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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1858-06-28 · Heft 27 (28.6.1858) · p. Seite 372

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
22 (1858)
Issue
Heft 27 (28.6.1858)
Date
1858-06-28
Page
Seite 372 (sequence 8)
Language
German
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372 Vestandtheile der Geschichte und Entwickelung des Judenthums und seiner Bekenner anzutreffen stnd. Aber eine andere Frage ist es, auf die wir jetzt geführt werden: wie macht man den großen Schatz dieser vielen Lehren der Hagadoth dem Volke zugänglich? Eine vollständige Uebersetzung des En-Jakob und der Midraschim mit oder ohne Commentar — ist ermüdend wie zweck- und geschmackwidrig! Eine Auswahl — ist wieder nur ein Stückwerk und wird trotz aller Vorsicht in Betreff der Anordnung und des Zusammenhanges doch nichts weiter* als chaotisch! Es bleibt uns daher nur ein Drittes übrig. Die Aussprüche der Hagadoth nach Artikeln, die von innen heraus gesucht werden müssen, zu sammeln und zu ordnen und so nach einem gewissen System dem Volke in einer ihm verständlichen Sprache vorzuführen. Wir erlangen durch dieses Verfahren, daß das Dunkle und Unverständliche derselben mittelst des durch das Ganze sich ziehenden Faden nothwendig von selbst wegfallen muß, auch wird man in Folge der systematischen Aneinanderreihung der Lehren und Aussprüche gern über das Fremdartige ihrer Formen hinwegsehen, so daß sie zu ihrer ethischen Höhe erhoben und des wohlthuenden Eindrucks sich wieder erfreuen werden. Es war dies die leitende Idee, die mich zur Bearbeitung eines solchen Werkes hindrängte, von dem ich als Probe durch das heilsame Institut der jüdischen Literaturgeschichte den Buchstaben A unter dem Titel: ,,Geist der Hagada" erscheinen ließ. Die von vielen Seiten brieflich mir zugekommenen Aufmunterungen, Anregungen und Beifallsbezeigungen — dienen als Beweis des richtig hierzu eingeschlagenen Weges. Unter diesen erwähneich als die competentesten dieDOr. Herrn Frankel, Oberrabbiner und Direktor des Rabbinerseminars zu Breslau, und Herrn Ludwig Philippson, Rabbiner zu Magdeburg, die nach Einsendung eines Probeartikels noch vor dem Abdruck des Buchstaben A nur beifällig, aufmunternd und anweisend über mein Unternehmen sich aussprachen. Ich komme auf diesen, für mich durchaus undelikaten Gegenstand — wenn mir auch jede Lobeserhebung bis tief in die Seele verhaßt ist — weil ich hierzu von vielen Seiten aufgefordert wurde. Es soll nämlich in fernem Polenlande ein jüdisch-deutsches Blatt geben, das eine Arbeit, die Se. Hochehrwürden der Dr. Frankel und der Dr. Philippson als zweckmäßig bezeichnen, nicht gut auszunehmen geruhete und den Stab über das ganze Werk, das eigentlich noch gar nicht vollendet ist und noch gut oder schlecht werden kann, brach. Eine nähere, ausführliche Beurtheilung meines Werkes überhaupt wird erst nach dem Abdruck des ersten Bandes, der nun bald erscheinen wird, möglich sein. Bis dahin bitte ich sich jedes voreiligen Urtheils zu enthalten nach dem schonen Grundsätze: rran nr« "»ran ab Dr. I. Hamburger, Rabbiner. Hannover, im Juni. (Replik.) In No. 14. dieser Blätter sagt Herr Dr. Jost, daß er nach Beendigung des zweiten Theiles seiner Geschichte des Judenthums und seiner Setten in der Eile ein noch unbedrnckres Blatt benutzte, um einige unumgängliche Berichtigungen und Zusätze anzufügen. In diesen Berichtigungen werde ich zu meinem Erstaunen eines Unrechtes geziehen, von dem ich mich durchaus frei weiß und das ich daher ganz entschieden in Abrede stellen muß. Herr Dr. Jost betrachtet es nämlich als eine Unschicklichkeit, wenn jetzt neue Angriffe auf sein älteres Geschichtswerk gemacht werden und bedauert es, daß ich mich in meinem Lmek habaclia von diesem Vorwurfe nicht sreigehalten, indem ich in dem genannten Buche auf eine von ihm früher unrichtig, später jedoch nach Munk's Ermittelungen in Klein's Jahrbuche richtig erklärte Stelle des Sepher hackabbala aufs Neue zurückgekommen wäre und auf einen in seinem Werke stehen gebliebenen Druckfehler hingewiesen hätte. Einen anderen Grund zur Rüge bietet ihm mein Buch -dadurch, daß ich in demselben seine brieflichen als unsicher gegebenen Vermuthungen als von ihm aufgestellte Meinungen gebracht und eine sogar widerlegt hätte. Dies ist in der Kürze der Inhalt der mir gemachten Vorwürfe, deren Darstellungsweise auf jeden Unbefangenen den Eindruck machen muß, als hätte ich einerseits geflissentlich auf die Schwächen des Jost'schen Geschichtswerkes Hinweisen wollen und andererseits mir eine literarische Jndiscretion zu Schulden kommen lassen. Bei der wohlverdienten Achtung, welche Herr Dr. Jost als wissenschaftliche Notabilität allgemein genießt, könnte solchen Vorwürfen gegenüber das Schweigen meinerseits leicht gemißdeutet werden und ich sehe mich daher genöthigt, auf dieselben Folgendes zu entgegnen. In Betreff der Stelle des Lepber hackabbala gebe ich Herrn Jost die Versicherung, daß ich seine Berichtigung derselben niemals gelesen, da ich das Klein'sche Jahrbuch nicht besitze; meine Kritik war demnach eben so berechtigt, wie die von Cassel, welche Jost selbst als zulässig erklärt. Wenn sich aber meine Note hierüber nicht an dem dem Terte entsprechenden Orte findet, so hat dies seinen Grund darin, daß, wie Herr Jost weiß, meine Uebersetzung des Emek habacha nebst

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