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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1858-07-05 · Heft 28 (5.7.1858) · p. Seite 388

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
22 (1858)
Issue
Heft 28 (5.7.1858)
Date
1858-07-05
Page
Seite 388 (sequence 10)
Language
German
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388 Ich stelle mich zu Ihrer Verfügung, um dieses Institut zu besuchen, wo ich glücklich sein werde, mit Ihnen die guten Resultate, welche Sie schon erreicht haben, constatiren zu können. Indessen bitte ich Sie, als ein Zeichen einer Sympathie, welche Ihnen nicht fehlen wird, gütigst mein bescheidenes Anerbieten anzunehmen und mich einznschreiben auf die Liste Ihrer Subscribenten mit einer Summe von 50 Frcs. Empfangen Sie, Herr Rabbiner, die Versicherung meiner höchsten Achtung. Der Unter-Präfect, A. de Jancigny. In Folge dieses Briefes, der zugleich wohlwollende und menschenfreundliche Gefühle aussprach, begab sich Herr Lantz, Mitglied des Consistoriums und Präsident des Schulcomitcs, mit uns zum Herrn Unter- Präfecten, um ihn zu bitten, gütigst den Tag zu bestimmen, an welchem er uns mit seinem Besuch beehren wolle. — Vergangenen Donnerstag, am 3. dieseSMonatö, fand der Besuch statt. Empfangen durch das Comite, besichtigte der Herr Unter - Präfect das ganze Haus und erkundigte sich nach allen Details der Schule, nach den Unterrichtsmethoden u. s. w. Nachdem er die Sammlung der industriellen Producte unserer älteren Schüler, die in der Schule versammelt waren, geprüft hatte, zog er sich, ganz befriedigt von deren Fortschritten und gutem Aussehen und der Regelmäßigkeit, der Ordnung und der Reinlichkeit, mit welcher diese Schule gehalten wird, zurück. Was uns betrifft, konnten wir uns nur Glück wünschen zur Eröffnung der ersten officiellen Mittheilungen zwischen dem Herrn Unter-Präfecten und der israelitischen Corporation unserer Stadt. — —. In seiner großen Sorgfalt hat der Herr Minister so eben 200 Frcs. zur Unterstützung unserer Gewerksschule bewilligt. — —. Die sämmtlichen Rabbinen Frankreichs erhalten in diesem Jahre 200 Frcs. Gehaltszulage Seitens der Regierung. — —. Unter den Officicrcn des Geniecorps, welche der lNoniteur de l’Armee als besonders ausgezeichnet während des Jahres 1856—1857 durch die Arbeiten an den Militairschulcn der Armee nennt, sehen wir besonders hervorgehoben den Namen M. E. Hertz aus Sarreguemines. Rußland. Minsk, im Mai. (Privatmitth.) Nachdem schon längst nach der neuen Einrichtung auch hier viele Privatcandidaten der hiesigen jüdischen Gemeinde um die Stelle eines Beamten für besondere Aufträge in den jüdischen Angelegenheiten bei dem Gouverneur angestellt zu werden sich bewarben, gefiel es dem hiesigen Gouverneur, den hier schon einige Jahre anwesenden und im hebräischen Spitale angestellten jüdischen Dr. raed. Herrn Schatzkin gegen 700 R. S. jährlichen Gehalt zu wählen. Derselbe hat sich während seiner Praris viel Gunst und Gewogenheit unter seine» Glaubensgenossen wie auch unter andern Confessionen erworben; da es aber nicht gesetzlich ist, zwei Aemter zusammen zu bekleiden, so mußte derselbe von seiner Stelle am hebräischen Spitale gegen Vieler Verlangen abstehen. Vor Kurzem erlangte der Gouverneur die Bestätigung des Ministers des Innern, und am 5. d. M. legte Herr Schatzkin in der Synagoge in Anwesenheit der Rabbinen und gewisser christlicher Beamter den förmlichen Eid ab. Am selben Tage lud Herr Schatzkin seine jüdischen und christlichen Freunde zu einem Frühstück ein, und hatten namentlich auch viele christliche Beamte dem Herrn Schatzkin solche Aufmerksamkeit geschenkt, welche wohl nicht erwartet wurde. Unter den Anwesenden erhob sich der hiesige humane Vice-Gouverneur, Herr Brantschaninoff, bei einem Glase Wein seine Gratulation dem Herrn Schatzkin darzubringen, daß nämlich Herr Schatzkin, wie wir wünschen, bei seinem sanften Charakter in Angelegenheiten der jüdischen Interessen recht segensreich wirken solle, und schloß mit den Worten: „daß, ohne auf die Verschiedenheit des Glaubens zu achten, auch die Juden dem Staate zu dienen fähig sind, und hoffentlich werden Sie, Herr Doctor, Ihre Pflicht am besten erfüllen. 8. Abhandlungen verschiedenen Inhalts. Nabbi Jonathan Eibenschütz. Eine biographische Skizze von R. Gutmann Klernperer. <Pmg, Pascheles, 1858.) Es ist eine natürliche Erscheinung, daß mitten in einer Epoche der Geistesdürre, wo die Gegenstände, welche die allgemeine Geistesthätigkeit beschäftigen, theils nach-

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