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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1858-07-12 · Heft 29 (12.7.1858) · p. Seite 400

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
22 (1858)
Issue
Heft 29 (12.7.1858)
Date
1858-07-12
Page
Seite 400 (sequence 8)
Language
German
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400 Krankenhauses in der hiesigen jüdischen Gemeinde iAuguststr. No. 14.) statt. Die geöffnete Baugrube war mit Blumen und Laubgewinden, so wie mit Fahnen und Bannern in den Landeöfarben geschmückt. Rings um dieselbe waren Tribünen mit Sitzplätzen für die Mitglieder des RabbinatS, des Vorstandes und der Repräsentanten der Gemeinde, die Vorstände der verschiedenen Gemeinde- und Wohlthätigkcitsanstalten, für die Ehrendamen der letzteren, für die Leiter des Baues, für die sonst Eingeladenen, größtentheils aus Denen bestehend, welche sich bei der Ausführung des Werkes durch Geldbeiträge betheiligt haben, für die Gemeindebeamten und für das Sänger¬ und MusikcorpS erbaut. Vor den Tribünen waren Rohrsessel für die besonders eingeladenen hohen Personen und Ehrengäste reservirt. Es waren von denselben erschienen: Se. Erc. der Minister v. d. Heydt, der Fürst Bogislaw Radziwill, der Commandant der Stadt Berlin, General-Major v. Alvensleben, Probst Pelldram, Geh. Ober-Reg.-Rath Lüdemann, Brand- Director Scabell, der Decernenk im Polizei-Präsidium für jüdische Gemeindeangelegenheiten, Reg.-Rath Gerber und andere Staatsbeamte. Die Stadt Berlin war vertreten durch eine Deputation des Magistrats, bestehend aus dem Oberbürgermeister Krausnick, dem Bürgermeister Raunyn, den Stadträthen Noht und Meyer und durch eine Deputation der Stadtverordneten-Versammlung, bestehend auS deren Vorsitzendem vr. Esse und den Stadtverordneten Dr. Schulz, Lehmann II., Riese und Sittenfeld. Kurz nach 11 Uhr begann die Feierlichkeit durch den mit Musikbegleitung von dem Synagogenchore und den Schülern der jüdischen Gemeinde-Knabenschule unter Leitung des Chordirigenten Lewandowsky vorgetragenen Gesang des 100. Psalmes in hebräischer Sprache. Darauf verlas der Vorsitzende des Vorstandes der Gemeinde, M. S. Baswitz, den Bericht deö GemeindevorstandeS über das jüdische Krankenhaus. Rach einer Begrüßung der Anwesenden erging sich der Vortragende darin, hinzuweisen, daß, wie überall, so auch hier in der jüdischen Gemeinde daS stete Augenmerk derselben stets auf die Uebung der Werke der Liebe und Barmherzigkeit gerichtet gewesen. Schon im Jahre 1703, als die hiesige Gemeinde kaum 250 Mitglieder gezählt, hatte sich ein Verein unter dem Namen „Bikur Cholim" zu dem Zweck gebildet, den Kranken und Leidenden Hülfe und Beistand zu spenden. Fünfzig Jahre später hatte die Wirksamkeit des Vereins schon eine geregeltere Gestalt angenommen und er gründete aus seinen Mitteln das jetzt noch bestehende Krankenhaus der jüdischen Gemeinde in der Oranienburger Straße, welches theils durch einmalige freiwillige Spenden, theils durch regelmäßige Beiträge unterhalten wurde. Im Jahre 1803 wurde von einer großen Anzahl Mitglieder der Gemeinde aus freiwilligen Beiträgen ein Fonds unter dem Namen „Jubelfonds" gestiftet und aus dessen Ertrag die Anstalt und die Wirksamkeit derselben angemessen erweitert. Diese wohlthätigen Bestrebungen hatten sich der huldvollsten Anerkennung des hochseligen Königs, welche in einem allerhöchsten Schreiben vom 28sten August 1803 an die Vorsteherschaft Ausdruck gefunden, zu erfreuen. Wie dankbar aber auch die Bestrebungen der Anstalt anzuerkennen sind und wie segensreich deren Wirksamkeit auch gewesen, eö stellte sich dennoch dem Vorstande der Gemeinde die Ueberzeugung heraus, daß die Allstalt namentlich einer den Anforderungen der Zeit und der jetzigen Heilkunde entsprechenden wesentlichen Verbesserung der inneren Organisation bedürfe, welche aber in den seitherigen Räumlichkeiten nicht zu erzielen ist, so daß das Bedürsniß eines neuen Krankenhauses unabweislich wurde. Als im Jahre 1844 zum Zweck der Errichtung der jüdischen Alterversorgungs - Anstalt Beiträge gesammelt wurden, wurde der Ueberschuß von ca. 5000 Thlrn. für einen Baufonds zu einem neuen Krankenhause bestimmt. Dieser FondS wurde dadurch bedeutend erhöht, daß die verewigte Frau Sarah Levy der jüdischen Gemeinde ein Legat von 32,000 Thlrn. vermachte und dabei letztwillig den Wunsch aussprach, daß dasselbe zum Theil für die jüdische Krankenpflege verwendet werden möchte, aus Grund dessen 16,000 Thlr. dazu bestimmt wurden. Jetzt konnte man sein Augenmerk auf die Erwerbung eines angemessenen Grundstücks richten, und als sich die Gelegenheit bot, dieses nach dem Urtheile von Sachkennern namentlich wegen seiner örtlichen Lage vorteilhafte Grundstück anzukaufen, wurde an die Mitglieder der Gemeinde ein Aufruf zur Zeichnung freiwilliger Beiträge erlassen, welcher namentlich durch die eifrigen Bemühungen einiger Gemeindemitglieder das glänzende Resultat ergab, daß in wenigen Wochen auch unter Theilnahme der christlichen Bevölkerung die Summe von 50,000 Thlrn. aufgebracht und sonach das Grund-

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