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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1858-07-05 · Heft 28 (5.7.1858) · p. Seite 386

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
22 (1858)
Issue
Heft 28 (5.7.1858)
Date
1858-07-05
Page
Seite 386 (sequence 8)
Language
German
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386 marchio Moravie cupientes condicionem nostre camere facere meliorem de fidei quoque et legalitatis industria nostrorum dilectorum Judicis et curatorum Yglauiensum plurimum presumentes ipsis seriöse commissimus et committimus per presentes vt ipsi vniversos et singulos iudeos de quibuscumque civitatibus, opidis et locis ad ciuitatem Yglauiensium accedere et venire volcntes cis attraliant et aggregent pro residencia per eosdem iudeos et eorum familias ibidem in Yglavia facienda, proinittentes eisdem ciuibus Yglauiensibus bona nostra fide firmiter et sincere quod vniuersa et singula premissa, que eines predicti prefatis iudeis ad residendum in Yglaviam venire volentibus facere decreuerint seu fecerint, rata et grata tenere volumus ac ea per omnia firma et inuilabilia obseruare: Si vero ultra premissa et ordinacionem predictorum nostrorum ciuium cum sepe dictis nostris ciuibus sepe dictos iudeos ad regressum ad loca vnde venerint vel alias vbi eis melius expedire videbitur ad recessum promouere publice vel occulte sine omni nostra ingrätitudine uel olfensa. Et ut supra dicti iudei co licencius se in ciuitatem Yglaviensem recipiant ad morandum, ipsos a consorcio aliorum iudeorum omnium per Morauiam et specialiter Brunensicum absoluimus eximimus et simpliciter liberamus quam in aliis negociis quibuscumque a predictis iudeis vniversis et singulis esse liberos penitus et exemptos harum nostrarum testimonio litterarum. Datum Präge feria quinta post festum Beati Bartholomei proxima Ao. domini Millesimo trecentesimo quinquagesimo quinto. *) Wolf. Wien, 16. Juni. (Privatmitth.) Ich bedauere es sehr, daß es mir die Zeit nicht gönnt, Ihnen einen ausführlichen Bericht über die Einweihung des neuen Gotteshauses zu senden. Möge dieser Brief daher nur der Vorläufer sein. Ich schweige über das Gebäude selbst, eben so über die sonstigen Aeußerlichkeiten; ich hebe nur das hervor, daß jeder Israelit sich gehoben fühlen mußte, indem er diese Räume betrat. Wer hätte vor dem *) Durch dieses Privilegium wird zuerst der Stadt Vglau die Freiheit gegeben, Iuven aufzunehmen, aber auch abzuschaffen; alsdann aber den in Vglau wohnhaften Juden die Unabhängigkeit von allen mährischen Gemeinden, insonders von der zu Brün» zugeficherd Die Redaction. Jahre 1848 geglaubt, daß die Zeit, wo solches geschieht, uns so nahe steht? Man muß sich den Gedanken vergegenwärtigen in einer Zeit, wo man zur Einsicht kömmt, daß so Vieles uns beengt. Jellinek hob dieses in seiner Rede sehr schön hervor und wendete sehr gelungen auf den Kaiser den Spruch iö-np 'in\ Es ist nämlich das zehnte Jahr der Regierung Sr. Majestät. Sehr paffend war auch der Tert der Predigt, den Herr Dr. Jellinek wählte, am letzten Sabbath im alten Gotteshause: „Wie schön und lieblich ist eS, wenn Brüder in Eintracht wohnen." Er wies darauf hin, daß die beiden Gotteshäuser einer Idee entsprungen sind. — Ich gedenke nicht weiter aus die Einweihungspredigten und Gebete zurückzukommen. Weder Mannheimer noch Jellinck bedürfen der Bestätigung, daß sie Kanzelredner in deS Wortes voller Bedeutung sind. Was jedoch sehr zu bedauern, ist, daß der Tempel nicht akustisch gebaut ist. Selbst Sulzer mit seiner kolossalen Stimme drang nicht durch, um so schwieriger wird es für den Prediger, sich dem Publikum verständlich zu machen, da überdies die Kanzel auch sehr niedrig ist. Erwähnen muß ich noch, daß die Herren Minister deS Handels und der Finanzen, der Herr Statthalter und andere hohen Würdenträger, auch die protestantische Geistlichkeit bei der Einweihung anwesend waren. Für heute sei noch bemerkt: man gedenkt an der Frauengallerie ein Gitter anzubringen. Herr Dr. Beer in Dresden theilt uns darüber mit: Mir scheint, das ist eine Reaction ä la Sidur Lamdam, denn in Midoth (2. Perek 5. Mischna) heißt es in Bartenora, daß die Frauen tnunwri „auf dem Balkon standen und herabsahen, aber nicht hinter dem Balkon." Das war im Tempel zu Jerusalem und jetzt! — Wien, 17. Juni. (Privatmitth.) Wie mir von verläßlicher Seite Mittheilungen gemacht werden, ist auch in Prag der Neubau eines Tempels bestimmt, deffen Kosten auf 150—200,000 Fl. veranschlagt sind. Es giebt freilich noch viele Bedenklichkeiten zu schlichten; hoffen wir aber, daß diese gehoben und, wie von der Rednergabe des Herrn Dr. Kämpf zu erwarten ist, die Schwierigkeiten beseitigt werden. So viel ist gewiß, ein neuer Tempel ist für Prag eine Nothwendigkeit. —

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