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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1858-05-31 · Heft 23 (31.5.1858) · p. Seite 319

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
22 (1858)
Issue
Heft 23 (31.5.1858)
Date
1858-05-31
Page
Seite 319 (sequence 11)
Language
German
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319 Bei solch einem begeisterten Schaffen und Organistren Seitens der Gemeinden ist ein einheitliches Wirken des israelitischen Lehrerpersonals in Ungarn doppelt nothwendig, und wenn wir uns auch, geehrtester Herr Redakteur, mit Ihrem geschätzten Correspondenten aus Galizien (stche Ztg. d. Jud. No. 13.) von der versprochenen Veröffentlichung eines Lehrplanes der Mustcrhauptschule in Temeswar Seitens des Musterlehrers und DirectorS Cohn daselbst viel Gutes versprechen, so glauben wir doch, daß die Veröffentlichung eines Studien- und Stundenplanes von einer solchen israelitischen Lehranstalt Ungarns, die zwar das Lehrziel einer vierclassigen Hauptschule hat, hingegen nur drei Lehrer zu honoriren in der Lage ist, vielen israelitischen Schulvorständen und Lehrern noch erwünschter sein dürfte. Ueberhaupt scheint uns die Besprechung solcher Schulfragen, die vorzüglich die israelitische Volksschule Ungarns betreffen, gerade in dieser Uebergangsperiode doppelt nothwendig und wenn auch in den deutschen Unterrichtsfächern durch die Bemühungen einer hohen k. k. österreichischen Regierung mehr ein einheitliche- Ganze in das israelitische Schulwesen Ungarns gebracht ist; ungeordnet ist und bleibt die Zahl der wöchentlichen Lehrstunden, die ein ordentlich angestellter Lehrer an einer Anstalt zu geben hat, da manche Schulen einen sechsstündigen, viele gar einen fiebenstündigen Unterricht täglich vom Lehrer verlangen. Eben so ungeordnet ist die Anstellungsdauer der Lehrer; denn wenn wir Lehrer auch einstweilen in Ungarn an ein Definitivum gar nicht denken können, so ist doch zwischen einer Anstellung mittelst eines von der hohen Regierung genehmigten Contractes und zwischen einem bloßen Äufnahmeschein Seitens der Gemeinde ein himmelweiter Unterschied. Eben so ungeregelt ist in den meisten Gemeinden das amtliche Verhältniß des Lehrerkörpers zum Cultusvorstande und zur Schuldirection, das des leitenden LehrerS (Oberlehrers) zum Director der Schule, das des Oberlehrers zum übrigen Lehrerpersonal, das Verhältniß des Rabbiners zur Schule und vieles Andere. Um nicht unbescheiden zu sein, enthalten wir uns in der Hoffnung, daß erfahrene Pädagogen und Rabbinen diesen Gegenstand in diesen im österreichischen Kaiserstaate so verbreiteten Blättern ausführlich und gründlich besprechen werden, vorläufig jeder Lösung dieser an und für sich so schwierigen Fragen. — Dem dem Pesther Lloyd im Auszuge mitgetheiltcn Jahresbericht des Pesther Israeliten-Krankenhauses entnehmen wir folgende Daten: Die Zahl der während deS verflossenen Jahres 1857 in Behandlung gewesenen Kranken beträgt 582. Die Zahl der Verstorbenen beträgt 30; dagegen wurden 490 geheilt entlassen. Die eingegangenen Spenden belaufen sich auf 2160 Fl. 18 Lr., dazu die Gebühren der zahlenden Kranken, die Beiträge der Pesther CultuSgemeinde, die der Chewra Kadischa, in Summa 9907 Fl. 35 Lr. Unter den Ausgaben finden wir für die Bedürfnisse der Kranken inner- und außerhalb des Spitals (Arzneien, Blutegel, Eis n.) 5909 Fl. 9 Lr., so wie für die Herren Aerzte und sonstigen Depensen 3998 Fl. 26 Xr. verzeichnet. Oberlehrer Js. I. Rosenmeyer. Großbritannien. London, 19. Mai. Unterhaus. Sitzung vom 18. Mai. Um Uhr erinnert der Sprecher das HauS daran, daß dieser Zeitpunkt anberaumt sei zu einer Conferenz mit dem Hause der LordS wegen der Amendements zu der Eides-Bill. Lord I. Russell stellt den Antrag, daß die Mitglieder des Ausschusses, welche damit beauftragt waren, die Gründe aufzusetzen, um derentwillen das Haus der Gemeinen die Amendements der Lords mißbillige, als Theilnehmer an der Conferenz ernannt würden. Der Antrag wird genehmigt, und zu Theilnehmern an der Conferenz werden ernannt: Lord I. Russell, der Schatzkanzler, Sir I. Pakington, Lord Stanley, der Attorney-General, Lord Palmerston, Sir C. Lewis, Sir G. Grey, Labouchere, Sir I. Graham, Gladstone, Cardwell, Baron Lionel Nathan Rothschild und mehrere Andere, welche sich nach dem bemalten Zimmer (painteä clmmbei), dem für die Conferenz verabredeten Orte begeben. Als die besagten Conferenz-Mitglieder nach einigen Minuten zurückkehren, meldet Lord I. Russell, daß die Bill so wie die Motive für die Verwerfung der Amendements dem Oberhaus-Ausschüsse eingehändigt worden seien. Oberhaus. Sitzung vom 18. Mai. Lord L y n d h u r st reicht eine von 1400 Bewohnern der Hauptstadt Unterzeichnete Petition zu Gunsten der Eides-Bill ein, und schlägt vor, daß man die Ver- 23**

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