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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1858-04-26 · Heft 18 (26.4.1858) · p. Seite 244

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
22 (1858)
Issue
Heft 18 (26.4.1858)
Date
1858-04-26
Page
Seite 244 (sequence 6)
Language
German
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244 Zahl eine Silbe anhängt, um zarter, schonender zu ihnen zu sprechen. Wir fügen noch hinzu: Da der Imperativ im Hebräischen dem Futuro in der zweiten Person nach Weglaffung des Präfonnativs ganz ähnlich ist, so findet diese Bemerkung der zarteren Ausdrucksweise der Sprache und des Geistes derselben den Frauen gegenüber noch mehr Begründung. Ich erlaube mir noch auf Exodus 19, 3. 'ro bima^ ^nb vam apsn mab hinzuweisen, wo schon nach dem Talmud das weichere den Frauen — die durchgangs als n^a: Haus bezeichnet werden, ihnen sowohl die Wichtigkeit als auch den engeren Kreis zuweisend — das strengere -ran den Männern galt) Gott also den Damen nicht blos den Vorrang, sondern auch ihre vollgeltende Stimme bei Annahme der Gebote ließ. Eben so läßt derselbe Talmud die Frauen, die durch das Wort zuerst gesündigt und die Männer verführt, — Eva — hier wieder durch das Wort entsühnen. Die Frauen sagten thatkräftig und willig: Nw22! die Männer fügten bedächtig Auivrr hinzu. Man halte diese Talmud- und Midraschstellen nicht für witzige Spielereien) sie sprechen klarer und wahrer von der Stellung der Frauen bei den Juden, wie der von Professor Bodenstedt herbeigezogene apokryphe Beweis aus den Apokryphen. — Haben wir nun in den Westermann'schen Monatsheften immerhin unseren überseeischen Stammverwandten einen bedeutenden Fortschritt in der Journalistik und somit in der Volksbildung zu danken, so läßt sichs germanische Dankbarkeit wieder angelegen sein, den Anglosachsen die Blüthen deutschen Geistes zuzuführen. Wir dürfen hier nicht von den mehrfachen Uebersetzungen des bekannten Romans „Soll und Haben" ins Englische im Allgemeinen sprechen) — was wird nicht Alles aus einer Sprache in eine andere, sei es aus Speculation, aus Kameraderei oder auch fabrikmäßig übersetzt! — sondern nur von der durch B unsen mit einer englischen Vorrede eingeleiteten. Hier wird dieser Roman von dem damaligen Ritter, nunmehrigen Freiherrn Bunsen als „volksthümlichste Erscheinung des Jahrhunderts in Deutschland" bezeichnet. Da wir aber erst die größere Hälfte dieses Jahrhunderts hinter uns haben, so hätte Herr Bunsen statt der wahrscheinlich zur Ehre Deutschlands und seines Volkes sich nicht bewährenden Prophezeiung geeigneter diesen Roman als „Zeichen der Zeit", von denen ja so manche als Schaumblasen aufsteigen und — zerplatzen, vorführen mögen. Man sollte doch glauben, daß Herr Bunsen bei seinem langen Aufenthalte in England den Charakter des Volkes daselbst kennen zu lernen Gelegenheit gehabt, um wahrzunehmen, wie dieses Volk seinen eigenen Geist hat und auf seinen eigenen Füßen steht, sich also weder in seinem Staatsnoch sonstigen Leben, auch nicht in Sachen des Geschmacks irgend etwas octroyiren läßt. Wir wollen also das Unheil englischer Blätter über diese „volksthümlichste Erscheinung des Jahrhunderts in Deutschlands" abwarten. Als ein gleichfalls sehr sprechendes „Zeichen der Zeit" würden wir eine Uebersetzung des recht netten Lustspiels: „Die Journalisten von Freitag" mit Hinzufügung einiger Scenen im Sinne der neuesten Auflage der Deutschen Literatur von Julian Schmidt vorschlagen) dieses aber höchstens als bedauerliche, jedoch Gottlob nicht, als volksthümliche — Erscheinung in Deutschland bezeichnen. Rußland. Wir haben gegen Ende vorigen Jahres in einem Leitartikel nachgewiesen, daß, was den Juden in Polen und Rußland am meisten Roth thue, sei: das freie Niederlassungsrecht im großen Czarenreiche. Wir fühlen uns glücklich, heute schon einige Schritte zur Realisirung dieses großen Schrittes gethan zu sehen. Es wird gemeldet: „Ein kaiserlicher Ukas gestattet die Ueberstedelung der Juden aus dem Königreiche Polen in das Kaiserreich Rußland unter näher bezeichneten Bedingungen. Darnach wird jeder polnische Jude den Bewohnern des Kaiserreichs zugezählt, wenn er sich zehn Jahre in Rußland aufgehalten hat und die betreffende jüdische Ortsgemeinde keinen Einspruch erhebt. Sofort zum russischen Kaiserreich, (im engeren Sinne) gehörig, dürfen diejenigen polnischen Juden angesehen werden, welche Gilden-Kaufleute sind, Fabriken anlegen wollen oder als Rabbiner, Aerzte und Lehrer von der Regierung berufen werden. Im Uebrigen bleibt die Bestimmung aufrecht erhalten, daß nur in gewissen Gegenden des Kaiserreichs die Juden ständigen Aufenthalt nehmen dürfen." Literarischer Wochenbericht. Magdeburg, 12. April. Le 8 p säum es, iraduction nouvelle par A. Ben-Baruch Crehange. Paris 1858. Schon der Einblick in diese neue französische Psal-

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