Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 22 (1858)
- Issue
- Heft 19 (3.5.1858)
- Date
- 1858-05-03
- Page
- Seite 257 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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257 im Gedächlniß zu behalten, kann man dennoch auch guter Talmudist sein. Dieses Wissen constituirt den Talmudisten nicht. Don den Verbesserungen und Anmerkungen des Herausgebers sagt Herr St., daß die richtigen größtentheils dem nVTHtt 'o entnommen seien, dessen Erwähnung ich nicht würdigte. Nun frage ich den Herrn Recensenten, nachdem ich von meinem Nichtbefitzthum desselben oben bemerkt habe, ob ich nicht ohne dessen Hülfe auch etwas Richtiges verbessert habe? Und ob er nicht falsche Conjeeturen aufgestellt hat? Herr K. citirt als Beispiel eine meiner Bemerkungen (S. 7. des Juchastn), woselbst ich den Fehler des R. Schulchan in der Konstanünopeler Ausgabe zu begründen suche, und fügt hinzu, daß man, um selbige Bemerkung zu errathen, kein großer Mathematiker zu sein braucht. Zeder Leser wird davon leicht einsehen können, in welchem Geiste der Recensent zu Werke ging. Wer kann diese meine Anmerkung tadeln, wenn solche zur Sache und vernünftig gemacht ist? Es ist klar, daß Herr St. — gerade wie die — wenig zu rühmen und viel zu tadeln beschlossen hatte. So suchte er als eine literarische Sünde zu erklären, daß mir ein Buch unter dem Titel mn unbekannt warz daß ich Rabbi Nathan Birah verkannt habe, daß mir der Ort Sibra oder Sichra zweifelhaft vorkomme, und endlich, warum ich mit (Hha) — nach der zweideutigen Leseart der Originalhandschrist — begleitet habe. Ich frage, wie würde es ein anderer Schriftsteller gemacht haben, wenn ein Wort zweideutig zu lesen sei? Weil ich also meine Sache mit Treue behandelt habe, indem ich Alles nach dem Manuskript edirte, suchte Herr K. Mängel zu rügen! Herr St. hat mir sogar manches Unwahre zugeschrieben. Zum Beispiel sagt er, daß ich zu Folgendes bemerke: „in der K. Ausgabe stehe irrthümlich *))m" Möge der Leser nur in Zuchafin S. 194. nachschlagen, so wird er daselbst wahrnehmen wutn m p"-n ohne das Wort m^üa irrthümlich. So lautet es in seiner Recenfion, daß ich 'riba in ‘■iha corrigire, was durchaus nicht der Fall ist. Das (?n"aa) ist, wie schon oben bemerkt, nur fraglich aufgestellt, nicht mit b'ifc begleitet. Simeon Amesuni und Simeon Haschakmani, die ich unter die Erarraa notirre, behauptet Herr K., daß dieselben Tanaiten seien. Da meine Quelle über die Tanaiten aus dem Nachlath Schimeoni, dessen Verfasser alle Tanaiten systematisch und concordanzmäßig genau ordnet, hauptsächlich herrührte, und da dieser Verfasser diese zwei Namen weggelaffen hat, so glaubte ich mit Recht dieselben unter den Amoriten zu placiren. Daß ich solche nicht dem m-nnn *r7D entnehmen konnte, wird dem Leser von dem Obengesagten einleuchtend sein. WaS den Preis des Werkes betrifft, welcher Herrn A. zu hoch vorkömmt, muß ich ihn nur aufmerksam machen, daß, wenn er fich nur die Mühe geben wollte, die Zeilen und Buchstaben einer Seite des Juchastn mit den Zeilen und Buchstaben einer Seite irgend eines in Deutschland gedruckten Buches zu vergleichen — abgesehen von der Superiorität des Papiers, so würde er finden, daß der Preis ganz mäßig ist. — ES wird mir auch erlaubt sein, hier ein Wort über eine von Herrn Leopold Dukes Unterzeichnete Notiz, die ich in No. 6. dieser Zeitung bemerkt habe, auszusprechen. Herr Dukes macht bekannt, daß die Gesellschaft (nämlich the Hebrevv Antiquarian Sociely) nur dem transcendentalen Idealismus gehört, und, um sich von jedem Angriff des Herrn Kirchheinr zu befreien, derselben Erlstenz verläugnet. Herr Dukes mag wohl seine eigene Eristenz eher verläugnen, als die der Gesellschaft. Sie bestehet wie zuvor. Allein ihre Tendenz ist nicht mit der Tendenz anderer Gesellschaften, die einen ähnlichen Zweck haben, zu vergleichen. Es werden keine Geschenke angenommen, wie in den letzteren. Die Werke werden frei den Mitgliedern abgeliefert, und die Preise derselben nach Anzahl der Bogen stritt. Die Function der Mitglieder des Connt6 ist nur auf die Auswahl der Handschriften zur Veröffentlichung beschränkt. Wollte ich nicht Zeit und Raum sparen, könnte ich hier seinen an mich geschriebenen Brief veröffentlichen, worin er ausdrücklich ein Bekenntniß seiner Unfähigkeit zur Herausgabe des Juchastn ablegt. Zwar wollte er Manches zu der spanischen Schule beitragen, da es aber nur aus manchen Fragmenten ihrer politischen Produtte bestehen konnte, so mußte ich es außer Acht lassen, indem dieses nicht der Zweck des Juchastn ist. Als Beweis will ich hier mittheilen, daß Monate lang während des Druckes des Juchastn die erste abgedruckte Hälfte davon in den Händen des Herrn Dukes war, und doch hat er nicht eine einzige Zeile darüber schreiben können. Man kann daher die von Herrn Dukes sogenannte Grabschrift nur Grobschrist nennen. H. Filipowski. Zeitungsnaehrichteu. Deutschland. Bayreuth, 17. März. Heute wird hier ein Mann . begraben, der während seines 60jährigen dienstlichen