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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1858-05-10 · Heft 20 (10.5.1858) · p. Seite 275

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
22 (1858)
Issue
Heft 20 (10.5.1858)
Date
1858-05-10
Page
Seite 275 (sequence 9)
Language
German
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L'S gegnung zu würdigen, daS ihnen wie die Sterne am Himmel so fern steht, um den Glanz ihrer Namen zu bestecken. — Nun aber habe ich selbst eine ziemlich erschöpfende Beleuchtung der unter demselben Autornamen an die beiden Häuser deS Landtages abgegebenen Petition zur Vertheidigung an die Abgeordneten im Druck erscheinen lassen und indem ich in gebührender Weise dem Manne, der stets mit offenem Auge über daS Wohl und Wehe feines Volkes wacht, das letzterwähnte Schriftchen einsende und vermuthe, daß er vielleicht einen kleinen Auszug desselben den Lesern dieser Zeitung verführt*), so ist mir's, als ob ich zu meiner Entschuldigung, nochmals gegen den Lewin das Wort ergriffen zp haben, den Lesern die Miltheilung schuldig bin, daß ich ausdrücklich und wiederholt von Mitgliedern des Abgeordnetenhauses wie auch von Seiten mehrerer Glaubensgenossen, denen noch ein warmes Herz für die heiligsten Interessen ihres Stammes innewohnt, hierzu aufgefordert worden bin. Und die Nothwendigkeit dessen ein sehend, wozu ich ungern meine Hand bot, ließ mich meinen Widerwillen überwinden und meinen Entschluß dergestalt ändern. — Dem Herrn sei Dank! Es ist mir die Ueberzeugung geworden, daß mein Unternehmen nicht ohne Wirkung blieb und ich bereue es nicht. Julius Landsberger. Magdeburg, 3. Mai. (Privatmitth.) Am vorigen Sonntag (“tmsa i"b) wurde in dem benachbarten Schönebeck die goldene Hochzeit des Herrn M. W i e s e n t h a l, eines der achtbarsten Bürger und Israeliten dieser Stadt, festlich begangen. Die zahlreiche Familie des Jubelpaares hatte sich von Nah und Fern um die ehrwürdigen Eltern, Großeltern und Urgroßeltern versammelt. Am Vormittage erschien eine Deputation des Magistrats und Stadtverordnetencollegiums, welchem der Jubilar lange Jahre angehört hatte, den Bürgermeister an der Spitze, so wie eine Deputation der israelitischen Gemeinde zu herzlicher Beglückwünschung. Um 1 Uhr fand eine gottesdienstliche Feier in der schön geschmückten Synagoge statt; nach Absingung eines Psalms hielt Dr. Philippson aus Magdeburg die Festrede, sprach dann den Segen über den Wein, einen paffenden, zu diesem Zwecke von ihm ab¬ *) Ist bereits in No. 18. geschehen, ehe diese Zuschrift an uns gelangt war. Redact. gefaßten ■>», den Segensspruch p'vvi ans, den worauf daS Jubelpaar aus dem Becher trank und den Ptiestersegen empfing. Ein fröhliches Festmahl folgte. Die Frische und Rührigkeit des Jubelpaars, das im vollen Besitz der geistigen und körperlichen Kräfte ist, und über dessen HauS sich sichtbar seit langer Zeit der Segen GotteS gebreitet, erregte die freudigste Theilnahme Aller, die dem Feste beiwohnten. Breslau, im April. lPrivatmitth.) Eine Notiz aus Worms in Ro. 17; Ihres geschätzten Blattes veranlaßt mich zu folgender Berichtigung. An der hiesigen Universität wirken nicht, wie in jener Notiz angegeben wird, zwei, sondern drei jüdische Docenten und zwar: in der philosophischen Facultät der Seminarlehrer Dr. Jacob Bernags und der rühmlichst bekannte Botaniker vr. Ferdinand Cohn, der neulich zum Ehrenprofessor ernannt wurde; in der medicinischen Facultät der vr. Bernhard Cohn. Was aber den in der Notiz genannten vr. MagnuS betrifft, so ist dieser ehrenwerthe Mann kein jüdischer, sondern ein christlicher Gelehrter, dem eine rühmliche Erwähnung in diesen Blättern gebührt; denn abgesehen davon, daß Dr. Magnus ein trefflicher Mensch und besonders ein treuer Freund des Jndenthums ist, giebt eö vielleicht in ganz Deutschland keinen Orientalisten, der sich gleich ihm mit solchem Interesse dem Studium und der Verbreitung der speciell jüdischen Literatur widmet. Keine Erscheinung des jüdisch-wissenschaftlichen Lebens entgeht ihm und er liest regelmäßig in jedem Semester neben den hebräischen, chaldäischen, samaritanischen und arabischen Collegien noch über irgend einen Gegenstand aus der rabbinischen Literatur. So wurden von ihm in den letzten Jahren unter Anderem Elia Levita, das Sefer harikma des Jona ibn Gannach, die arabischen Bibelcommentarien des R. Tanchum aus Jerusalem und der von Munk edirte More Nebuchim vor jüdischen und christlichen Studirenden interpretirt. Dieses verdienstliche Streben muß um so eher hervorgehoben werden, als sich Aehnliches von keiner anderen deutschen Hochschule berichten läßt und dadurch die jüdische Wissenschaft als berechtigtes Glied in die Reihe der Universitätsstudien ausgenommen wird. Möge dies gleichzeitig manchen hochweisen Herren aus unserer eigenen Mitte, die von seinem literarischen Ruhme des Judenthums nichts wissen oder nichts wissen wollen, zur Beherzigung empfohlen sein. kr. 20

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