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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1858-05-03 · Heft 19 (3.5.1858) · p. Seite 258

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
22 (1858)
Issue
Heft 19 (3.5.1858)
Date
1858-05-03
Page
Seite 258 (sequence 6)
Language
German
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258 Wirkens, wie überhaupt als Mensch sich allgemeine Achtung und Liebe erwarb. Der Vorsänger der israelitischen Gemeinde dahier, Nathan Sänger, starb in dem hohen Alter von 89 Jahren. Als schöner Beweis dieser Achtung spricht, daß Herr vr. Aub, früher Rabbiner hier, von Mainz heute hierher kommt, um ihm, seinem Versprechen gemäß, das letzte Geleit zu geben. Altona, Anfangs April. (Erwiderung.)*) So viel Respect wir auch vor Herrn vr. Jsler (No. 14.) haben, so kann doch ein Name, und wäre er Mar Bar Rab Affai, eine Widerlegung nicht ersetzen, und wir bedauern nur jene abgenutzte Taktik, die, auf den Kleinsinn des Publikums rechnend, den Gegner zu entwaffnen glaubt, indem sie ihm kleinliche Beweggründe unterschiebt. Ist es wahr, daß Jemand bei der Tempelverwaltung „bittere Erfahrungen gemacht hat", der darum, nach Herrn J.'s Meinung, unsre Correspondenz, die übrigens dem Unbefangenen schwerlich eine Tochter übler Laune erscheinen dürfte, nothwendiger Weise müsse geschrieben haben, so wäre es wohl nobler von der Tempelverwaltung, ihn schadlos zu halten, als eS von Herrn I. edel ist, das „verwundete Gemüth" in die Polemik zu mengen. Und wenn Herr I. den Vorwurf, daß er sich mit dem moralischen Anathema über die von der Candidalur Zurückgewiesenen gegen dm Wohlanstand vergangen habe, uns meint zurückgeben zu sollen, indem er unsre Form einer Anstandsverletzung zeihet, so hätte ihn diese doch nicht entheben dürfen, sich aus unfern Inhalt einzulassen, und noch weniger unser Styl, den er nicht wohlgefällig ausgenommen hat. Oder haben wir nicht die Wahrheit gesagt? War auch nur eine einzige der Rügen ungerechtfertigt, die wir nur den Frevel begangen habe», öffentlich auszusprechen, während sie die Besseren am Tempel, denen wir auch Herrn I. zuzählen, privatim selber aussprechen? Wäre der Wahlmodus und die Verfassung des Tempels überhaupt weniger buntscheckig, so hätte es mit der „officiellen" Inspiration des Herrn I. auch weniger sein Fatales gehabt, als nun bei der Mannigfaltigkeit der Instanzen von Vorstand und Directoren und Deputirten und Cultuscommission und Wahlcommission und 15 Män- » *) Wir wünschen ausrichtig, daß hiermit diese Polemik abgeschlossen sei. ncrn u. s. H>. u. s. w. Officiell inspirirt von „vier Directoren", war er's wiederum doch nicht von den 15 Männern, welche in der Wahlaction die endgültige Officiellität ausmachen, wobei er selber — beiläufig gesagt — nicht in seiner Eigenschaft als Mitglied der Cultuscommission figurirte, die ja alö solche keine Wahlstimme hat. Und befremdet uns nur, daß Herr I. unsre Wiedergabe einer so unzweifelhaften! öffentlichen Meinung in Sachen der Vacanzfrage als eine individuelle Auffassung verdächtigen mochte. Oder geschah die neulich« Wiederaufnahme der Vacanz nicht thatsächlich abermals auf die Initiative des Herrn Predigers Frankfurter? Freilich, um abermals erfolglos zu bleiben. Worauf es uns aber hauptsächlich ankommt, weil es von mehr als localem Interesse ist, die Co- oder Subordinationssrage nämlich; so gestatten wir unS, den Herrn Rabbinalöcandidatcn Chronik aufzuforbern, zur Steuer der Wahrheit zu erklären, ob ihm nicht auch von Seiten des Herrn Predigers Frankfurter selbst, der ihn zur Bewerbung um die Stelle neben ihm veranlaßt hatte, und der doch in dieser Frage den Ausschlag geben muß, auf das Unzweideutigste und Nachdrücklichste die vollständige geistige Coordination zugesichert wurde. Gegen die ehrenfeste Zuverlässigkeit dieses Zeugen wird Niemand in Hamburg Einwendung zu machen haben, und dürfen wir uns dafür auf die hervorragenden Intelligenzen am Tempel und auf den eigenen Mund des Herrn I. beziehen, daß die Nichtwahl Chronik'S mit Dingen nichts gemein hatte, die seine „Eitelkeit verletzen" konnten, und ihn Lebensklugheit genug eignet, um nicht gar von „fremder verletzter Eitelkeit" in der Aussage sich bestimmen zu lassen. Von unsrer Beschuldigung des Herrn I., daß er sich wider die Pietät gegen die alten Herren Prediger Kley und Salomon indirekt verstoßen hat, könnte er sich nur durch die Beweisführung reinigen, daß sie sich in der Thal nicht friedfertig zu einander verhalten haben. Wir indessen könnten ihm auch die gleich beleidigte Friedlichkeit der vieljährigen gemeinsamen Amtsführung von Salomon und Frankfurter, entgegenstellen. Dem sei jedoch wie es wolle; es wäre tief zu beklagen, machte man am Tempel den Anfang damit, dem Geistlichen in Israel einen Gewissenszwang aufzulegen, und gäbe es Candidaten, die sich'S gefallen ließen. Wir freuen uns der Wahrheit, daß

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