Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 22 (1858)
- Issue
- Heft 18 (26.4.1858)
- Date
- 1858-04-26
- Page
- Seite 245 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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245 menübersetzung erfreut sehr. Wir haben noch niemals eine so glänzende Ausstattung eines solchen Werkes gesehen. Nicht allein daß das Papier von schönster Qualität, die Typen groß und splendid, jeder Psalm beginnt auch eine neue Seite und zwar wenn er auf der ersten Seite eines Blattes endet, ist auch die Kehrseite dieses Blattes unbedruckt geblieben. Jedes der fünf Bücher der Psalmen ist mit einem Blatte Zeichnungen der in den Psalmen erwähnten Instrumente versehen. Es ist also eine Ausgabe, die in den elegantesten Salons ihren Platz finden kann und vor den Augen der Reichen Gnade erwerben wird. Unter den gegenwärtig vorherrschenden Verhältnissen halten wir dies geradezu für ein Verdienst, denn da den Nachkommen Israels die heiligen Schriften Israels so sehr abhanden gekommen, ist es nothwendig, fie auf jede Weise wieder in ihre Hände zu bringen. Allerdings müßten wir darauf dringen, daß neben dieser Ausgabe für die Reichen nun auch eine wohlfeilste für die Armen besorgt werden müßte. Die Uebersetzung selbst ist klar, sinnentsprechend, wenn auch deshalb nicht immer wortgetreu. Der französische Sprachgenius steht dem hebräischen allzu weit ab, und er gestattet viel mehr eine Umschreibung des hebräischen Ausdruckes, als eine concinne Wiedergabe desselben. Es ist daher ein Verdienst einer franzöfischen Ueber-; setzung, wenn fie fließend, ungezwungen und leicht verständlich ist, und dieses Verdienst hat fich Herr Crohange reichlich erworben. Etwas mehr Berücksichtigung der neueren deutschen Bearbeitungen würde allerdings zweckdienlich gewesen sein. Nemoir on the Lemlein medal by Dr. Lüwe in London. Dieses im neunzehnten Bande des llumismalie Gironicle S. 237—270 abgedruckte, mit einer Abbildung der betreffenden Münze versehene Memoire, welches der verdiente Verfasser vor der numismatischen Gesellschaft in London bei ihrer Jahresversammlung am 25. Juli 1857 vorgelesen hat, enthält eine abermalige Untersuchung dieser schon so vielfach besprochenen Münze. Er giebt eine Geschichte aller dieser Untersuchungen und Deutungen, und. indem er fich insonders an die von Dr. Zunz anschließt, versucht er mit großem Scharffinn eine neue, welche, so wie die umsichtige Begründung in dem Memoire selbst nachgelesen werden muß, und die nach unserer Meinung die intereffante Streitfrage wohl zum Abschluß bringt. Suir Israelitismo Piemontese considerazioni e propostu del Prof. Rabbino GuiseppeLevi condirettore dell’ educatore israelita. Biella 1858. Herrn Professor Levi in Vereelli muß man mit der aufrichtigsten Anerkennung das hohe Verdienst zusprechen, mit dem uneigennützigsten Eifer ein neues Leben in unsren italienischen Glaubensbrüdern wecken und nähren zu wollen. Die vorliegende Publication ist ein abermaliges Zeugniß dafür. Der Zweck derselben ist, eine Vereinigung der sardinischen Israeliten zu Stande zu bringen, welche in einer Centralbehörde, etwa einem Conststorium, ihren Träger fände. Er geht von der tiefsten religiösen Empfindung dabei aus, indem er sich auf die Bedeutung des israelitischen religiösen Gefühls, auf die Entwickelung desselben zum großen Religionsgedanken, auf das Bedürfniß einer Vereinigung der einzelnen Glieder, und daß diese Vereinigung über die localen Verhältnisse hinausgehe, beruft, und alle diese Momente mit Sinnigkeit in beredtester Weise auseinandersetzt. Er stützt sich dabei insonders auf das Beispiel Frankreichs und Englands (board of Deputies), und ist der Meinung, daß, wenn Deutschland, das Land der Arbeit und der Wissenschaft, eine solche Centtalisation hätte, große Resultate nicht ermangeln würden. Unsre Ansicht ist, daß nicht Alles für Alle paßt, und wir geben daher zu, daß es Länder giebt, in welchen eine solche Centtalisation sehr angemessen erscheint, um die vorhandene friedliche, oft aber auch ganz und gar stockende Entfaltung zu fördern. In Deutschland aber würde eine solche Centtalisation höchst nachtheilig und hemmend gewirkt haben und wäre auch jetzt noch ziemlich unmöglich, da die Gegensätze in der religiösen Grundanschauung fich noch zu schroff gegenüberstehen. Jndeß ist die Sache von zu großer Tragweite, als daß sie in diesem kurzen Referate durchgesprochen werden könnte. Wir drücken daher nur noch den Wunsch aus, daß die trefflichen Worte des Prof. Levi bei seinen israelitischen Landsleuten zu lebhaftester Anregung und Erörterung gelangen mögen. Magdeburg, 13. April. Marie Henriquez Morales, Erzählung der Graon Aguilar. Frei bearbeitet und mit einem Vorworte versehen von I. Piza, Oldenburg, 1856. Wenige Products der neueren Romanliteratur und Novellestik haben uns so befriedigt, wie die vorliegende Erzählung der Graon Aguilar. Den meisten Schriftwerken dieser Art fehlt eine das Ganze durchwehende und stützende Jvee. Wir werden im besten Falle bei der Lectüre recht angenehm unterhalten, die in derselben hervortretenden Persönlichkeiten, die Situationen und Schilderungen erregen ein so zu sagen stoffliches Interesse bei uns, aber eben so schnell wie nach jedem anderen rein materiellen Genüsse find die Eindrücke, die wir empfingen, verflogen; nach kurzer Zeit ist kaum noch eine Erinnerung