Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 22 (1858)
- Issue
- Heft 23 (31.5.1858)
- Date
- 1858-05-31
- Page
- Seite 320 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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320 änderungen, welche -aS Unterhaus mit den Amendements des Oberhauses vorgenommen habe, am Montag, 31. Mai, in Betracht ziehen möge. Frankreich. Paris, im Mai. (Arch. isr. de Fr.) Die Verlegung der Rabbiner-Schule von Metz nach Paris ist nicht allein principiell bestimmt, sondern im Begriff, zur Thatsache zu werden; die nöthigen Geldmittel, um das Metzer Consistorium zu entschädigen, selbst sür die Kosten der Uebersiedelung, find größtentheils schon gesammelt; die Regierung vermehrt die jährliche Subvention der Anstalt; Dank dieser doppelten und mächtigen Mithülfe werden die hauptsächlichsten intellectuellen und materiellen Bedürfnisse befriedigt werden. Nur die Wahl des Locals ist noch unbestimmt; verschiedene entgegengesetzte Bedenken müssen diese Wahl beeinflussen. Das Herkommen bei den Studirenden, die Nähe aller Studienanstalten sprechen für das linke Ufer der Seine; andererseits sind die beiden Tempel von Paris auf dem rechten Ufer; in einer Art Vermittelung könnte man seine Blicke auf ein zwischen diesen beiden Ufern gelegenes, von vielen Zsraeliten bewohntes Quartier werfen; dieses ist aber nichts weniger als der Sitz des Wohlstandes. An dies letztere Projekt knüpft sich das, auf demselben Platze einen neuen Tempel zu erbauen, dessen Nothwendigkeit sich schon so lange fühlbar gemacht, der aber denjenigen nicht ersetzen kann, den man in einem Quartier des Mittelpunktes zu bauen sich vorgenommen. Wenn der Tempel, den man in der Zukunft der Rabbiner-Schule beifügen wird, zum Zweck hätte, großentheils die Particulair-Betstellen, die so zahlreich in diesem besagten Quartier sind, zu beseitigen, würde hiermit den Pariser Israeliten ein wesentlicher Dienst geleistet; die Menge der kleinen Vereinigungen ist den Finanzen schäLlich, die Tempelplätze werden immer schwerer zu finden; und endlich macht ein großer Tempel bei der christlichen Bevölkerung mehr Effect, als zehn Betstellen. Louis Fould, Bruder des Staatsministers, ist so eben gestorben. Bei seinem Leichenbegängniß, das am 21. April stattfand, hat der Großrabbine des Central - Consistoriums an Stelle des abwesenden Großrabbinen Isidor die Grabrede gehalten. Herr Günzburg, der bekannte russische Israelit, der seine Freigebigkeit gegen seine armen Glaubensgenossen überall erweist, hat während seines Aufenthalts in Paris vom König von Preußen den rothen Adlerorden dritter Classe erhalten. Rußland. Wilna, 13. Mai. (Privatmitth.) Der greise Veteran der hebräischen Literatur, der in Ihren werthen Blättern oft schon erwähnte und gefeierte Dichter A. B. Lebensohn, Oberlehrer an der Rabbinerschule zu Wilna, hat durch sein auf den Krönungstag des Kaisers Alexander II. verfaßtes Werkchen: die besondere Aufmerksamkeit Seiner Majestät auf sich gezogen und wurde von Höchstdemselben so eben mit einem brilliantenreichen Ringe verehrt. Wir freuen uns einer schönen Zukunft, so oft wir die ergraute hebräische Lyra noch in Palästen erhabener Regenten der modernen Welt erklingen hören und durch ihre himmlischen Töne reichliche Blumen der Liebe zum Kranze für ihre Eingeweihten daselbst erlangen sehen! Anzeige-». Die Stelle eines Religionslehrers, Vorbeters und Schächters bei der hiesigen Gemeinde ist zum 9ten Oktober d. I. vacant. Der Gehalt beträgt jährlich 200 Thlr. preuß. Crt., circa 40 Thlr. Schächtgebühren nebst Mittagstisch. Reflectanten wollen sich baldigst unter portofreier Einsendung ihrer Zeugnisse wenden an den Vorstand drr hiesigen israel. Gemeinde A. H. Wolff. Ribnitz (Mecklb.-Schwerin), den 9. Mai 1858. In hiesiger Gemeinde ist die Rabbiner- und Predigerstelle vacant. Der jährliche Gehalt beträgt. 6 —700 Thlr. preuß. Crt. außer Nebeneinkünften und freier Wohnung. Qualificirte, besonders unverheirathete Bewerber belieben sich baldmöglichst in portofreien Briefen anzumelden bei dem Vorstande der israelitischen Gemeinde zu Stockholm Prediger-Stelle. Die Gemeinde „Ohef-Sclioloill“ der Stadt B altimore sucht einen Prediger, der bei gründlicher Gelehrsamkeit auch die Gabe eines vorzüglichen Redners besitzt