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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1858-07-12 · Heft 29 (12.7.1858) · p. Seite 401

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
22 (1858)
Issue
Heft 29 (12.7.1858)
Date
1858-07-12
Page
Seite 401 (sequence 9)
Language
German
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401 stück angekauft wurde. Mit besonderem Danke deS regen und vielseitigen Beistandes gedenkend, welcher dem Unternehmen durch den Verwaltungsdirector der Königl. Charite, Geh. Reg.-Rath Dr. Esse, so wie durch die den Bau leitende Commisfion und durch die betheiligten Baumeister geworden, sprach der Vortragende schließlich die Hoffnung der Gemeinde auf den Beistand Gottes für das Gedeihen des Werkes auS. Hierauf folgte der Gesang eines deutschen Liedes: „Es klopfen an der Marken Pforte verbannte Pilger schüchtern an" rc., wonach der Prediger Dr. Sachs die Weihrede hielt. Mit einem Danke gegen die Gottheit, welche die edeln und uneigennützigen Bestrebungen, die Willigkeit und Einhelligkeit des Sinnes in der Gemeinde, für die Auszeichnung des schönen und gottgefälligen Werkes gesegnet, knüpfte der Redner an den erstatteten Bericht des Vorstandes an und schilderte, wie jener Drang in der Gemeinde, Werke der Liebe und der Barmherzigkeit zu üben, von Anbeginn in derselben hervortretend, sich fast immer in Zwischenräumen von einem halben Jahrhundert aufs Neue durch das Streben bekundet, dieselben den äußeren Verhältnissen der Gemeinde entsprechend zu gestalten. Indem der Redner dann daS Werk in die Hand Gottes legte, erstehte er dessen Segen über dasselbe, über unfern König und Herrn und Allerhöchstdessen erhabenen Stellvertreter, über Alle, welche berufen sind, an dem Gedeihen deS Staates zu arbeiten, über die Vertreter und die Behörden der Stadt, über die Gemeinde und über Alle, die bei dem Werke sich betheiligt haben. — Ein Mitglied der den Bau leitenden Commission, Commerzienrath L« Reichenheim, verlas alsdann die Urkunde über die Gründung und Ausführung deS Werkes mit den Namen der daran betheiligten Personen. Diese Urkunde, so wie der erstattete Bericht des Vorstandes, Exemplare der gestrigen Berliner Zeitungen rc. wurden dann in gläsernen Hülsen in die offene Steinkapsel gelegt, und diese dann von dem betreffenden Baumeister im Beistände mehrerer Gehülfen mit einem Steine, welcher die Inschrift: „Berlin, den 22. Juni 1858" trug, verschlossen. Se. Erc. der Minister v. d. Heydt wurde alsdann ersucht, die üblichen Hammerschläge zu führen, derselbe trat jedoch den Vortritt darin dem Fürsten Bog. Radziwill ab und folgte dann diesem. Dann wurden die Hammerschläge geführt von dem Commandanten General-Major v. Alvensleben und dem Oberbürgermeister Krausnick. Ehe der Letztere dies that, sprach derselbe etwa Folgendes: Welche Verschiedenheit der Ansichten auch zwischen Juden und Christen obwalten möge, in dem Gebote der Liebe treffen sie alle zusammen. Der Gründer der christlichen Lehre sprach es aus, das erste und vornehmlichste Gebot ist: „Du sollst Gott den Herrn lieben von ganzem Herzen, ganzer Seele und ganzem Vermögen", und daS zweite: „Deinen Nächsten sollst Du lieben wie Dich selbst."*) Aus solchem Geiste der Nächstenliebe'geht dies Werk hervor, von solchem Geiste möge es stets getragen werden. Im Namen der Stadt Berlin spreche ich dies aus, und möge daS Werk ein ewiges Zeugniß sein der brüderlichen Liebe, ein ewiges Zeugniß zur Ehre und zum Preise Gottes deS Weltenbeherrschers. Danach ergriffen den Hammer zur Führung der Schläge der Geh. Ober- Reg.-Rath Lüdemann und der Bürgermeister Naunyn. Dieser sprach vorher ungefähr: „Der Herr ist groß und seine Macht ist unaussprechlich. Wohl dem, der sich des Elenden erbarmt, der Herr wird ihn erretten aus jeglicher Gefahr." Darauf führten die Hammerschläge ferner der Geh. Reg.-Rath, Vorsitzender der Stadtverordneten-Versammlung, Dr. Esse, der Vorsitzende des Repräsentanten-Collegiums der jüdischen Gemeinde, Dr. Veit, Vorstandsmitglied Commerzienrath Karl Heymann, der Vorsitzende der jüdischen KrankenverpflegungS-Anstalt, Finanzrath Steinthal, die Mitglieder der Baucommission für das neue Krankenhaus und endlich die Mitglieder des hiesigen RabbinatS, Rabbinatsverwalter Oettinger und Rabbinatsassessor Rosenstein, so wie der Prediger Dr. Sachs. Die beiden Letzteren sprachen alsdann einen hebräischen und einen deutschen SegenSspruch über das Werk, wonach mit dem Gesang des 150. Psalms in hebräischer Sprache die Feierlichkeit schloß. Zur Erinnerung an dieselbe wurde Jedem der Anwesenden ein Gedenkblatt, darstellend die lithographische Zeichnung des Gebäudes des neuen Krankenhauses, eingehändigt. Bütow, 22. Juni. (Privatmitth.) Am 18. d. M. fand hier die 20vjährige Jubelfeier der Vereinigung *) Aber schon Moscheh stellt diese als die ersten und vernehmlichsten Gebote auf: s. 5 M. 6, 5., nur daß er auch das. V. 4. aussprach, vgl. 11, 1. 13. 22. Ferner: 3 Mos. 19, 18. Die Redact. der A. Z. d. I. 29

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