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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1858-06-07 · Heft 24 (7.6.1858) · p. Seite 332

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
22 (1858)
Issue
Heft 24 (7.6.1858)
Date
1858-06-07
Page
Seite 332 (sequence 10)
Language
German
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332 dringlichen Vortrag, preisend die Einigkeit der Mitglieder und deren Festhalten an dem göttlichen Glauben und den stets regen Sinn für Humanität. Der Vortrag schloß mit einem Gebet um fernem Schutz des Allmächtigen. Hierauf wurden für Absingung der Gebete und das Heraustragen der Säcke 10 Fl. in die Armenbüchse gelegt. Der Zug mit den leinenen Säcken vom LeichenhauS nach den Grabstätten wurde unter Absingung eines Gebetes abgehalten. Jeder Käufer ließ dem Grabe eines Hingeschiedenen, geliebten Verwandten ein derartiges Säckchen beisetzen. Die Summe von 600 bis 800 Fl. mochte eingegangen sein. Zum gänzlichen Beschlüsse wurde in rascher Weise eine Collecte veranstaltet, die ungefähr 60 Fl. zusammenbrachte, zur Herbeischaffung eines Grabsteines für einen Mann, den die Seinigen nicht durch einen solchen ehren können." Aus Galizien, Ende Mai. Den der Zeitschrift für österreichische Gymnasic^ alljährlich beigegebenen statistischen Uebersichten zufolge war die Zahl der israelitischen Schüler an den österreichischen Gymnasien zu Ende des Schuljahres 1851/2: 1598; 1852/3:1855; 1853/4: 1852; 1854/5: 1987; 1855/6: 2001; 1856 —57: 2018. — Schulmänner und Freunde des Fortschrittes dürfte es interessiren, aus einem detaillirten Ausweis zu ersehen, wie sich diese Ziffern zu der Zahl der israelitischen Bewohnerschaft der einzelnen Kronländer verhalten; wir lassen — mit Erlaubniß der löblichen Redaction — in Rücksicht dessen hier eine folgen. Es studirten an den Gymnasien zu zu Ende de« Studienjahres > 1851, —52 1552 -53 1853 —54 1854 —55 [1855 —56 1856 —57 Niederösterreich 114 112 95 105 121 99 Oberösterreich 1 1 1 1 — — Salzburg — — — — — 1 Tyrol und Voralberg 4 5 4 2 1 — Küstenland 21 18 16 23 28 30 Dalmatien 4 1 5 3 7 ' 1 Böhmen 386 380 370 356 325 317 Mähren 157 150 145 154 143 144 Schlesien 36 29 4Q 36 30 32 Galicien, Ludom. Krakau 275 292 287 294 281 269 Bukowina 6 25 23 32 26 36 Ungarn 551 637 672 774 803 818 Wojwod. u. Temesw. Banat 29 45 52 76 82 104 Kroatien und Slavonien 11 8 9 14 22 29 Militärgrenze 3 — 2 1 1 l Siebenbürgen — 1 5 5 8 17 Lombardei — 64 51 45 46 43 Venedig — 87 75 66 77, 80 israelitische; Schüler. Das Verhältniß der Anzahl der Gymnasialschüler zur Gesammtbevölkerung war in d. Studienjahre bei den Röm-Kath. Gr.-Kath. Gr. n. u. 1853 — 54 1: 713 1 : 1692 1 : 2497 1854 — 55 1:692 l : 1473 1 : 1967 1855 — 56 1 :675 1 :1417 1 : 1965 1856- 57 1 :667 1 : 1327 1 :1869 Cvang. A. C 1:498 1 :451 1 :433 1:523 in i). Studienjahre bei den Eoang. H. <5. Juden 1853— 54 1854— 55 1855— 56 1856— 57 1:862 1 : 604 1 : 620 1 :577 1: 393 1 :429 1: 426 1 : 423 Unter denjenigen, welche nach bestandener Maturitätsprüfung einen andern (d. h. einen außerhalb der Facultätsstudien liegenden) Beruf gewählt haben, wählten 1853/4 zwei und 1855/6 zwei die jüdische Theologie. — Bemerkt man schon aus Obigem im Allgemeinen ein gradatimes Steigen der Zahl der israelitischen Studienbeflissenen, so stellt sich diese Wahrnehmung bei den Schülern der Realschule auf noch erfreulichere Weise heraus, indem daselbst die Zahl der israelitischen Schüler im Schuljahre 1853/4 487, 1854 —55 553, 1855/6 644, 1856/7 758 betrug. — Die Ursache, daß die Anzahl der israelitischen Schüler au den Realschulen eine verhältnißmäßig steigendere als die an den Gymnasien ist, mag einerseits in dem Aufschwünge des industriellen Lebens, so wie andererseits in den gesetzlichen Beschränkungen zu suchen sein, die dem israelitischen Gelehrten noch immer sehr geringe Aussichten, Carriöre zu machen, gestatten. Dem österreichischen Juden bleibt in diesem Punkte so wie in manchen anderen bekanntlich noch viel zu wünschen übrig. Hoffen wir jedoch von der Zukunft das Beste! — Schließlich mögen noch einige den erwähnten Tabellen entnommene Notizen folgen, die uns nicht uninteressant scheinen. Die 1818 von der israelitischen Gemeinde zu Brody gegründete Schule wurde durch allerhöchste Entschließung vom 11. Januar 1853 zu einer k. k. Unterrealschule umgestaltet; der Staat zahlt zwei Drittel der Lehrergehalte, das Uebrige bestreitet die Gemeinde. — In Sambor (in Galizien) wird ein Rabbiner unter den weltlichen Nebenlehrern (wahrscheinlich als Religionslehrer) angeführt. — In der k. k. Handels- und nautischen Akademie in Triest waren im Schuljahre 1852/3 20 jüdische Schüler. —

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