dann bei Vorführung deS zweiten Confonanten ebenfalls Wörterzusammensetzungen mit diesem uÄein., so wie mit diesem und dem vorhergeübten, und so ferner bei Vorführung eines jeden Confonanten *). S) AuS der Bezeichnung der Au^rache der Vocale: Chirik mit i, Zere und Segol mit e, Kibbuz und Schuruk mit U, Pathach mit a, Kamez mit 4) und Cholem mit au, 0U, ist zu ersehen, daß der Verf. einerseits nach der portugiesischen Aussprache daS hebräische Lesen gelehrt wissen will; ich glaube aber, daß ihm hierin nur sehr wenige Lehrer beistimmen werden, bezüglich Local- und AbhangigkeitSverhältniffe halber beistimmen können. Von denen in unserm Hessenlande kann ich wenigstens die ziemlich sichere Behauptung aufstellen, daß kein einziger Lehrer zur Annahme^er portugiesischen Aussprache beim ersten LeseunterrichfveS Hebräischen sich herbeilaffen wird; und daö wird in den meisten andern Gegenden Deutschlands nicht minder der Fall fein, da man die bisher übliche sogenannte AuSspvache der d eut sch e n Juden bei den hebräischen Vocalen sgewiß auch nicht ohne Grund) nicht zur Seite ^fäUUn Mag. Die Einführung der portugiesischen Aussprache wäre demnach wieder rin Versuch deS Vers, in seinem Vorliegenden „Versuch rc."z warum nun zwei Versuche auf einmal? .Dieser-zweite Versuch kann den ersten leicht beeinträchtigen. AndererseitS will der Verf. daS Kamez stets als 0 und das Cholem als au oder ou gelesen haben; das ist nun nicht nach portugiefischer Aussprache: also wäre diese nur halb zur Geltung gebracht. Für eine solche Halbheit beim Unterrichte wird sich aber Niemand bestimmen können. Hat ja der Vers, selbst dieses Mangelhafte in seinem „Versuch" fühlen und darum.so viele Harten produciren müssen! So schreibt er in allen deutschen Wörtern, in denen ei vorkommt, ein ai (tzt), als: y* f----- ein), nr-n (— Reise), br*tt ,(«= Weisel), (---- beim) rc>, und auf den Gebrauch des 4M hat er (mit Ausnahme der -ersten mechanischen Uebung) in der ganzen Fibel verzichtet, wodurch die Aussprache deS Cholem bei .den Schülern außer Uebung bleibt. — Warum endlich der Verf. Wörter wie: loben, leben, liebe, geben /jaJ“ ZLÄ ,na^b mit dem härtern a, und mcht lieber und *) Eine Handfibel bei Anwendung meiner Methode besitze ich nicht, ist mir auch nicht durchaus nothwendig. Alle Leseübungen werden an der eigens dazu von mir gefertigten Lesemaschine vorgenvmmen, an welcher die Zusammensetzung der Wörter und Sätze Seitens de- LehretS und der Schüler nicht auf die gewöhnliche/sondern auf ganz eigenthümliche Weife vor sich geht.

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