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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1858-06-28 · Heft 27 (28.6.1858) · p. Seite 374

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
22 (1858)
Issue
Heft 27 (28.6.1858)
Date
1858-06-28
Page
Seite 374 (sequence 10)
Language
German
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374 außer vielen praktischen Aerzten einen Königl. Hofbildhauer, einen Königl. Hofkunstschlossermeister, mehrere Ordensritter, mehrere Königl. Commerzienräthe, einen Polizeirath, zwei Pcivatdocenten an der Universität, sechs Gerichtsassessoren, zwei Referendarien, einen Stadtrath, einen Maurermeister, einen Apotheker, einen Rechtsanwalt, zwei Rabbiner. Wir freuten uns, in einem der beiden Letztem Sie, Herr Redactcur, zu finden. Mögen die vielen Wohlthaten, welcher dieser Verein spendet, auch in so fern ihre Früchte tragen, als sie in den Empfängern die Anhänglichkeit an der angestammten Religion verstärken. Oesterreichischer Kaiserstaat. Wien, 14. Juni. Wie die D. A. Z. aus guter Quelle vernimmt, liegt eine die Besitzsähigkeit der Juden betreffende Beschließung bereits dem Kaiser zur Genehmigung vor. Die vielbesprochene Frage soll in derselben eine dem Geiste der Zeit und der Civilisation angemessene Lösung finden. Prag, 13. Juni. (D. A. Z.) Dieser Tage ist von Seiten der Landesbehörde eine Entscheidung gegen die Geistlichkeit ergangen. Einer hohen.Orts erfolgten Weisung zufolge sind nämlich die akatholischen, resp. israelitischen Bewohner in den in verschiedenen Kirchsprcngeln gelegenen Häusern von der Zahlung der Stola an die Geistlichkeit deS betreffenden Sprengels, welche jährlich große Summm aus machte, frei. Aus Galizien, Mitte Juni. (Privatmitth.) Die Bielaner Wallfahrt hat dem „Czas" Stoff zu einigen Stoßseufzern gegeben, worunter einer wieder einmal den Juden gilt. Das genannte Blatt hatte nämlich die unliebsame Bemerkung gemacht, daß in einer einem hiesigen Kloster gehörenden Dorfschenke während der Pfingsten von Juden Branntwein verkauft wurde, und macht nun auf ejn Ministerialrescript aus dem Jahre 1853 aufmerksam, welches das alte Verbot, demzufolge den Dorfjuden im Krakauer Gebiete der Schnapsverkauf nicht gestattet ist , bestätiget. — In Böhmen scheint das Gespenst der religiösen Intoleranz noch immer hier und da zu spuken; jedoch wird dasselbe, Dank der alle Poren des socialen Lebens durchdringenden Aufklärung, für Das gehalten, was es wirklich ist: für ein bloßes Phantom vergilbter Zeiten und Anschauungen. In Böhmisch- Leipa gaben zwei Israeliten aus Pietät für ihre verstorbenen Eltern eine geschmackvoll ornamentirke Gese-tzesrolle „Thora" in die Synagoge. An der Feier der Einweihung und Uebertragung dieser Rolle in die Synagoge nahmen auch der k. k. Bezirksvorsteher, der Bürgermeister und die Beamten der städtischen Behörde Theil. Jeder Menschenfreund freut sich gewiß über solche Kundgebungen brüderlicher Eintracht unter Bürgern verschiedener Eonfession; hier aber thut sich von sehr engherziger, alle Duldung ausschließender Seite der Zweifel kund: ob es Katholiken auch erlaubt sei, an einer jüdischen Festfeier öffentlich Antheil zu nehmen? und wenn das geschähe, ob die Theilnehmer nicht als Indifferente gegen die katholische Kirche und ihre Lehren zu bezeichnen seien? „Glücklicher Weise", schließt der Correspondent des „Wanderer" aus Nordböhmen, dem wir diese Notiz entnehmen, „glücklicher Weise ist Böhmisch-Leipa eine Gemeinde, in welcher solche mittelalterliche Unkenrufe ungehört verhallen." Ueber das Schulwesen der ungarischen Israeliten fahren die Tagesblätter fort, uns Erfreuliches mitzutheilen, wovon Einiges auch hier ein Plätzchen finden möge, da wir, bei der Verbreitung dieses BlatteS. in Galizien, zu der Hoffnung berechtigt sind, daß. dieser bessere Geist doch endlich auch über die Karpathen herüber auf die Israeliten unseres Landes anregend wirken werde, gutta eavst lapidem. So schreibt der „Oesterreichische Schulbote" in seinem Berichte über daS Schulwesen des Ofener Verwaltungögebietes, daß. dasselbe in 62 Rabbinate eingethcilt und die Schulen nach dem hohen k. k. Unterrichts - Ministerial - Erlasse vom 23. März 1855 organisirt wurden; es befinden sich demgemäß 43 israelitische Hauptschulen in diesem Verwaltungsgebiete und zwar in Pesch, Altofen, Stuhlweißenburg, Totis, Kecskemet, Szegedin, Mislolcz, GyongyöS, Erlau, Lovasbereny, SyenteS, Holdmosövasarhely, Adony. Außerdem wurden noch viele zwei- und 'drei- und auch einige einclassige Schulen organisirt. Auch wurden bei. neun der obengenannten Hauptschulen Jndustrielehrerinrren für weibliche Handarbeiten eingeführt. Im Allgemeinen gab sich in den jü-

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