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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1858-05-17 · Heft 21 (17.5.1858) · p. Seite 282

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
22 (1858)
Issue
Heft 21 (17.5.1858)
Date
1858-05-17
Page
Seite 282 (sequence 2)
Language
German
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282 Genosse der Uebertünchung (Meißner), Heuchlerin, Geheimnißvoller, Horcher, Schmeichler, Ränkemacher, Späherin, Rechtsverdreher, Versehalter, Lügnerin, Betrüger, Falschheit, Schwätzer. Hieran reiht sich: Zorniger, Streitsüchtiger, Heftiger, Zänker, Beleidiger, Schmäher, Verhöhner, Spötter, Lacher, Schreier, Sehrhaffend, Gewaltübender, Gegner, Widersacher, Erpresser, Eroberer, Verführer, Vertilger, Vernichter, Verwüster, Verwünscher, Verflucher, Volksverderber, Widerspenstiger, und mehrfache Namen für Abtrünniger, Rebell. Eine besondere Bezeichnung bilden noch: Geistesschwacher, Zaghaftigkeit, Schwankender, Zauderer, Träger, Müssiggänger, Schläfer. Als bestimmte Laster finden sich nur noch: Verschwender, Wollüstiger. Die verschiedenen Zustände bringen sich in folgenden Namen zum Ausdruck; eine ganze Schar von Namen, welche Fröhlicher, Jubelnder, Glorreicher, Siegreicher, Glücklicher bezeichnen; aber im Gegentheil auch: Unglücklicher, Betrübter, Elender, Vergänglichkeit, Entbehrung, Lechzender, Mühevoller, Jochträger, Jrrsal. Auffallend find die schon frühzeitig vorkommenden: Vereinsammter, Flüchtling, Vertriebener, Verbannter, Eril, denen der Name: Erwartung tröstend zur Seile steht. Auch Volkstoben und schwertziehendes Volk wollen wir hier nicht anzufügen vergessen. — Indem wir es weiterer Betrachtung überlassen, aus den aufgezählten Namen über die vorherrschenden sittlichen Richtungen im israelitischen Volke zu combiniren, wenden wir uns zu den socialen Verhältnissen. Eine nicht geringe Zahl von Namen deutet uns auf die vorzugsweise geübten Lebensbeschäftigungen hin. Wir haben in den vorkommenden Namen zuerst die großen Richtungen des gesellschaftlichen Lebens der Menschen charakterisirt: Zeltbewohner (Nomaden), Wüstenbewohner, Waldbewohner, Hüttenbewohner, Sohn der Wanderung (Beduinen), Städter; dann die Namen, welche dem Hirtenstande angehören: Hirt, Viehwärter, Kameelhüter, Viehtreiber, und rechnen wir hierzu: Eseltreiber, Maulchiertreiber, Heerdenbefitzer, Scherer; ferner dem Jägerfiande: Jäger, Vogelfänger, Fischer, und fügen wir hinzu: Vater des Meeres,- Schiffer, Flößenführer; dem Ackerbau gehören an: Gärtner, Olivenpflanzer, Winzer, Gräber, Weinbauer. Don Künsten und Handwerken finden wir: Künstler, Haupt des Reigens (Tänzerin), Schöpfer des Sanges (Sänger), Sambukaspieler, Ambosschläger, Goldarbeiter, Schmied, Götzenbildner, Panzerverfertiger, Linnenweber, Korbmacher, Wirker; wozu wir noch die allgemeineren hinzufügen: Kaufmann, Genosse des Verkehrs, Werkmeister, Schreiber, Wächter, Arbeiter, Lastträger, Diener, Lohnarbeiter. Wir stellen ferner zusammen: Vater des Urtheilsspruches (Richter), Tributeinnehmer, Gefängnißwärter, Nachrichter; diejenigen Namen, welche dem Kriegerstande zugehören: Krieger, Lanzenführer, Wagenkämpfer, Reiter, und endlich sogar Räuber. Als bezeichnet heben wir noch ferner hervor: Zauberer, Banner, Beschwörer; diesen gegenüber: Seher, Gesichteschauender, Gesetzeserklärer. — Wir haben nun noch eine dritte Seite, von welcher der gesammte Nameusschatz in der Bibel zu betrachten ist, nämlich die ästhetische. Man weiß, wie dies für ein orientalisches Volk insbesondere wichtig ist, um dessen Geschmacksrichtung kennen zu lernen. Zunächst fällt uns hier eine Reihe von Namen auf, welche dem Pflanzen-, Thierreiche und sonstigen Naturerscheinungen entlehnt sind, so: Myrte, Palme, Ceder, Kastanienbusch, Spitzpalme, Kassta (Zimmet), Lilie (als Name eines Mannes), Dornhecke, Myrrhensaft, wozu sehr häufig: Sproß, Wurzel, Zweig; der Thierwelt: Gans, Habicht, »Rebhuhn, Rabe, Taube, Vogel, Vögelchen; Wespe, Biene, Honigzelle; Wiesel, Dachs, Gazelle, Junggazeüe, Hindin, Mutterschaf, Kaninchen, Gemse, Maulwurf, Jungstier, Esel, Waldesel, Elephant, Wolf, Springhase, Delphin, Schlange; Heuschrecke; außerdem Gold, Erzschlacke, Diamant, Perle, Koralle, Harz; endlich Fels, Mond, Neumond, Herbstregen, Frühregen, Stern, leuchtender Stern, Morgenroth, so wie Klang, Scheitel und Rauchwerk. Bemerkenswerth ist, daß der Wolf das einzige Raubthier ist, welches hier namengebend erscheint. Was uns nun anderweitig ästhetisch bemerkenswerth an Namen erscheint, ist: Vater des Lichts, Glanzvoller, Schimmernder, Schmuckreicher, Genosse des Frühroths, Brandpfeil, Blitzähnlicher, Schönheit, Anmuth, Mein Gefallen an ihr, Flamme, Goldglanz, Lichtsprühender, Sonnenähnlicher, Blendendweißer, Schattiger, denen sich nockandere Farben wie Schwarzer, Brauner, Rother anschließen. Denen reihen sich an: Blühender, Blüthengestaltiger, Mann der Frische, Balsamduftige, Verwandte des Thaues, Wohlgeruch, Kranz, Krone, Bunter Garten. Fernerhin aus die Gestalt sich beziehende: Vater der Erhabenheit, Schöngestaltiger, Großstaturiger, Zweischrötiger, Vierschrötiger, Platanenschlanker, Cedernähnlicher, Der korpulente, Woblbeleibtheit, Dicker, Glcktze, Glatzkopf, Kahler, Muskelfester, Struppigkeit; denen gegenüber haben wir auch bereits in der Bibel den bekannten Däumling. Außerdem bemerken wir noch: Stumpfnasige, Sanftschreitende, Haarflechte, eherner Mund, Schnaubender, Kläffer, Schmutzi-

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