Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 22 (1858)
- Issue
- Heft 27 (28.6.1858)
- Date
- 1858-06-28
- Page
- Seite 373 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/3224737-3226093-3226121--16996-3245882- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
873 den meisten Anmerkungen dazu bereits vor längerer Zeit fertig war und daß ich den in Rede stehenden Zusatz zu Note 73. erst anfertigte, als ich das andere Manuskript schon abgeschickt hatte. In wie fern es aber seltsam erscheinen kann, wenn in einer Stelle, die als Beleg citirt wird, auf einen in der Jahreszahl sich findenden Druckfehler hingewiesen wird, zumal wenn dieselbe Jahreszahl auch auf der vorhergehenden Seite vorkornml, gestehe ich, nicht einzusehen. Was endlich den zweiten Vorwurf betrifft, so ist der Sachverhalt folgender. Als ich meine Noten zum Emek habacha ausarbeitete, ersuchte ich Herrn Dr. Jost unter Andern: um Auskunft über die Namen ■pwibKiö und ans in-p, worauf ich zur Antwort erhielt: „Ihre Fragen kann ich im Augenblicke nicht beantworten; sie bedürfen sorgfältiger und zeitraubender Untersuchungen. Nur will es mir scheinen, daß der Verfasser S. 73. in der Jahrzahl geirrt hat, indem er die Niederlage Siegismund's bei Nicopolis 1396 meint. ■ja'p öoid riVn halte ich für Jean deFoir." In Folge dieser Antwort, deren Geheimhaltung mir mit keiner Sylbe anempfohlen wurde, bemerkte ich in Note 217: Jost will es scheinen, als wenn der Vers, hier in der Jahreszahl geirrt hätte, indem er die Niederlage Siegismund's bei Nicopolis 1396 meine", und in Note 244s: „Jost hält den «*ns nb^ ■jK'p für Jean de Foir. Dem steht jedoch entgegen u. f. w." Kann Jemand in diesem Verfahren irgend etwas Unbilliges oder Unwürdiges finden, oder sind hier als unsicher gegebene Vermuthungen als aufgestellte Meinungen wiedergegeben? Ich erwarte hierüber getrost das Urtheil des Publikums. Nach Durchlesung des ersten Theils seines neuesten Werkes hatte ich mir erlaubt, Herrn vr. Jost einige Bemerkungen über denselben zugehen zu lassen. In Rücksicht auf eine derselben schrieb mir Jost: „Für die Nachweisung zu S. 392. bin ich Ihnen dankbar verbunden und ich werde Sie benutzen, versteht sich ipniar VW2." Niemals ist es mir in den Sinn gekommen, hiergegen Einspruch erheben zu wollen und es wird mir stets zur Ehre gereichen, meinen Namen von Jost dem Publikum vorgeführt zu sehen. Frei von jeder übertriebenen Empfindlichkeit, werde ich auch jede Berichtigung meiner Angaben, wo und wann eine solche gemacht werden mag, vorausgesetzt, daß sie nicht in verletzender Weise vorgebracht wird, stets mit dem aufrichtigsten Danke entgegen nehmen und bin ich überzeugt, daß der gelehrte Verfasser der Geschichte der Israeliten eben nur in der Eile, wie er selbst sagt und wahrscheinlich auch etwas gereizt, Beschuldigungen gegen mich laut werden lassen konnte, die er bei mehr Ruhe und Muße gewiß nicht vorgebracht hätte. Meiner angegriffenen Ehre war ich dem Publikum gegenüber obige Rechtfertigung schuldig; übrigens scheive ich von Herrn Or. Jost mit der aufrichtigsten Hochachtung und in der Hoffnung, daß dieser Zwischenfall in den mir so schätzbaren freundschaftlichen Beziehungen zu ihm keinerlei Störung Hervorrufen werde. vr. M. Wiener. Zeitungsnachrichten. Preußen. Berlin, im Juni. (Privatmitth.) Eine lebensvolle Erscheinung wird, wenn man ihr nur Zeit gönnt, unter veränderten Umständen immer veränderte Producte Hervorbringen, und dadurch den veränderten Bedürfniffen genügen. So sehen wir innerhalb des Judenthums neue Institute erblühen, die vor zwei Deeennien noch vergebens herbeigewünscht wurden; jetzt aber, nachdem das Bedürfniß immer lauter wurde, auch seine immer wachsende Befriedigung erhalten. Diese Ueberzeugung, daß das moderne Judenthum an schöpferischer Gestaltungskraft dem alten nicht nachsteht, nur daß man von jenem nicht in einem Vierteljahrhundert fertig verlangen darf, wozu das alte ein Jahrtausend gebraucht, muß gepflegt werden, weil dadurch jene ProductionSkraft selbst wiederum verstärkt wird. Unter diese neueren Anstalten zähle ich insonders den „Hülfsverein für jüdische Studirende", der hier seit mehreren Jahren besteht und immer kräftiger aufblüht. Kein Stand wurde länger mit stiefmütterlichen Augen angesehen, als der der jüdischen Studirenden, welcher von allen Stipendien des Staates ausgeschlossen, auch von Seiten der Glaubensgenossen sich der wenigsten Beachtung erfreute. Wir werden bald Gelegenheit haben, detaillirten Bericht über diesen Verein zu geben; heute haben wir nur die Einladung zur Generalversammlung am 26. Juni, mit welcher ein Festmahl verbunden sein wird, so wie das Mitgliederverzeichniß in Händen. In dem Vorstande sehen wir die Wissenschaft und Industrie durch gleich hoch bedeutende Namen vertreten, so wie das Festcomite aus zwei Aerzten, zwei Gerichtsassefforcn und einem Kaufmann (natürlich nur Glaubensgenossen) besteht. In dem zahlreichen. Mitgliederverzeichniß bemerken wir 27