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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1858-05-10 · Heft 20 (10.5.1858) · p. Seite 272

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
22 (1858)
Issue
Heft 20 (10.5.1858)
Date
1858-05-10
Page
Seite 272 (sequence 6)
Language
German
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Haft die letzten 20 Jahre in Paris, und gestorben auf einer Reise in Berlin, wo er auch auf dem jüdischen Friedhof begraben liegt, hat neben anderen beträchtlichen Legaten (unter denen für die Professoren und für die Selektaner deS Altonaischen Gymnasiums, wo er feine erste Bildung erhalten hat) eine ewige Rente von Vierhundert Thalern jährlich gestiftet für den jedesmaligen ältesten directen ehelichen Nachkommen Schillers in männlicher Linie und nach deren Aussterben in weiblicher. Das Capital ist fundirt bei der Regierung in Weimar in 3"/o Papieren. Diese Rente wurde 1852 zuerst bezahlt an einen seitdem verstorbenen Sohn Schillers (den Oberforstrath, glaube ich), und jetzt ist ein Enkel der Pensionair. Preußen. Berlin, im April. (Privatmitth.) Vor etwa zwei Jahren unternahm der Unterzeichnete den Versuch, durch eine ausführliche Darstellung der allmähligen Entwickelung und der kurze Zeit vorher begonnenen Wirksamkeit des Vereins zur Unterstützung jüdischer Lehrer in Preußen in der Zeitung deS Judenthums, die Aufmerksamkeit der auswärtigen Gemeinden auf eine im Schoße der hiesigen entstandene Stiftung hinzulenken, deren Zeitgemäßheit, Zweckmäßigkeit, ja Nothwendigkeit wohl von keiner Seite in Abrede gestellt werden kann. Er hoffte dadurch die bis dahin winzig geringe Betheiligung Seitens der auswärtigen Gemeinden und namentlich der Vorstände in denselben zu einer zu der hiesigen nur irgend im Vcrhältniß stehenden größern Lebendigkeit anregen zu können. Der Erfolg entsprach leider der Erwartung nur in geringem Grade. Mit Ausnahme einiger der Zunächstbetheiligtcn selber, nämlich einzelner Lehrer, war die Anmeldung zur Mitgliedschaft an den Verein von außerhalb und die Förderung der in ihrer Nothwendigkeit doch gewiß nicht zu verkennenden Zwecke desselben von fremden Gemeinden aus gar sehr gering. — Um so mehr fühlt sich der Unterzeichnete verpflichtet, hier die wenigen Männer dankbar zu erwähnen, die in Folge jener Aufforderung durch die Zeitung des Judenthums sich der Förderung der wohlthätigen Zwecke des Vereins in ihren Kreisen mit warmem Eifer unterzogen haben. Es ist dies vor Allem der Rabbiner Herr vr. Klein in Stolpe, durch dessen Bemühungen eine größere Anzahl pommerscher Gemeinden, theils in ihren Vorständen, theils in einzelnen Gemeindemitgliedcrn> sich unfern Bestrebungen angeschlossen haben, und durch dessen Vermittelung innerhalb der beiden seitdem verflossenen Jahre bereits die mit Rücksicht auf die Kleinheit der betreffenden Gemeinden verhältnißmäßig bedeutende Summe von über 120 Thlr. den Mitteln des Vereins zugeflossen sind. Eben so hat der Lehrer Herr Cohn in Lyck eine Anzahl der Mitglieder seiner Gemeinde zum Beitritt an den Verein veranlaßt. In größerer Anzahl sind nur noch, und zwar schon seit der Gründung des Vereins die beiden Gemeinden Tilsit und Halberftadt vertreten; außer den eben genannten Gemeinden aber figuriren in dem MitgliedSverzeichnisse nur noch sporadisch einzelne Namen aus sehr wenigen Gemeinden des großen preußischen Staats, für dessen ganze Ausdehnung doch die Stiftung bestimmt ist, wobei die Mehrzahl dieser Namen noch überdies nur die einzelnen mittellosen Lehrer selber daselbst bezeichnen, während Berlin allein durch 275 Namen repräsentirt ist, natürlich mit geringen Ausnahmen Nichtlehrern gehörend. Die Nutzanwendung dieses ausgestellten Zahlenverhältnisses zu ziehen unterlasse ich, überlasse sie vielmehr den auswärtigen Gemeinden zu geneigter Jnbetrachtnahme. Diese geringe Wirkung seiner damaligen Mittheilung und Aufforderung soll jedoch den Unterzeichneten nicht zurückhalte», von Zeit zu Zeit in Ihrem Blatte Nachricht über die fortschreitende Wirksamkeit des Vereins zu geben, zunächst als Mitkheilung für die auswärtigen VercinSmitgliedcr, sodann als erneueten Versuch zur Anregung für Solche, die es nicht sind, aber werden sollten. Mit Rücksicht hieraus erlaube ich mir denn, Sie, geehrter Herr Redacleur, im Interesse meiner Berufsgenoffen und der guten Sache derselben zu bitten, den beigelegten Auszug aus dem in der diesjährigen Generalversammlung am 11. d. M. erstatteten Bericht in Ihrem Blatte gefälligst veröffentlichen zu wollen. S. Piek. Er lautet: ........... „Indem ich nun zur eigentlichen Wirksamkeit des Vereins im abgelaufenen Jahre übergehe, so habe ich zunächst im Allgemeinen hier die erfreuliche Thatsache hervorzuheben, daß die Verhältnisse des Vereins in diesem Jahre, trotz der verhältnißmäßig bedeutend gesteigerten Wirksamkeit, sich doch wiederum günstiger als beim vorigen Abschluß gestaltet haben. Letzterer wies nämlich am Schluß des Jahres 1856 einen Vermögensbestand von 4135 Thlr.

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